Otterbach RHEINPFALZ Plus Artikel Zusätzliche Schnelltestzentren kommen gut an

Ohne Abstrich kein Zutritt: RHEINPFALZ-Mitarbeiterin Monika Klein musste sich, um berichten zu können, ebenfalls einem Test unte
Ohne Abstrich kein Zutritt: RHEINPFALZ-Mitarbeiterin Monika Klein musste sich, um berichten zu können, ebenfalls einem Test unterziehen.

Abstrich nehmen lassen, einkaufen, Testergebnis abholen – das ist der Gedanke hinter den fünf zusätzlichen Schnelltestzentren in der Verbandsgemeinde Otterbach-Otterberg. Am frühen Donnerstagabend ging es auf dem Aldi-Parkplatz in Otterbach los.

Puh! Geschafft! Der erste Andrang ist vorbei. Zeit für eine Pause. Manfred Zapp hat die Kapuze seines Overalls abgezogen und nimmt einen kräftigen Schluck aus der Cola-Flasche. „Das tut gut.“ Neben ihm Ralph Scheuermann. Er hat noch die Kapuze auf dem Kopf, trinkt aber ebenfalls. Die beiden Männer nutzen die Gelegenheit, um aus der Enge der Testkabine nach draußen zu treten und zumindest ihr Gesicht für einen Moment zu entmummen. Das Duo gehört dem ehrenamtlichen Helferteam an, das für die VG an fünf Standorten und an unterschiedlichen Tagen kostenlos und ohne Termin Corona-Schnelltests durchführt.

Die Zelte stechen ins Auge

Die vier Pagodenzelte neben der Zufahrt zum Parkplatz stechen ins Auge – und das nicht nur, weil sich eine Menschenschlange davor gebildet hat. Leute, die in ihrem Auto zum Einkaufen fahren, verdrehen ihre Hälse, um zu sehen, was dort geschieht. Dabei täten sie gut daran, Ausschau nach einem freien Parkplatz zu halten, denn nur ganz vereinzelt sind noch welche frei.

Ganz anders diejenigen, die schon vor dem Beginn um 17 Uhr anstehen. Die Testwilligen, Männer und Frauen jeden Alters und Kinder, blicken einer Hinweistafel mit der Aufschrift „Anmeldung mit Personalausweis“ entgegen. Rot-weiße Markierungen am Boden sorgen für den gebotenen Abstand. Die Dame hinter dem Tisch erläutert mit freundlicher Stimme ein ums andere Mal, dass eine Einverständniserklärung für das Abstrichnehmen erforderlich ist, eine Datenschutzerklärung unterzeichnet werden muss und drückt ihrem Gegenüber ein Blatt mit fortlaufender Nummer in die Hand. Derweil hat ihr Kollege, der im VG-Bürgerbus an der geöffneten Rückwand des Zeltes sitzt, die persönlichen Daten in seinem Laptop erfasst. Ordnung muss eben sein – und Formalien auch. Schließlich sind wir in Deutschland.

Getestet von eingespieltem Team

Ohne, dass ich mich nicht selbst einem Test unterzogen habe, lassen mich Zapp und Scheuermann nicht hinter den Vorhang in ihre Kabine. Von Kopf bis Fuß eingehüllt, ist zwischen Schutzbrille und Maske von ihrem Gesicht nichts zu sehen. Die Bünde der Overallärmel werden von silbrig glänzendem Klebeband an den Einmalhandschuhen festgehalten. „Der Nächste bitte“ und „Kopf in den Nacken legen“ heißt es immer wieder, dann „In 15 Minuten können Sie das Ergebnis abholen“. Es folgt nur noch ein „Dankeschön“ der Probanden. Zapp führt das Stäbchen in das eine Nasenloch ein, dann in das andere, reicht es weiter. Handschuhe wechseln. „Beim Üben war ich etwas nervös“, gesteht er ein, „aber jetzt hat sich relativ schnell Routine eingestellt.“

Scheuermann tunkt das Teststäbchen in ein Röhrchen mit Pufferlösung. Sechsmal drehen, eine Minute warten, das Stäbchen rausziehen, vier Tropfen der Lösung auf die Vertiefung der Testkassette geben und dabei die Uhr im Blick haben. Ein eingespieltes Team, das sich zuarbeitet.

Nach 50 Tests noch keine Infektion entdeckt

„Wie sieht es bei euch aus?“ Jürgen Metzger schiebt den Vorhang zur Seite. Als Einsatzleiter und Mitglied des Organisationsteams nimmt er die Zettel mit den Ergebnissen aus den drei Testkabinen mit und bringt sie zur Abholstation. Er wäre auch der Mann, der sich den Personen mit einem positiven Ergebnis und damit einer möglichen Corona-Infektion annimmt. Das war nach rund einer Stunde und circa 50 Testungen glücklicherweise nicht der Fall.

Wenn doch, hätte er diejenigen etwas abseits beiseite genommen und sie darauf hingewiesen, dass sie sich und ihre unmittelbaren Kontaktpersonen sofort in häusliche Quarantäne begeben müssen und das Gesundheitsamt, dem ein solcher Befund gemeldet werden muss, wegen eines Termins in einem Schnelltestzentrum auf sie zukommen wird. Das Desinfizieren der Kabine und das Entsorgen der kompletten Schutzkleidung wären erfolgt.

Nach großem Andrang kehrt etwas Ruhe ein

Nach einer Dreiviertelstunde wird nicht mehr angestanden. Hatte Scheuermann zuvor bis zu neun durchnummerierte Zettel und die dazugehörigen Testkassetten vor sich auf dem Tisch liegen, sind es jetzt gerade mal noch zwei. „Man kann so gegen die Ohnmacht ankämpfen und selbst aktiv werden. Das war mir sehr wichtig“, erklärt der Diplom-Biologe, wieso er sich auf den Aufruf von Verbandsbürgermeister Harald Westrich (SPD) als Freiwilliger gemeldet hat.

Wie er engagiert sich auch Zapp, ein Maschinenbauingenieur, in der Kommunalpolitik. „Ich finde es gut, dass es diese Schnelltests gibt. Ich hatte selbst auch schon Angst vor einer Corona-Infektion“, nennt er den Grund dafür, dass er seine Freizeit in Schutzkleidung verbringt. „Heute ist es ja angenehm. Aber bei der Schulung war es heiß und die Anzüge sind wasser- und luftdicht. Da steht man im eigenen Saft.“

Westrich schaut an den Kabinen und Stationen vorbei. Er will wissen, wo es klemmt und was verbessert werden könnte. Von ihm stammt die Idee für dieses zusätzliche Angebot, das vorsieht, dass die Testpersonen nach dem Abstrich ihren Einkauf erledigen, dann ihr Ergebnis abholen und damit die 15 Minuten Wartezeit sinnvoll nutzen können. Er scheint zufrieden zu sein. „Es läuft besser als gedacht.“

Klar strukturierte Abläufe: Nach der Anmeldung im Zelt mit dem VG-Logo geht es in die drei Testkabinen, bevor ganz links das Erg
Klar strukturierte Abläufe: Nach der Anmeldung im Zelt mit dem VG-Logo geht es in die drei Testkabinen, bevor ganz links das Ergebnis abgeholt werden kann.
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