Olsbrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Straßenausbau: Am Waldhof wird nach langer Planungsphase saniert

Der Ortsbürgermeister freut sich: Benjamin da Silva Moreira zeigt, wo’s mit der Sanierung in der Straße Am Waldhof losgeht.
Der Ortsbürgermeister freut sich: Benjamin da Silva Moreira zeigt, wo’s mit der Sanierung in der Straße Am Waldhof losgeht.

Schon vor über zehn Jahren sollte die Straße Am Waldhof in Olsbrücken saniert werden. Jetzt gehen die Arbeiten tatsächlich bald los. Das soll gemacht werden.

Die Straße Am Waldhof in Olsbrücken gleicht ein wenig einer Berg- und Talbahn. Kanaldeckel ragen deutlich über den Asphalt hinaus, an anderen Stellen haben sich starke Mulden und Schlaglöcher im Belag gebildet, auch Risse durchziehen die Fahrbahn. Insgesamt ist die schmale Straße einschließlich des Bürgersteigs in einem schlechten Zustand.

Das zeichnete sich auch vor zehn Jahren schon ab. Ortsbürgermeister Benjamin da Silva Moreira (FWG), selbst erst seit 2024 im Amt, hat Unterlagen von 2014 gefunden, in denen bereits eine Sanierung vorgeschlagen worden war. Warum es dann so lange gedauert hat, bis die Pläne nun tatsächlich umgesetzt werden, weiß er auch nicht. „Da müssen Sie meine Vorgänger fragen“, sagt da Silva Moreira und lacht.

Strom: Von den Dächern in den Boden

Für ihn ist wichtig, dass die Bauarbeiten ab Mitte April jetzt wirklich starten. Vorgesehen sei ein kompletter Ausbau. Es werde also nicht nur die Oberfläche der Straße und des Gehwegs sowie die Beleuchtung erneuert, sondern auch der Unterbau mit den Ver- und Entsorgungsleitungen, sagt der Ortschef. Die Stützmauer am Beginn des Einbahnstraßenbereichs sei glücklicherweise noch stabil, aber das Geländer darauf mit seinen parallel zum Untergrund verlaufenden Streben entspreche nicht mehr den Vorschriften. Kinder könnten dort hindurchfallen. Das werde daher durch ein Füllstabgeländer ersetzt. Während die Abwasserkanäle zum Teil im Inlinerverfahren modernisiert werden könnten, würden die Frischwasserleitungen vollständig neu verlegt.

Berg- und Talbahn: Risse, Löcher, Senken und hochstehende Kanaldeckel erschweren die Durchfahrt durch die Straße Am Waldhof scho
Berg- und Talbahn: Risse, Löcher, Senken und hochstehende Kanaldeckel erschweren die Durchfahrt durch die Straße Am Waldhof schon seit vielen Jahren.

Außerdem kämen die Stromkabel in den Boden. Derzeit verlaufen sie noch oberirdisch über Dachständer auf den Häusern. Die Pfalzwerke nutzten jedoch die Gelegenheit, um das zu ändern. Dieser Punkt beschäftigt die Anwohner sehr, weiß da Silva Moreira von der Bürgerversammlung, bei der die Anlieger über den Ausbau informiert wurden. „Wo kommt die Leitung ins Haus?“, sei eine der Fragen gewesen. Die Antwort laute: Das muss individuell zwischen Pfalzwerken und Hausbesitzern abgestimmt werden. Einige Eigentümer wollten den freiwerdenden Platz auf dem Dach auch für eine Photovoltaik-Anlage nutzen, berichtet der Ortsbürgermeister. Bis diese errichtet werden kann, dauere es aber noch ein bisschen. Die Planer seien zwar zuversichtlich, „dass es keine zwei Winter dauert“, die Sanierung der 600 Meter langen Straße also vor Weihnachten 2027 abgeschlossen ist. Aber beim Bau könne es auch immer zu Verzögerungen kommen.

Glasfaserkabel werden tiefer gelegt

Ein besonderes Augenmerk müssen die Bauarbeiter auf die bereits verlegten Glasfaserkabel Am Waldhof legen, sagt da Silva Moreira. Die Leitungen fürs schnelle Internet lägen recht flach im Boden, was im Zuge der Sanierung geändert werden solle. „Sie müssen tiefer gelegt werden“, bestätigt Harald Westrich, der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Otterbach-Otterberg, deren Verwaltung die Bauarbeiten koordiniert. Dass es die Glasfaserleitungen, die zum Teil auch quer unter der Straße verlegt wurden, etwas aufwendiger machten, gibt Westrich zu. Letztlich bedeute aber „jede Leitung im Boden, also auch die alten Kupferkabel, beim Aufgraben einen zusätzlichen Aufwand, da teilweise Abschnitte in Handarbeit freigelegt werden müssen, damit Kabel nicht beschädigt werden“.

Die Bürger treibt noch eine ganz andere Frage um: Wo sollen sie während der Bauphase parken? „Das wird eine kleine Herausforderung“, sagt da Silva Moreira. Eine Idee ist, die Parkregelung in der Ortsmitte rund um die Schule für die Anwohner zu lockern. Mit einem speziellen Parkausweis könnten sie ihre Autos dort dann unbegrenzt abstellen und nicht nur für die eigentlich erlaubten drei Stunden. Nicht als Parkplatz in Betracht komme hingegen die Fläche am südöstlichen Ortsausgang bei den Glascontainern. Denn die solle als Lager für den Bauschutt und das benötigte Material dienen, erläutert der Ortsbürgermeister.

Bürger zahlen Großteil der Sanierung

Wie mit den Mülleimern während der Bauphase verfahren werde, sei hingegen schon geklärt: „Die werden von den Bauarbeitern aus dem Baustellenbereich geholt und gebündelt zur Abholung bereitgestellt.“ Damit hinterher jeder wieder seine Tonne finde, empfiehlt da Silva Moreira, sie zu beschriften.

Kosten soll der Straßenausbau, der in zwei Bauabschnitten vonstatten geht – erst kommt der Einbahnstraßenbereich an die Reihe, danach der Rest – mit Kanälen und Leitungen laut Verwaltung gute zwei Millionen Euro. An der Ortsgemeinde bleiben davon 1,32 Millionen Euro für den Straßenbau hängen, nennt da Silva Moreira die Summe für Olsbrücken. Finanziert wird das Ganze zu 75 Prozent über die wiederkehrenden Beiträge, die alle Bürger des Ortes zahlen, 25 Prozent übernimmt die Gemeinde. Vom Gemeindeanteil wiederum müsste noch einmal die Hälfte abgezogen werden, da dieser aus dem Investitionsstock des Landes Rheinland-Pfalz gefördert werde, teilt Westrich mit.

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