Kreis Kaiserslautern Wasserspiele im Walzertakt

Zunächst kam Regen von oben, doch die Übergabe des neuen Dorfplatzes in Weilerbach samt Präsentation der Wasserspiele fiel nicht ins Wasser: Mit Einbruch der Dunkelheit erlebten am Samstagabend zahlreiche Besucher die sprudelnde Premiere.

„Wir sind gespannt und wollten uns das ansehen“, erzählt Karl Ruhl. „Es ist zwar schade, dass es regnet, aber Gott sei Dank kann man am Wetter nichts machen.“ Mit seiner Begleitung Rita Scherf aus Bad Dürkheim ist er seit dem frühen Abend auf dem Dorfplatz. Getroffen hat er hier ein befreundetes Paar, Hildegunde und Dietmar Hastrich, das schon seit der Eröffnung des Weindorfes um 17 Uhr vor Ort ist. „Zuerst haben wir im Zelt gesessen. Da sind wir trocken geblieben“, erzählen die beiden lachend. Trotz Regenschirm und Wetterjacken ist die gute Laune der Anwesenden nicht zuhause geblieben. Das ein oder andere Paar wagt gar ein Tänzchen. Stände, Zelt und das Bistro „Stellwerk“ bieten Unterstellmöglichkeiten und trockenen Aufenthalt. Bei der Ausgabe von Rot- und Weißweinen, Sekt, Cocktails und Mischgetränken haben die Mitarbeiter hinter dem Tresen alle Hände voll zu tun. Auch die Speisen kommen gut an: frisch zubereitete Dampfnudeln mit Vanille- oder Weinsoße, Flammkuchen und über offenem Holzfeuer gegrillter Lachs. Mit zunehmender Dunkelheit steigt die Spannung und – siehe da – der Regen hört auf. Mit etwas Verspätung greift Ortsbürgermeister Horst Bonhagen (SPD) zum Mikrofon. Das Areal sei ein „Meilenstein der innerörtlichen Entwicklung“, bei dem viel Neues geschaffen worden sei. In einem kurzen Abriss skizziert er den Verlauf des Projektes von der Idee bis zur Gegenwart. „Der Dorfplatz soll ein lebendiger Treff für Jung und Alt werden. “ Zu Wort kommt auch Professor Karl Ziegler vom Fachbereich Raum- und Umweltplanung der Technischen Universität Kaiserslautern. Er wird von Bonhagen als „geistiger Vater“ des Dorfplatzes vorgestellt. Vor 100 Jahren habe die Geschichte mit der Einweihung der Bachbahn, der Zugverbindung von Otterbach nach Reichenbach, begonnen. Schon 2006 sei der damalige Ortsbürgermeister an seinen Vorgänger herangetreten, um eine Idee zur Gestaltung des Areals zu entwickeln. Für den Platz, wie er sich nun präsentiere, sei wegen der verschiedenen Grundstückseigentümer einiges an Koordination nötig gewesen, doch: „Es ist ein schönes und gutes Projekt für die Weilerbacher und die Gemeinde geworden. Gratulation zu diesem tollen Platz!“ Seit dem ersten Spatenstich im September 2012 seien sage und schreibe 3300 Kubikmeter Erdmassen bewegt sowie 1500 Meter Elektrokabel und 700 Meter Leerrohre eingebaut worden, informiert Ingenieur René Broschart vom Planungsbüro WSW & Partner aus Kaiserslautern. Neben Bordsteinen, Blockstufen und Pflaster wurden ab Mai 2013 6000 Steinplatten verlegt, von denen jede 200 Kilogramm wiegt. In den rund 15 Monaten Bauzeit wurde noch eine Springbrunnenanlage mit zehn Düsen einschließlich Technikschacht und Wasserzisterne eingebaut. Längst sind die rot markierten Flächen, aus denen die Wasserfontänen in die Höhe schießen sollen, von Neugierigen umringt. Bonhagen macht es spannende und täuscht mit der Fernbedienung in der Hand einen scheinbaren Defekt vor. Tatsächlich hat er einen Mitarbeiter beauftragt, den Schalter im Kasten umzulegen. Dann schießt das Wasser als Auftakt aus zweimal fünf Düsen mannshoch hinaus. Applaus. Mal einzeln, zu zweit oder im Quintett heben und senken sich die Fontänen – angestrahlt mit bunten Scheinwerfern und untermalt mit Walzertakt. Der Nachwuchs rennt über die Flächen, die Erwachsenen zücken Kameras. Ab sofort werden die Wasserspiele von 10 bis 23 Uhr durchgehend und unterschiedlich geschaltet in Betrieb sein. (lmo)

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