Kreis Kaiserslautern Wichtiger Teil der Dorfgemeinschaft

Weiße Bistrotische, Blumenschmuck und kalte Platten. Dazu Kaffeehausmusik mit dem Trio Hortus-Musicus – festlich ließ es der Sängerbund 1864 Weilerbach am Freitagabend im Bürgerhaus angehen. Ganze Arbeit hatten Vorsitzender Klaus Halter und seine Mannschaft zum 150. Jubiläum geleistet. Die Geschichte ließ Moderator Peter Kannengießer lebendig werden.

Wie so vielen Vereinen fehlen auch dem Sängerbund die Unterlagen über die Anfänge. Einer alten Satzung zufolge setzten die Sänger 1864 als Gründungsjahr fest. 1875 folgte die Weihe der Vereinsfahne. Neben traditionellen Jahresveranstaltungen nahmen die Sänger schon damals an Chorfeiern des Pfälzischen und Deutschen Sängerbundes teil. Innerhalb der Dorfgemeinschaft war der Einsatz des Vereins von jeher eine Selbstverständlichkeit. Auch heimatkundliche Vorträge und Theaterabende standen auf dem Programm. Bis zu seinem Tod 1951 war Heimatdichter Paul Münch Ehrenmitglied. Zum 100. Geburtstag erfuhr der Sängerbund eine hohe Auszeichnung: Die Zelterplakette, eine Auszeichnung des Bundespräsidenten für langjährige Chorverdienste, wurde ihm 1964 verliehen. 1972 fand die Schlüsselübergabe des Vereinsheims statt: Rund 4000 Arbeitsstunden hatten die Mitglieder in ihr Domizil investiert. Ein wichtiges Jahr war auch 1999: Damals wurde der Frauenchor gegründet. Zum Jubiläum präsentierten sich die Damen mit Chorleiterin Carina Würth in schmucker neuer Kleidung. „Bei unserem ersten Auftritt vor 15 Jahren waren wir aufgeregt“, berichtete eine der Frauen, die damals dabei war: „Wir mussten ja auch gegen die Skepsis der Männer bestehen.“ Diesen Test haben die ursprünglich sieben Frauen des Chors bestanden: Heute sind 23 Sängerinnen aktiv. „Gesangvereine sind Teil unseres gesellschaftlichen Rückgrats“, würdigte Ortsbürgermeister Horst Bonhagen den Sängerbund in seiner Festrede. Die Glückwünsche des Landkreises überbrachte Landrat Paul Junker. Mit über 10.000 Aktiven erfreue sich das Chorsingen neuer Beliebtheit, sagte er. „Mit Musik geht alles besser“, stellte Bürgermeisterin Anja Pfeiffer fest. Mit einem Kanon, den sie vom Publikum anstimmen ließ, überraschte Pfarrerin Clara Glade den Jubilar. Genauso spontan sei früher zu Hause gesungen worden. Die Ehrung verdienter Sänger nahm der Präsident des pfälzischen Chorverbandes Hartmut Doppler vor. Mit der Kreisvorsitzenden Irene Poller zeichnete er Walter Lang und Alfons Westrich für 50 Jahre aktives Singen aus. 70 Jahre leiht Friedrich Schuff dem Sängerbund seine Stimme. „Nur durch Wandel ist Zukunft möglich. An die Zukunft muss man glauben“, ermunterte Doppler den Verein zum Weitermachen. Für 40-jährige Mitgliedschaft ehrte der Verein Emil Clemens. Von 1965 bis 1974 und noch einmal von 1984 bis 1994 dirigierte er den Sängerbund. 50 und 60 Jahre hielten Werner Maurer und August Barz dem Verein die Treue. Musik durfte beim Jubiläumsfest freilich auch nicht fehlen: Moderne Stücke präsentierte der Patenchor des Gesangvereins Erzenhausen unter Carina Würth. Sie führt auch den gemischten Chor des Sängerbunds, der Melodien aus dem Film „Titanic“ sang. Klangfülle und Bindung zeichneten den stattlichen Gemeinschaftschor aus Erzenhausen und Weilerbach aus. Im Musikgarten wandelte man ein weiteres Mal mit dem Trio Hortus-Musicus. Horst Molter (Klavier), Lana Mischuris (Geige) und Georg Bingert (Kontrabass) gefielen mit feinem Streicherklang, blitzender Klavierbegleitung und präzisem Zusammenspiel. Unterhaltung pur bot der Liederabend am Samstag, den die Gesangvereine Weilerbach, Hohenecken, Einsiedlerhof, Peppenkum, Fockenberg-Limbach, Mackenbach und Rodenbach gestalteten. (jst)

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