Kusel Azubis loben Arbeitsbedingungen

Haben Spaß bei der Arbeit im Nachbarschaftsladen: Fachverkäuferin Marion Sutter (Mitte) mit Stefan Franz und Bernadette Huwig, M
Haben Spaß bei der Arbeit im Nachbarschaftsladen: Fachverkäuferin Marion Sutter (Mitte) mit Stefan Franz und Bernadette Huwig, Mitarbeiter aus der CJD-Abteilung »Beschütztes Arbeiten und Wohnen«.

«Wolfstein.» Es läuft gut im Nachbarschaftsladen des Christlichen Jugenddorfes (CJD), berichtet Betriebsleiter Markus Henn im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Die abwechslungsreiche Arbeit mache ihnen viel Spaß, erzählen die Auszubildenden.

„Der richtige Umgang mit Kunden“ oder „Erfolgreiche Verkaufsgespräche“ lauten die Überschriften auf zwei Postern im Büro von Markus Henn, der den CJD-Laden in Wolfstein leitet. Mit Jugendlichen, die in dem Laden beschäftigt sind, wurden die Regeln auf den Postern erarbeitet. Deren Ausbildung ist ein wichtiges Angebot des CJD, der den Laden im November 2011 eröffnet hat. Mit seinen Kolleginnen Iris Kobek, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit des CJD, und Tanja Huf, die als geringfügig Beschäftigte die Buchführung unterstützt, berichtet Henn von einer erfreulichen Entwicklung. Die Zahl der Kunden sei von durchschnittlich 150 auf 170 pro Tag gestiegen und gleichzeitig habe der Umfang bei den jeweiligen Einkäufen zugenommen. Henn führt das zum Teil darauf zurück, dass es den Aldi-Markt in Wolfstein nicht mehr gibt. Aber viele Kunden hätten auch entdeckt, dass der CJD-Laden günstige Angebote und vor allem aufmerksame Bedienungen habe. Auch das Angebot, Einkäufe telefonisch zu bestellen und ins Haus geliefert zu bekommen, werde von älteren Kunden genutzt und sehr geschätzt. Aber der Laden sei nicht nur für die Nahversorgung der Stadt Wolfstein zuständig, sondern wichtig für die Ausbildung von Jugendlichen, die im CJD leben. Dazu gibt Kobek einen Überblick: Den derzeit 44 Azubis werden 13 Berufsfelder angeboten, in denen 20 verschiedene Berufe erlernt werden können. Zu Beginn ihrer Ausbildung durchlaufen die Jugendlichen alle Werkstätten, um herauszufinden, welche ihnen am meisten zusagt. Mit zehn Azubis gehöre der Laden zu den beliebten Ausbildungsstätten. Außerdem werden Praktikanten und zwei unbegleitete jugendliche Flüchtlinge beschäftigt. Sie werden von Agathe Hoffmann ehrenamtlich betreut und lernen bei ihr die erforderliche Fachsprache. Zur Ausbildung gehört auch der Besuch der Berufsschule. Bei Schwierigkeiten gibt es im CJD Förderunterricht und Unterstützung bei den Hausaufgaben. Teil der Ausbildung ist auch ein mehrmonatiges Praktikum in einem anderen Betrieb. Dazu kooperiert das CJD zum Beispiel mit dem Globus-Markt in Kaiserslautern, mit Wasgau und der Buchhandlung Meyer in Lauterecken sowie mit der Netto-Filiale in Katzweiler. Das Ziel ist es, dass sich die Azubis in einer anderen Umgebung zurechtfinden und Erfahrungen sammeln. Manchmal sei dieses Praktikum auch ein „Sprungbrett“ für eine Anstellung nach der Ausbildung. Als besonders erfreulich bewertet Henn die Tatsache, dass bei den jüngsten Prüfungen vor der Industrie- und Handelskammer alle Azubis aus dem CJD-Laden bestanden haben. Helfer im Verkauf lernen zwei Jahre, Einzelhandelskaufleute drei Jahre. Alena, Jenny und Marius sind im ersten Ausbildungsjahr, Jens im zweiten. Übereinstimmend äußern sie sich sehr zufrieden über die Arbeit im Laden. Sie mache Spaß, weil sie abwechslungsreich sei. Bei Schwierigkeiten helfe man sich gegenseitig. Auch die Berufsschule stelle kein Problem dar, denn in der jeweiligen Klasse seien sie schnell integriert gewesen. Alena will nach zwei Jahren die Prüfung zur Helferin im Verkauf machen, die anderen werden voraussichtlich drei Jahre lernen. Jens hat noch ein anderes Ziel: Das Praktikum im Baumarkt Bahnschneider kam seinen handwerklichen Interessen entgegen, so dass er sich vorstellen kann, einmal als Dachdecker zu arbeiten. Als „Seele des Ladens“ von den Kunden geschätzt sei Bernadette, Mitarbeiterin im Bereich „Beschütztes Arbeiten und Wohnen“. Sehr positiv sieht sie ihre Tätigkeit und möchte gerne im Laden bleiben. Sie sei überall einsetzbar und immer bereit, Vertretungen zu übernehmen, lobt Markus Henn.

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