Kusel Dilly beruhigt die Gemüter: Netto kommt nach Wolfstein

Wasgau geht, Netto kommt – so sieht es derzeit in Wolfstein aus.  Foto: m. hoffmann
Wasgau geht, Netto kommt – so sieht es derzeit in Wolfstein aus.

Die schlimmsten Wolfsteiner Befürchtungen scheinen vom Tisch. Stadtbürgermeister Herwart Dilly hat auf RHEINPFALZ-Anfrage mitgeteilt, dass der Bauantrag für ein Gebäude im Gewerbegebiet Pfingstweise, das unter anderem einen Netto-Markt beheimaten soll, inzwischen bei der Kreisverwaltung eingegangen ist. In Wolfstein war zuletzt eine skurrile Situation befürchtet worden: Der Wasgau-Markt geht bekanntlich weg, weil Netto direkt daneben einzieht. Und Netto habe daraufhin abgesagt, weil Wasgau weggeht. Wolfstein hätte ohne Markt dagestanden.

„Stimmt nicht“, betonte Dilly im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Er habe noch in der abgelaufenen Woche mit dem zuständigen Mann bei der Düsseldorfer Investorenfirma „Gipam“ gesprochen, die das gesamte Gelände inklusive Wasgau nach dem Aldi-Brand gekauft hat: „Netto hat unterschrieben.“

Der Bauantrag für das Gelände, auf dem der abgebrannte Aldi-Markt gestanden hatte, sehe nun ein Gebäude mit 800 Quadratmeter Verkaufsfläche für Netto sowie weitere 800 Quadratmeter für weitere Märkte vor. Traditionell siedeln sich beispielsweise die Tiernahrungskette „Fressnapf“ und Drogeriemärkte wie „dm“ in der Nähe solcher Lebensmittelmärkte an. Dazu wollte oder konnte Dilly aber noch nichts sagen.

Die Pirmasenser Wasgau AG hatte im Mai ihren Mitarbeitern mitgeteilt, dass sie den Wolfsteiner Markt Ende Mai 2020 schließen werde. Der 2005 eingeweihte Markt erfülle nicht mehr die Ansprüche, die Wasgau an seine Märkte habe. Der Standort Wolfstein sei zudem nicht rentabel. Dass nun auch noch Netto direkt nebenan einziehen soll – der Discounter mit den meisten Markenartikeln und damit größte Konkurrenz zu Wasgau –, hatte die Entscheidung beschleunigt, den Mietvertrag fristgerecht ein Jahr vor dem Auslaufen zu kündigen.

Dilly hat zwar immer noch Hoffnung, dass Wasgau es sich anders überlegt. Doch schon im Mai hatte Wasgau für solche Hoffnungen wenig Raum gelassen. Nach RHEINPFALZ-Informationen gehört der Standort Wolfstein zu den Märkten mit dem geringsten Umsatz pro Quadratmeter Verkaufsfläche.

x