Ruthweiler / Thallichtenberg RHEINPFALZ Plus Artikel Bürgerin kritisiert: Burg Lichtenberg wird nicht richtig gepflegt

Einer der Kritikpunkte von Margit Müller aus Ruthweiler betrifft die Zehntscheune auf Burg Lichtenberg: Ihrer Meinung nach wird
Einer der Kritikpunkte von Margit Müller aus Ruthweiler betrifft die Zehntscheune auf Burg Lichtenberg: Ihrer Meinung nach wird dort zu viel Geld investiert, während andere Bereiche der Anlage vernachlässigt würden.

Wird die Burg Lichtenberg, ein Wahrzeichen des Musikantenlands, unzureichend gepflegt? Dieser Meinung ist eine Bürgerin, die sich oft dort aufhält. Was der Kreis dazu sagt.

Seit vielen Jahren gehört ein Besuch auf der Burg Lichtenberg für Margit Müller fest zum Alltag. Schon als Kind hat sie dort viele Stunde verbracht, gemeinsam mit ihrem Ehemann kehrt sie regelmäßig im Restaurant der imposanten Anlage ein. Die Burg, eine der größten Anlagen ihrer Art in Deutschland, ist für sie mehr als nur ein Ausflugsziel – sie ist ein Stück Heimat. Umso größer ist ihre Sorge über den aus ihrer Sicht zunehmenden Verfall. „Es tut mir im Herzen weh, wenn ich diese Missstände sehe“, sagt Müller.

Besonders störe sie, dass die Anlage so ein ungepflegtes Bild abgebe. Vor zwei Jahren sei ein Blitz in eine Bank am Burgkiosk eingeschlagen – bis heute stehe sie beschädigt an diesem Platz. Für die Pflege der gesamten Burganlage seien lediglich drei Arbeiter bei der Kreisverwaltung fest angestellt. „Wenn einer krank ist oder Urlaub hat, merkt man das sofort“, kritisiert Müller. Dann bleibe das Unkraut stehen, und die Toiletten würden nicht gereinigt. Da sich diese und das Kiosk im Eingangsbereich befinden, entstehe für Besucher ein negativer erster Eindruck.

Keine freie Sicht, keine nächtliche Beleuchtung

Kummer bereitet der Ruthweilerin zudem der Blick auf die Burg. Müller wohnt in der Straße „Am Spelzenacker“. Früher habe sie von ihrem Balkon aus freie Sicht auf die Burg gehabt. Inzwischen seien die Bäume so hoch gewachsen, dass zwischen ihnen nur noch ein kleiner Teil der Anlage sichtbar ist. „In zwei Jahren wird man die Burg gar nicht mehr sehen können“, befürchtet sie. Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die fehlende nächtliche Beleuchtung. Aus Spargründen werde diese reduziert, während gleichzeitig Geld in andere Projekte fließe. So sei für die Zehntscheune ein Aufzug gebaut worden, der wegen technischer Defekte immer wieder ausfalle. „Und dann ist für die Beleuchtung kein Geld da“, sagt Müller kopfschüttelnd.

Im Sommer habe sie mit ihrem Enkel die Burg besucht. Der Junge habe durch das Münzfernrohr nahe der Jugendherberge schauen wollen – doch wegen starken Wildwuchses sei die Sicht versperrt gewesen. Ein Mitarbeiter habe erklärt, hierfür sei die Jugendherberge zuständig. Derzeit investiert der Landkreis erneut erhebliche Mittel in den Umbau des Museums in der Zehntscheune. Aus Müllers Sicht wird der falsche Schwerpunkt gesetzt: „Es sind oft die Kleinigkeiten, die das Gesamtbild bestimmen.“ Sie befürchtet, dass die Burg Lichtenberg als Aushängeschild des Landkreises an Ansehen verlieren könnte. Sie betont aber auch, dass trotz aller Kritik ihre Verbundenheit ungebrochen bleibe: „Gerade weil mir die Burg so viel bedeutet, darf man die Augen vor diesen Problemen nicht verschließen.“

Kreis: Investieren erhebliche Mittel in Erhalt der Burg

Die Kreisverwaltung weist die Vorwürfe in Teilen zurück. Pressesprecherin Karla Hagner sagt, dass eine Anlage von der Größe der Burg Lichtenberg einen großen und stetigen Pflegeaufwand erfordere. In den vergangenen Jahren seien Teile des Geländes barrierefrei ausgebaut worden, um sie einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Die laufende Unterhaltung der Außenanlagen erfolge kontinuierlich durch Personal des Landkreises. „Unabhängig von urlaubs- oder krankheitsbedingten Abwesenheiten sind die Wahrnehmung der Verkehrssicherungspflicht sowie der Unterhalt der Gesamtanlage sichergestellt“, so Hagner.

Die angesprochenen Kritikpunkte seien nochmals überprüft worden. Das Problem im Bereich der öffentlichen Toiletten im Eingangsbereich sei bekannt. Trotz personeller Engpässe arbeite man bereits an einer schnellen Lösung. Einen dokumentierten Blitzschaden an einer Bank gebe es jedoch nicht; vielmehr handele es sich um alters- und witterungsbedingte Abnutzung. Der Zustand werde regelmäßig kontrolliert, eine Instandsetzung erfolge im Rahmen der laufenden Unterhaltung. Zum Thema Bewuchs teilt Hagner mit, dabei müsse zwischen landkreiseigenen und privaten Flächen unterschieden werden. Die in Kreiseigentum befindlichen Grünflächen würden regelmäßig kontrolliert und fachgerecht gepflegt. Bei angrenzenden Privatgrundstücken bestehe hingegen keine Eingriffsmöglichkeit. Die Reduzierung der nächtlichen Beleuchtung sei aus energetischen Gründen erfolgt – davon ausgenommen seien allerdings sicherheitsrelevante Bereiche an Gehwegen und Zuwegungen, die selbstverständlich weiterhin beleuchtet blieben. Der Landkreis investiere weiterhin erhebliche Mittel in den Erhalt und die Weiterentwicklung der Burg Lichtenberg als kulturelles und touristisches Wahrzeichen. Die Sanierung des Museums diene dem langfristigen Substanzerhalt und einer steigenden Attraktivität der gesamten Anlage.

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