Kreis Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Trübe Wetteraussichten im November

Trübe Aussichten: Im November bleibt es voraussichtlich trist. Für ein paar Farbtupfer sorgen momentan aber noch die bunten Blät
Trübe Aussichten: Im November bleibt es voraussichtlich trist. Für ein paar Farbtupfer sorgen momentan aber noch die bunten Blätter von Zaubernuss und Berberitze.

Das Wetter in der Region: Im Oktober erlebte das spätsommerliche Wetter eine deftige Bruchlandung. Regenfälle und Schauer nahmen im zweiten Abschnitt deutlich zu. Im November bleibt die Sonne ein seltener Gast. Regenwolken, Dunst und Nebel sorgen für Tristesse.

Bis fast zur Monatsmitte verlief der Oktober in der Regel freundlich, trocken und oft ungewöhnlich warm. Die Temperaturen kletterten nachmittags häufig auf 20 bis 25 Grad, vereinzelt auch darüber. In der Stadt Kaiserslautern wurden beispielsweise am 2. November rekordverdächtige 28 Grad gemessen. Um die Monatsmitte purzelten die Temperaturen hinter einer Kaltfront mit einigen Regenfällen deutlich nach unten. Polare Luft vertrieb die spätsommerliche Wärme. In den Nächten gab es den ersten Frost.

Das Mittel der Lufttemperatur lag im Oktober in der Westpfalz mit 12,6 Grad um 2,4 Grad über dem langjährigen Durchschnittswert der vergangenen 25 Jahre, aber doch schon um 2,8 Grad über dem 30-jährigen Referenzzeitraum von 1961 bis 1990. An bemerkenswerten zehn Tagen kletterte das Quecksilber auf 20 Grad oder mehr, am höchsten stieg es am 2. Oktober, an dem spätsommerliche 26,8 Grad Celsius an der Lambsborner Wetterstation verzeichnet werden konnten. Das Tagesmittel von mindestens 5,0 Grad wurde nie unterschritten, sodass alle Tage als „Vegetationstage“ zählen. An einem Tag gab es Frost, an vier Tagen Bodenfrost.

Regenreichster Oktober nach 1998

Die Niederschlagsmenge lag in Lambsborn bei beachtlichen 148,2 Litern pro Quadratmeter. Das entspricht 201,9 Prozent des langjährigen Monatsmittels. Damit war dies der regenreichste Oktober nach 1998. In Martinshöhe fielen im vergangenen Monat 142,8 Liter pro Quadratmeter, in Morlautern 117,4 Liter und in Landstuhl 146 Liter. Der Niederschlag konzentrierte sich auf 15 Tage. Der meiste Niederschlag fiel in Lambsborn mit 29,8 Litern pro Quadratmeter am 29. des Monats.

Zu insgesamt 68,2 Prozent war der Himmel während dieses Monats von Wolken überzogen, was im normalen Bereich liegt. Die Sonnenscheindauer erreichte 121 Stunden. Das entspricht 111,1 Prozent des langjährigen Mittels. Durchschnittlich schien sie an jedem Tag etwa drei Stunden und 54 Minuten.

So wird der November

Umfangreiche und kräftige Tiefdruckgebiete mit einem Kernluftdruck von zum Teil unter 955 Hektopascal, die vom Atlantik über die Britischen Inseln Richtung Kontinent steuern, führen anfangs die Regie beim Wetter. Daher ziehen in der nächsten Zeit immer wieder Schlechtwettergebiete oder Schauerstaffeln mit reichlich Regen über die Pfalz hinweg. Bäche können des Öfteren deutlich anschwellen und stellenweise über die Ufer treten. In der neuen Woche bläst dabei auch zeitweise weiter ein starker bis stürmischer Süd- bis Südwestwind.

Die Tagestemperaturen pendeln zwischen typisch herbstlichen acht und 13 Grad. Wegen der lebhaften Strömung und der meist schützenden Wolkendecke fallen die Nächte aber eher mild aus.

Ab Monatsmitte strömt Polarluft ein

Zwischen dem 10. und 14. November könnte hinter der ostwärts abziehenden Tiefdruckkette vorübergehend der Weg frei werden für kältere Polarluft. Möglicherweise mischen sich dann bei örtlichen Schauern einige Schneeflocken oder Graupelkörner unter die Tropfen. Sollte der Himmel während der anschließend folgenden kurzen Beruhigungsphase nachts für längere Zeit aufklaren, rutscht das Quecksilber in den leichten Frostbereich zwischen minus drei und null Grad. Dabei besteht Gefahr durch überfrierende Nässe oder Reif. Sonst wechseln sich über den Mittelabschnitt gelegentliche Hochdruckkeile mit einigen atlantischen Störungspassagen ab.

Der Wettercharakter gestaltet sich wechselhaft. Nachts und morgens kann sich in ruhigeren Phasen Nebel bilden. Tagsüber lässt sich zwischen dichteren Wolken auch mal für einige Zeit die Sonne blicken. Zwischendurch fällt Regen, Sprühregen oder es treten kleinere Schauer auf. Die Tagestemperaturen schwanken meist zwischen sieben und zwölf Grad. Der Südwest- bis Westwind frischt gelegentlich auf.

Nur in höheren Lagen freundlich

Im Laufe der zweiten Monatshälfte könnte sich vielleicht ein stabileres Hochdruckgebiet aufbauen. Infolgedessen stellt sich ruhiges Novemberwetter ein. Im Zentrum des Hochs entsteht eine windschwache Inversionswetterlage. Meist hält sich zäher Nebel, Hochnebel oder eine tiefhängende Wolkendecke, die nur selten der Sonne die Gelegenheit bietet, sich in Szene zu setzen. Anders sieht es hingegen auf den höchsten Lagen der Mittelgebirge aus. Dort könnte es deutlich freundlicher werden.

Im Dauergrau bleibt es feucht-kühl. Zwischen Tag und Nacht gibt es keine großen Temperaturunterschiede. Oft bewegen sich die Werte zwischen zwei und acht Grad. Lediglich bei längerem nächtlichem Sternenhimmel droht leichter Frost.

Gegen Monatsende scheint wieder mehr Bewegung in die Wetterküche zu kommen, wenn das Hoch schwächelt und vom Atlantik neue Schlechtwettergebiete Richtung Mitteleuropa steuern. Gleichzeitig wird mit auffrischendem Südwestwind auch wieder mildere Ozeanluft in unsere Region transportiert. Nach einem richtigen Wintereinbruch sieht es aber in diesem Monat nach momentanem Stand noch nicht aus.

Letztendlich wird der November gegenüber dem Durchschnittswert der vergangenen 30 Jahre etwa zwischen ein und drei Grad zu warm ausfallen. Die Niederschlagsmenge sollte in der Regel den Monatssollwert erreichen oder leicht überschreiten. Die Sonnenscheindauer wird den langjährigen Mittelwert wahrscheinlich etwas unterbieten.

RHEINPFALZ-Meteorologe Michael Agne betreibt eine Wetterstation in Lambsborn.
RHEINPFALZ-Meteorologe Michael Agne betreibt eine Wetterstation in Lambsborn.
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