Erzenhausen RHEINPFALZ Plus Artikel Windräder in Erzenhausen: Wo die Anlagen stehen könnten

Zwei Windräder möchte die SWK in Erzenhausen errichten.
Zwei Windräder möchte die SWK in Erzenhausen errichten.

Die Stadtwerke Kaiserslautern würden gerne zwei Windräder in Erzenhausen errichten. Welche Vorteile die Gemeinde davon hätte und was der aktuelle Stand der Planung ist.

„Es ist erst mal nur eine Idee“, betont Thomas Nowack auf der Sitzung des Ortsgemeinderats in Erzenhausen gleich mehrmals. Er und seine Kollegin von den Stadtwerken Kaiserslautern (SWK) stellen an diesem Abend die Pläne des Energieversorgers vor, in Erzenhausen zwei Windräder – beziehungsweise korrekt ausgedrückt zwei Windkraftanlagen – zu errichten und zu betreiben. Geschehen soll das auf Grundstücken, die sich in Privatbesitz befinden, die Flächen, die der Gemeinde gehören, kommen dafür nicht in Frage, erklärt Nowack. Das aktuell anvisierte Gebiet befindet sich im Norden des Ortes und betrifft größtenteils die Felder, die am Weg zwischen Eulenbis und Rothselberg liegen.

Bei der Auswahl des Standorts müsse mit eingeplant werden, dass genug Abstand zu anderen Anlagen eingehalten werde, auch zu solchen, die erst in Planung und noch nicht gebaut sind. Außerdem brauche es für den Bau bestimmte Voraussetzungen, zum Beispiel die Möglichkeit, einen Lastkran aufzustellen. Die jetzt ausgewählte Fläche sei unter diesen Gesichtspunkten die geeignetste.

An dieser Stelle finden Sie Kartenmaterial von Google Maps.

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Beteiligung der Gemeinden am Gewinn

Den Plänen der SWK stehe man in Erzenhausen erst mal recht neutral gegenüber, schätzt Ortsbürgermeister Andreas Jahnke (FWG) die Stimmung ein. Betrachtet werden müsse zunächst der finanzielle Aspekt. Neben den Pachtzahlungen für die Windparkfläche bietet die SWK an, die umliegenden Ortsgemeinden am Gewinn der Anlagen zu beteiligen. Die Möglichkeit dazu ist im Erneuerbare-Energien-Gesetz geregelt und eine freiwillige Leistung der Betreiber. Ortsgemeinden in einem Radius von 2,5 Kilometern um das Windrad können dabei bis zu 0,2 Cent pro eingespeister Kilowattstunde erhalten. Im Fall der Ortsgemeinde Erzenhausen seien das 30.000 Euro pro Windrad, also insgesamt 60.000 Euro im Jahr, die abhängig von der Größe der im Radius liegenden Fläche auf die betroffenen Gemeinden verteilt würden.

Außerdem könnten sich die Gemeinde, die Verbandsgemeinde und auch die Bürger selbst in Form einer Energie-Genossenschaft an den Anlagen beteiligen. „Wir wollen die Windkraftanlagen betreiben. Wir müssen aber nicht die Mehrheit besitzen, wir gehen gerne in die Minderheit“, sagt Nowack.

Zehn bis zwölf Millionen Euro pro Windrad

Der SWK-Mitarbeiter räumt auch ein, dass zwischen der Idee und der tatsächlichen Umsetzung noch viel passieren kann. Viele Projekte würden letztlich doch nicht umgesetzt. Und tatsächlich zeigt ein Blick auf den anvisierten Zeitplan, dass es bis zum fertigen Windrad noch ein langer Weg ist. Aktuell sei man in Gesprächen mit den Flächeneigentümern. Ende 2026 werde man die Netzabfrage machen, also prüfen, ob der erzeugte Strom problemlos ins Netz eingespeist werden kann. Weitere Genehmigungsschritte sind für 2028 geplant. 2031 erst sollen die Anlagen vom Hersteller Enercon bestellt werden.

Die zehn bis zwölf Millionen Euro teuren Windräder sind 262,65 Meter hoch, zusammen erzeugen die beiden geplanten Anlagen eine Gesamtleistung von 14 Megawatt und damit einen Ertrag von 32.725 Megawattstunden im Jahr. Zum Vergleich: Ein durchschnittlicher Zwei-Personen-Haushalt verbraucht laut ADAC je nach Wohnsituation 1900 bis 2700 Kilowattstunden, also 1,9 bis 2,7 Megawattstunden im Jahr. Anfang 2031 könne dann gebaut werden und 2033 die Anlage in Betrieb genommen werden – wenn bis dahin nichts dazwischen kommt. Die Windrad-Pläne werden jetzt erstmal von der Verbandsgemeinde und dem Gemeinderat geprüft. Mit Prognosen über die Wahrscheinlichkeit von Windrädern in Erzenhausen ist auch Jahnke erst mal vorsichtig. „Es kann wirklich noch einiges passieren“, gibt er zu bedenken.

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