Kusel Betagte Heizungsanlagen dämmern dem Austausch entgegen
Annähernd eine halbe Million alter Heizungen sollte der Ausmusterung anheim fallen. Viele davon sind jedoch noch immer in Betrieb, obwohl sie schon hätten ausgetauscht sein müssen. „Das Ziel ist nicht annähernd erreicht“, zieht Dieter Allenbacher eine ernüchternde Bilanz. Der Obermeister der Westpfalz-Innung für Heizung, Klima und Sanitär rät dringend zur Erneuerung alter Anlagen. Das sei im Interesse der Verbraucher.
Zwei Faktoren machten es den SHK-Betrieben schwer, mit ihrer Überzeugungsarbeit genügend Anklang zu finden: Zum einen verleite der niedrige Ölpreis dazu, die alte Heizung einfach weiter brummen zu lassen. Und zum anderen: „Wenn die Heizung vorm Haus im Carport stehen würde, wäre sie längst erneuert. Im Keller sieht sie der Nachbar ja leider nicht“, formuliert es Dieter Allenbacher bewusst drastisch. Mit anderen Worten: Die Heizung eigne sich nun mal nicht als Statussymbol, friste daher im Keller ein Schattendasein. Die Motivation, eine neue anzuschaffen, sei gering, weiß der Unternehmer. Dabei erwarte man geradezu Wunderdinge von Heizungen: „Wenn am Auto was dran ist, wird anstandslos in die Werkstatt gefahren. Aber die Heizung soll 30, 40 Jahre halten, ohne dass sie mal einen Aussetzer hat“, formuliert es der Obermeister der Handwerker-Innung in der Westpfalz, zu der auch die Fachbetriebe im südlichen Kreis Kusel sowie auch einige aus dem Raum Zweibrücken zählen. Ohnehin müsse doch die alte Heizung früher oder später erneuert werden. Da lohne sich allzu langes Warten nicht, betont Allenbacher. Etwas Dampf machen wollte der Gesetzgeber mit Blick auf die Förderung umweltverträglicherer Anlagen. Im Zuge einer neuen Stufe der sogenannten Energieeinsparverordnung sollten bereits 2014 keine Öl- und Gasheizungskessel mehr in Betrieb sein, die vor dem 1. Oktober 1978 installiert worden. Seit Jahresbeginn sollten gar die vor 1985 eingebauten Anlagen bereits ausgetauscht sein. Denn die Energieeinsparverordnung stellt inzwischen noch höhere Anforderungen an Gebäude und Technik. Eine ganze Reihe von Ausnahmen aber habe bislang erlaubt, auch ältere Modelle weiterhin zu betreiben. Eine Entwicklung, die die Heizungsexperten sehr kritisch begleitet haben. Irgendwann aber hauche eben auch die zuverlässigste Heizung ihr Leben aus, wissen die Inhaber der Fachbetriebe. Und so lautet der Appell dann auch: Lieber rechtzeitig erneuern, ehe gerade im bevorstehenden Winter die alte Anlage letztmals wärmende Impulse liefere. Denn dann sei es plötzlich eilig – werde dadurch aber sicher nicht günstiger, als wenn der Austausch der neuen und sparsameren Anlage zeitig und mit Augenmaß erfolge. (cha)