Landstuhl
Was 2022 an Projekten geplant ist
Alten Landstuhlern ist das Lidl-Gelände noch als Grosso bekannt. Doch die beiden Märkte gibt es schon lange nicht mehr – und damit in der Innenstadt auch keine Einkaufsmöglichkeit, die zu Fuß bequem erreichbar ist. Ob Penny, Aldi, Edeka, Kaufland oder Lidl: Alle Märkte befinden sich inzwischen an der Bahnstraße oder der städtischen Peripherie. „Um so erfreulicher, dass wir nun einen modernen Lebensmittelladen in der Lindenstraße und damit im Zentrum selbst bekommen“, freut sich Stadtbürgermeister Ralf Hersina (SPD) über die Neuansiedlung.
Seniorenwohnpark kommt
Auch genau gegenüber steht eine Veränderung an: „Das Post-Gelände wird frei“, berichtet er. Die Post baue ein neues Verteilzentrum in der Raiffeisenstraße. Auf ihrem Areal in der Lindenstraße sei eine Anlage für seniorengerechtes Wohnen geplant, so Hersina.
Ein Seniorenwohnpark entsteht auch am östlichen Stadteingang in unmittelbarer Nähe des Medizinischen Versorgungszentrums: Investor und Bauherr ist die Firma Imfeld, die das mehrgeschossige Gebäude auf ihrem dortigen Gelände errichten und dann an den DRK-Kreisverband Kaiserslautern-Land als Träger verpachten will. Vorgesehen sind eine Sozialstation, eine Tagespflege für Senioren, zwei betreute Wohngruppen und rund 20 Appartements für Senioren-Service-Wohnungen. „Der Bebauungsplan wurde jetzt im Amtsblatt veröffentlicht, so dass es mit dem Bau bald losgehen könnte“, sagt Hersina.
Im Neubaugebiet geht es voran
Auch im Neubaugebiet Rothenborn gehen die Arbeiten voran: Seit Oktober wird gebaggert. Insgesamt entstehen 62 Grundstücke für 51 Ein- und acht Doppel- sowie zwei Mehrfamilienhäuser. „Wir hoffen, dass wir die Erschließung bis Herbst beenden können“, so der Bürgermeister. „Wenn alles gut läuft, können die Häuslebauer im Herbst bereits loslegen.“ Für die 21 Grundstücke in städtischem Besitz gebe es genügend Interessenten. Die Stadt ermittele über einen Fragenkatalog, die sogenannte Matrix, wer den Zuschlag erhalten soll. Der Rat hatte im Vorfeld beschlossen, dass im städtischen Teil des Neubaugebiets vor allem junge Familien zum Zuge kommen sollen.
Das Thema Stadtumbau bleibt auch 2022 ein beherrschendes Thema: Im Februar will die Stadt die Pläne für die Umgestaltung des Adolph-Kolping- sowie des gegenüberliegenden Martin-Butzer-Platzes der Öffentlichkeit präsentieren und die Bürger an dem Vorhaben, das ein Gesamtkostenvolumen von rund 1,5 Millionen Euro hat, beteiligen. Die beiden Plätze mit der historischen Zehntenscheune sollen zu einem attraktiven Ensemble werden, das im Zentrum von Landstuhl zum Verweilen einlädt und mehr ist als nur ein Parkplatz. Dafür wird der breite Treppenaufgang am Butzerplatz verschmälert und Stufen mit Sitzmöglichkeiten sollen geschaffen werden. „Im Raum stehen zwei Gestaltungsalternativen, die bei der Bürgerversammlung vorgestellt werden.“ Entstehen könne so eine Art Tribüne, die für Veranstaltungen genutzt werden könnte. „Die Highlander haben es ja am Weihnachtsmarkt vorgemacht“, erinnert Hersina an die Veranstaltung im Dezember, die den Platz vor der Zehntenscheune mit Leben füllte. Die Bushaltestelle an der Hauptstraße werde vergrößert und barrierefrei umgebaut. Ein Zebrastreifen über die Hauptstraße soll Fußgängern das Überqueren der Fahrbahn erleichtern. Die derzeit teils sehr engen Parkplätze auf dem Kolpingplatz werden neu zugeschnitten. Um zeitgemäßen Parkraum für moderne Autos zu schaffen, müsse ein Teil der Bäume gefällt werden, kündigt Hersina an. Diese seien auch teilweise nicht mehr gesund. Er betont: „Die meisten Bäume auf dem Kolpingplatz bleiben aber erhalten.“
In der Kaiserstraße bleibt es spannend
Wie es in der Kaiserstraße weitergeht, ist noch offen: Am kommenden Dienstag gibt es eine Bestandsaufnahme im Verkehrsausschuss. Im Februar findet die Verkehrszählung statt, die Aufschluss über die Verteilung der Verkehrsströme geben soll. Ob die Testphase dann nach drei Monaten beendet wird oder die Einbahnregelung auch nach dem 1. März vorerst weiter bestehen bleibt, bis alles ausgewertet und ein endgültiger Beschluss gefasst ist, kann Hersina derzeit noch nicht sagen. Klar sei nur, dass der Bau eines Kreisels am Pallmannseck und eventuell auch an der Einmündung Hauptstraße nicht vor 2023 angegangen werde. Denn zunächst müssten geplante Arbeiten am Leitungsnetz in der Saarbrücker- und Bahnstraße erledigt sein, bevor man an der Kaiserstraße eine Baustelle eröffnen könne.
Was die Grundsatzfrage der Verkehrsreform in der Innenstadt angeht, sagt Hersina: „Landstuhl ist da gespalten wie nie: Die einen plädieren vehement für den Beibehalt der Einbahnstraße, die anderen sind ebenso vehement dagegen.“ Der Bürgermeister ist überzeugt: „Das wird noch eine interessante Diskussion.“