Hütschenhausen RHEINPFALZ Plus Artikel Sanierungsbedürftige Grundschulgebäude: Bleibt es bei zwei Standorten?

Nicht nur das Grundschulgebäude in Hütschenhausen ist in die Jahre gekommen.
Nicht nur das Grundschulgebäude in Hütschenhausen ist in die Jahre gekommen.

Sowohl das Spesbacher als auch das Hütschenhausener Gebäude der Grundschule sind sanierungsbedürftig. Dabei stellt sich die Frage: Soll es weiterhin zwei Gebäude geben?

Die Verbandsgemeinde (VG) Ramstein-Miesenbach ist Träger der Grundschule und unterhält sowohl in Hütschenhausen als auch in Spesbach je ein Schulgebäude. Beide sind in die Jahre gekommen. Mit Blick auf die Anforderungen an zukunftsorientierte Lernräume und moderne Lernformate stellt sich die Frage nach der Wirtschaftlichkeit von Sanierungsmaßnahmen. Die VG habe deshalb beim Büro Blanz-Architekten eine Machbarkeitsstudie für beide Schulgebäude in Auftrag gegeben, berichtet Bürgermeister Ralf Hechler (CDU). Alexander Blanz erläuterte, dass die Häuser auf die geänderten Anforderungen an Raum- und Funktionsprogramme, Barrierefreiheit, Brandschutz und Ähnliches untersucht worden seien. Zudem wurden grobe Kostenüberlegungen angestellt.

Zwölf Klassen, ein Gebäude?

Die Verbandsgemeinde Ramstein-Miesenbach müsste demnach für die Sanierung des Gebäudes in Hütschenhausen und einen Anbau sechs Millionen Euro in die Hand nehmen – bei sechs Klassen. Für acht Klassen würden acht Millionen Euro fällig werden. Ein Neubau in Hütschenhausen für zwölf Klassen, in dem dann auch die Spesbacher Grundschüler unterkommen würden, würde zirka 12,8 Millionen Euro kosten.

In Spesbach würde bei sechs Klassen die Sanierung des Bestandsgebäudes samt Anbau 5,5 Millionen Euro kosten, bei acht Klassen wären es 7,2 Millionen Euro. Für zwölf Klassen in Spesbach wären zwei Möglichkeiten denkbar, der Hütschenhausener Standort würde dann aufgegeben. Die Sanierung des Bestandsgebäudes, die Aufstockung und ein Anbau würden etwa 9,5 Millionen Euro kosten. Ein Neubau und die Sanierung des bestehenden Gebäudes wären für rund 12,6 Millionen Euro umsetzbar.

Größtmögliche Funktionalität

183 Kinder besuchen derzeit die örtliche Grundschule – etwa gleichermaßen verteilt auf beide Standorte. Bis zum Schuljahr 2028/29 werde sich die Anzahl der Schüler voraussichtlich auf 200 erhöhen und danach wieder sinken, teilt die Verbandsgemeindeverwaltung mit. Hechler verweist jedoch mit Blick auf das Neubaugebiet in Katzenbach darauf, dass die Anzahl der Schüler durchaus längerfristig steigen könnte.

Hütschenhausens Ortsbürgermeister Achim Wätzold ist größtmögliche Funktionalität wichtig. Da sich die Schul- und Lernformen aktuell ziemlich schnell veränderten, sollte man räumlich bestmöglich aufgestellt sein, um nicht eventuell in ein paar Jahren wieder an räumliche Grenzen zu stoßen. „Kosten werden natürlich ein Faktor sein, dieser sollte allerdings nicht allein entscheidend sein“, betont Wätzold.

Beide Varianten haben Vor- und Nachteile

Ralf Hechler erläuterte dem Verbandsgemeinderat, dass nicht nur die einmaligen kosten für Um-, Erweiterungs- oder Neubau zu bedenken seien, sondern auch die Folgekosten. Zwei Standorte seien kostenintensiver als einer. Allerdings müsse der Schülertransport geregelt werden, falls die Entscheidung für einen einzigen Schulstandort falle. Außerdem würde nur noch eine Schulturnhalle seitens der Verbandsgemeinde mitfinanziert werden. Die andere Halle müsste die Ortsgemeinde komplett übernehmen. Es gebe also für beide Varianten Vor- und Nachteile, so Hechler.

Wie geht es weiter? Hechler: „In den nächsten Schritten werden sich der Schulträgerausschuss der Verbandsgemeinde und die Ortsgemeinde Hütschenhausen mit der Thematik befassen. Des Weiteren wird die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) involviert, um zu erfahren, welche Varianten zuschussfähig sind und in welcher Höhe.“

Auch das Gebäude in Spesbach müsste saniert werden.
Auch das Gebäude in Spesbach müsste saniert werden.
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