Kusel Noch kein Public Viewing geplant

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Sommer, Sonne, Sonnenschein – und durch die Fußball-Weltmeisterschaft werden laue Abende in diesem Jahr noch ein kleines bisschen besser. Doch gerade Fans von Public Viewing könnten Pech haben: Durch die Zeitverschiebung werden viele Spiele erst am späten Abend angepfiffen. Dann, wenn gemeinsames Mitfiebern unter freiem Himmel wegen Lärmschutz nicht mehr gestattet ist. Oder doch? Die RHEINPFALZ hat nachgefragt.

In der Tat hatte das Bundeskabinett in Berlin Anfang April beschlossen, dass die Regelungen zum Lärmschutz während der WM gelockert werden und Public Viewing auch zu späterer Stunde möglich sein soll. Deshalb sind Übertragungen nach 22 Uhr und in Ausnahmefällen sogar nach Mitternacht erlaubt. Nun hat auch der Bundesrat die „Sonderregelung für seltene Ereignisse“ abgesegnet und bietet somit die Möglichkeit, die Übertragung der Spiele auf Großleinwänden in Kneipen oder auf öffentlichen Plätzen zu erlauben. Trotz gelockerter Bestimmungen haben am Ende allerdings die Kommunen und Gemeinden selbst das letzte Wort darüber, ob Gastronomen oder andere Veranstalter auf Antrag eine Ausnahmegenehmigung erhalten. „Das ist immer eine Einzelfallentscheidung“, weiß Tanja Pfeifer, Mitarbeiterin der Verbandsgemeindeverwaltung Kusel. Private Veranstaltungen seien durch diese Sonderregelung allerdings nicht abgedeckt. Beim gemeinsamen Fußballgucken im heimischen Garten gelten auch während der WM die regulären Lärmschutzbedingungen. „Ob wir eine Ausnahmegenehmigung erteilen, kommt immer auf den Einzelfall an“, sagt auch Rudi Agne, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Waldmohr und fügt hinzu: „Das ist mitten in einem Wohngebiet natürlich was anderes als zum Beispiel auf dem Marktplatz.“ Generell sehe man das mit dem Public Viewing in Waldmohr allerdings nicht so eng. Ähnlich sieht das auch in der Verbandsgemeinde Schönenberg-Kübelberg aus. „Ganz nach dem Motto ,Sport verbindet’ stehen wir möglichen Anfragen grundsätzlich positiv gegenüber“, erklärt Christoph Lothschütz, Mitarbeiter der Verbandsgemeindeverwaltung, und fügt hinzu, dass es üblich sei, die Spiele in größerer Gemeinschaft zu verfolgen. Auch hier würden die Örtlichkeiten allerdings im Einzelfall geprüft und unter Umständen Einschränkungen gemacht. Dies könnte zum Beispiel der Fall sein, wenn unmittelbar in der Nähe Wohnhäuser stünden und es sich um einen Wochentag handele. Auch in der Verbandsgemeinde Lauterecken trifft man bei diesem Thema Einzelfallentscheidungen, weiß Margit Klahr-Bender, Mitarbeiterin der Verwaltung. Die Möglichkeit sei vom Gesetzgeber her gegeben – alles Weitere müsse man dann im konkreten Fall sehen. „Das ist kein Problem, es gibt ja Ausnahmen“, kommentiert Tanja Decklar, Mitarbeiterin der Verbandsgemeindeverwaltung Altenglan, das Thema. Natürlich würde man auch hier im Einzelfall entscheiden – je nach Örtlichkeit und anderen Faktoren. Die Grenzen seien in der Verbandsgemeinde Altenglan allerdings eher großzügig gesetzt. „Grundsätzlich bejahen wir solche Anträge im Sinne der Öffentlichkeit“, erklärt auch Nadja Stein von der Verbandsgemeindeverwaltung Wolfstein. Allerdings geschehe dies nur unter Beachtung verschiedener Abwägungen und mit Auflagen. So achte man darauf, ob in der Nähe beispielsweise Wohnhäuser stünden und lege auch eine Uhrzeit fest, zu der die Veranstaltung enden müsse. Dabei arbeite man Hand in Hand. Stein: „Innerhalb des Landkreises stimmen wir uns unter den Verbandsgemeinden natürlich ab.“ „Wir haben bisher keine konkreten Anfragen für Public Viewing“ erklärt Ingolf Hewer, Mitarbeiter der Verbandsgemeindeverwaltung Glan-Münchweiler. Solle das aber doch noch kommen, so sei es auch hier eine Einzelfallentscheidung. Bisher gibt es übrigens nirgendwo im Landkreis eine konkrete Anfrage, während der Weltmeisterschaft Leinwände für gemeinsames Fußballgucken aufzustellen – hängt wohl auch vom Abschneiden der deutschen Mannschaft ab. (laf)

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