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Restauranttest: So kann das „Zum Rathaus“ in Hochspeyer punkten
Wer Fleisch mag, ist in der Hauptstraße 123 in Hochspeyer richtig: Trotz des urdeutschen Namens „Zum Rathaus“ gibt es in der Gaststätte beileibe nicht nur Rumpsteak und Schnitzel, sondern vor allem griechische Spezialitäten vom Grill. Das Lokal wird schon seit über 30 Jahren von Familie Papadopoulos betrieben und ist gerade für die Einheimischen damit im Dorf eine Institution.
Wer hingegen zum ersten Mal dort einkehrt, muss derzeit erst die Tücken der Baustelle im Hochspeyerer Ortskern überwinden. Es empfiehlt sich, über die ausgewiesene Umleitungsstrecke zu fahren. So kommt man am besten zu dem unscheinbaren Eckhaus, in dem das Lokal seinen Sitz hat.
Verführerische Düfte
Der geräumige Biergarten, der im Sommer einen lauschigen Sitz im Grünen verspricht, liegt an diesem kühlen Abend verwaist im Dunkeln. Dunkel und etwas abweisend wirkt auch der mit tiefbraunem Holz vertäfelte Eingangsbereich zur Gaststätte: Wo geht’s denn hier rein? Das Stimmengewirr weist schließlich den Weg in die Gaststube, die an diesem Freitagabend fast voll besetzt ist.
Beim Eintritt steigen dem Neuankömmling sogleich verführerische Düfte von gebratenem Fleisch in die Nase. Kein Wunder: Mitten im Lokal steht Theodoros Papadopoulos an einem Grill mit großer Abzugshaube, auf dem Steaks und Spieße brutzeln.
Griechische Motive und Herbstschmuck
Während an der Theke ein paar Gäste auf Barhockern ihr Bierchen schlürfen, geht es über ein paar Stufen in den zweiten Gastraum, wo ein Tisch reserviert ist. An den Wänden hängen Bilder mit griechischen Motiven. Etwas Herbstschmuck und frische rote Röschen auf den Tischen ergänzen die Deko, die eher schlicht gehalten ist. Das Lokal ist eine typische Dorfgaststätte, wie es sie früher in vielen Gemeinden gab. Durchaus gemütlich, aber etwas in die Jahre gekommen. Das gilt auch für die Toiletten. Alles ist sauber, versprüht aber den Retro-Charme der 70er Jahre. Was soll’s, hier liegt das Hauptaugenmerk nicht auf dem Ambiente, sondern auf dem Essen in geselliger Runde. Man kennt sich, die Atmosphäre ist locker und viele im Lokal sind offensichtlich Stammgäste. Trotzdem ist die Geräuschkulisse angenehm. Man kann sich gut unterhalten und versteht sein Gegenüber problemlos. Positiv auch: Die Tische sind großzügig gestellt, der Gast hat Platz.
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Locker und überaus freundlich ist auch die Bedienung, die einem kleinen Plausch auch mit Neukunden nicht abgeneigt ist. Flugs sind die Getränke auf dem Tisch. Neben Riesling und Dornfelder gibt es auch eine Auswahl griechischer Weine, von Demestika über den Likörwein Mavro Daphne bis zum geharzten Retsina. Wir entscheiden uns für einen trockenen weißen Athos – eine gute Wahl.
Wir wollen Fleisch satt
Nicht leicht fällt die Entscheidung, welches der zahlreichen Gerichte von der umfangreichen Karte es heute Abend sein soll: Diese reicht von Pizza und Pasta über klassische deutsche Fleischgerichte wie Schnitzel, Cordon Bleu, Rumpsteak, Rinderleber oder Lammvariationen bis zu den griechischen Grillspezialitäten. Vegetarier werden ebenfalls fündig, allerdings nur bei der Pizza, den Salaten und den Vorspeisen. Aber mal ehrlich: Wer geht zum Griechen, wenn er vegetarisch – oder gar vegan – essen möchte?
Für uns war schon beim Anblick des Grills klar: Wir wollen Fleisch satt. Die Entscheidung fällt auf die Kreta-Platte und den Mixed Spieß. Schon kurz nach der Bestellung kommt der leckere Beilagensalat, der nicht extra bezahlt werden muss. Auch die Hauptgänge erfüllen unsere Erwartungen: Wer Kreta bestellt, bekommt gleich zwei Spieße mit saftigem, gut gewürztem Schweinefleisch, ein überdimensionales Hackröllchen und Gyros, das allerdings wohl nicht vom klassischen Drehspieß geschnitten wurde. Der Teller ist so voll, dass der Tomatenreis separat gereicht wird. Eine Portion für sehr hungrige Mäuler. Der Mixed Spieß mit drei kleinen Schweinesteaks und drei kleinen Hackfleischröllchen, Beilage und Salat ist ebenfalls sehr lecker. Das Fleisch ist von bester Qualität, unheimlich zart und auf den Punkt gegrillt.
Zum Nachtisch gönnen wir uns ein typisch griechisches Dessert, Galaktoboureko, bei dem Grießpudding von Filo-Teig umhüllt ist. Dazu gibt es Vanilleeis und Sahne. Der Geschmack ist nicht zu süß, die Portion ordentlich, das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. Am Ende gibt es einen Ouzo aufs Haus.
Unser Fazit fällt positiv aus: Das „Rathaus“ ist keine Adresse für Fine Dining, aber für gutes, hausgemachtes Essen in rustikal-gemütlicher Atmosphäre, mit netter Bedienung und zu fairen Preisen.