Kusel Nebenbei bemerkt...:

Gerade wurde die erste Fusion von zwei Verbandsgemeinden im Landkreis Kusel vollzogen – Lauterecken-Wolfstein. Das neue Gebilde umfasst seit Anfang Juli etwa ein Drittel der Fläche des Landkreises und fast die Hälfte aller Ortschaften des Landkreises – ein Mordsdrumm, wie der Pfälzer zu so einem Monstrum sagt. Ganz im Gegensatz dazu, und seit Jahren von der Fusionspolitik völlig unbeachtet, existiert im südlichen Landkreis die drei Ortschaften starke Mini-Verbandsgemeinde Waldmohr. Doch jetzt könnte Ungemach drohen, nachdem SPD-Politiker den Zusammenschluss mit der Verbandsgemeinde Bruchmühlbach-Miesau gerade ins Spiel gebracht haben. Unter ihnen der Fraktionsvorsitzende der SPD im Mainzer Landtag, Hendrik Hering. Der ehemalige rheinland-pfälzische Wirtschafts- und Verkehrsminister hat darüber hinaus eine beachtenswerte Anmerkung fallen lassen: Eine Fusion bedeute ja nicht, dass eine der Verbandsgemeinden ihren Landkreis verlassen müsse, hat er gesagt. Aha, eine neue Verbandsgemeinde wäre das also, für die zwei Kreisverwaltungen zuständig sind. Ein wirklich interessanter Gedanke ist das. Oder vielleicht die Vorstufe für eine Auflösung des Landkreises Kusel? Es gibt immer mal wieder Dinge, die anders kommen als erwartet. Zunächst lief alles wie am Schnürchen. Mit den neu gewählten Ortsbürgermeistern wurden Termine vereinbart. Alle Neuen sollen in der Zeitung vorgestellt werden. Kein Problem. Ein Anruf, einen Termin festgezurrt für ein Gespräch. Perfekt. Nur bei einem wollte und will das partout nicht klappen. Der Mann ist wie vom Erdboden verschluckt. Was haben wir nicht alles versucht. Ein Anruf bei ihm zu Hause schlug fehl. Unter der im Telefonbuch eingetragenen Nummer ist der Mann nicht zu erreichen – der Apparat meldet „falsche Nummer“. Eine Nachfrage bei der Verwaltung, wie der neue Ortsbürgermeister denn zu erreichen sei, erbrachte allerdings auch nur den Hinweis auf die „falsche Nummer“. Blieb noch der Versuch übers dienstliche Handy. Aber auch da Fehlanzeige. Der Mann habe die Abteilung gewechselt und damit auch das Handy, sagte die Stimme am anderen Ende der Leitung. Und die neue Nummer dürfe nicht mitgeteilt werden. Also auf ein Neues: Es ergeht ein Schreiben nach alter Väter Sitte per Post an die bekannte Adresse mit der Bitte, sich zu melden. Aber auch dieser Versuch endete bislang so wie all die anderen. Vielleicht ist der Mann gerade in Urlaub, und wir müssen uns nur noch etwas gedulden. Gewiss ist, dass es ihn gibt, den neuen Ortsbürgermeister von Nerzweiler. Auch sein Name ist bekannt: Michael Hildebrandt. Möglicherweise liest er ja diese Zeilen. Dann bitten wir ihn noch einmal ganz höflich: Bitte melden Sie sich, rufen Sie uns an unter 06381 921220. Wir danken Ihnen.