Kusel Nachwuchssängern ein Forum bieten

Ingrid Hirschberger und Roland Lißmann leiten auch in den kommenden zwei Jahren die Fritz- Wunderlich-Gesellschaft. Unter ihrem Vorsitz geht die Gesellschaft daran, ab 2015 jährliche Fritz-Wunderlich-Musiktage als neues Instrument der Nachwuchsförderung von Sängern zu etablieren. Ein Classic Camp auf Burg Lichtenberg wird es nicht mehr geben.

Die Mitgliederversammlung der Fritz-Wunderlich-Gesellschaft bestätigte am Samstagnachmittag im Horst-Eckel-Haus in der Kuseler Lehnstraße die Vorstandschaft weitgehend im Amt. Ingrid Hirschberger und Roland Lißmann führen den Vorsitz auch in den kommenden beiden Jahren, Rechnungsführerin und Schriftführer bleiben Brigitte Hoffstaedter und Kurt-Helmut Wendel. Das Gremium unterstützen der ehemalige Musikantenland-Preisträger Roland Vanecek und Thomas Germain als Beisitzer. Germain übernimmt den Sitz des im Sommer verstorbenen Wolfdietrich Meder. Thomas Germain oblag es auch, das Konzept der Fritz-Wunderlich- Musiktage vorzustellen. Diese sollen im September 2015 anlässlich des 85. Geburtstags des 1966 verstorbenen Kammersängers Premiere feiern. Das Konzept sieht vor, vier ausgewählte junge Künstler zu einem Konzertabend nach Kusel zu bringen. „Gesangsstudenten fehlt es oft an Möglichkeiten, vor einem großen Publikum zu singen“, erläuterte der Leiter der Musikschule Kuseler Musikantenland. Dieses Forum wolle die Fritz-Wunderlich-Gesellschaft bieten. So könne Kusel als Fritz-Wunderlich-Stadt weiter etabliert werden und ein Pool an Künstlern geschaffen werden, die sich dem Schaffen von Fritz Wunderlich verbunden fühlen. Die Bewerbungsunterlagen sollen im Winter an deutsche und europäische Musikakademien gehen, das genaue Prozedere wird der Vorstand in seiner kommenden Sitzung besprechen. An Kosten kalkuliert die Gesellschaft pro Musiktag rund 2500 Euro zuzüglich der Ausgaben für die Werbung. „Klar ist, dass das kleine Honorar nicht den Ausschlag geben soll“, sagte Germain. „Die Künstler sollen Lust haben, bei uns zu singen und bereits einen Bezug zu Fritz Wunderlich haben. Ihr Aufenthalt in Kusel wird auch Führungen und Museumsbesuche beinhalten und so ein kleines Erlebnis sein, das in guter Erinnerung bleibt.“ Am 26. September 2015 würde Fritz Wunderlich 85 Jahre alt, und am 17. September 2016 jährt sich sein früher Unfalltod zum 50. Mal. Die Fritz-Wunderlich-Gesellschaft will aus diesem Anlass eine Sonderbriefmarke anregen. Außerdem soll versucht werden, einen aktuellen Gesangsstar zu einem Galakonzert in die Kreisstadt zu bringen. Beide Ideen stammen von Arne Brijoux, der für die Fritz-Wunderlich-Sammlung des Kuseler Stadtmuseums auch bereits Teile des Wunderlich-Werks digitalisiert hat. Nicht mehr stattfinden wird das Classic Camp auf Burg Lichtenberg, das 2013 als Teil des Landeskultursommers sowie 2014 mit Hilfe von Sponsoren junge Solisten und Chorsänger zu mehrtägigen Workshops mit Abschlusskonzert ins Musikantenland brachte (wir berichteten). Das Konzept sei mit den beiden Auflagen abgeschlossen, erläuterte Ingrid Hirschberger. 2014 kostete das Camp inclusive der Dozentenhonorare rund 26.375 Euro. Es verursachte damit den Löwenanteil der Ausgaben der Gesellschaft. Auf der Habenseite verbuchte der Verein, der sich seit 1986 der Förderung des Andenkens an den 1930 geborenen Weltklassetenor auf verschiedenen Ebenen widmet, im abgelaufenen Geschäftsjahr rund 31.850 Euro. Im gleichen Zeitraum wurden 15 neue Mitglieder gewonnen. Sie stammen aus dem Landkreis Kusel ebenso wie aus dem Bundesgebiet, Österreich und den Niederlanden, Korea und den USA. (kgi)

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