Enkenbach-Alsenborn
Restaurant Kölbl: Auch der ehemalige FCK-Fußballspieler Sforza hat hier gespeist
Schon von außen ist das Hotel-Restaurant Kölbl in der Enkenbacher Hauptstraße ein Blickfang. Mit seinem blauen Fachwerk und Fenstergewänden aus Sandstein hebt es sich von den umliegenden Häusern ab. Was uns wohl drinnen erwartet?
Wir treten durch einen kleinen Windfang ein und werden sofort freundlich empfangen. Ein netter Mitarbeiter führt uns an unseren Tisch, nimmt uns unsere Jacken ab, um sie für uns an die Garderobe zu hängen. Sehr aufmerksam! Wir bekommen einen Zweiertisch vor der Bar direkt an der Eingangstür. Das ist okay, denn eine halbhohe Glasscheibe zur Tür hin sorgt dafür, dass es uns nicht in den Rücken zieht, sobald die nächsten Gäste eintreten. Und es kommen viele, das Restaurant ist auch unter der Woche – in unserem Fall einem Donnerstagabend – gut besucht. Darunter sind offensichtlich viele Stammgäste, wie wir beobachten können. Diese werden mit Namen herzlich begrüßt. Gut, dass wir reserviert haben! Auch der Hund eines Gastes darf mit rein, was uns Tierfreundinnen sympathisch ist. Denn das geht nun mal nicht überall. Kleiner Funfact am Rande zu unserem Sitzplatz: Später am Abend erzählt uns die Inhaberin, dass an unserem Tisch früher oft der FCK-Fußballspieler Ciriaco Sforza gespeist haben soll.
Kachelofen, Grünpflanzen und moderne Kunst
Gediegen, gehoben, gepflegt: Mit diesen Attributen lässt sich das Interieur beschreiben – und das gilt auch für das Essen, um es schon mal vorwegzunehmen. Seit 2002 führen Claudia und Peter Kölbl das Hotel Restaurant Kölbl, vormalig Schläfer. Dass in dem alten Gebäude nicht alles neu ist und die Einrichtung im Gastraum aus verschiedenen Zeiten stammt, ist zu sehen, stört aber nicht, weil das Gesamtkonzept stimmig ist. Der Kachelofen, viele Grünpflanzen, moderne Bilder, Deko aus Glas, silberfarbene gehämmerte Blumenvasen: Modernes und Altes wird stilvoll kombiniert. Weiße Tischdecken, graue Stoffservietten, schwarze Sesselchen an den Tischen geben einen modernen Touch. Im Sommer gibt es neben dem Haus auch eine kleine Terrasse, die mit einer Sandsteinmauer umgeben ist. Auch wenn es jetzt natürlich zu kalt ist, sieht diese sehr einladend aus.
Vor allem, wer gerne Fleisch isst, kommt im Kölbl auf seine Kosten: Der Gast kann zwischen Rind, Schwein, Kalb und Ente auswählen, insgesamt stehen sechs Fleischgerichte auf der Karte. Für Fischliebhaber und Vegetarier gibt es jeweils zwei Hauptgerichte, wobei zudem auch die Suppen und die Vorspeisen eine gute Auswahl an Alternativen bieten. Es wird jeweils ein Menü mit drei Gängen, eines mit vier und ein vegetarisches angeboten. Die Speisen haben allerdings ihren Preis, wobei die vegetarischen Gerichte deutlich günstiger sind.
Gruß aus der Küche verkürzt Wartezeit
Wir entscheiden uns für das Schweinefilet mit Rahmpfifferlingen, Gemüse und Semmelknödeln mit einem Beilagensalat und für die gefüllten Gnocchi mit Trüffel à la Crème. Die Wartezeit auf das Essen wird mit einem Gruß aus der Küche verkürzt: Brot mit zwei verschiedenen Soßen und eine Minifrikadelle mit Süßkartoffelpüree, das buttrig-zart auf der Zunge zergeht. Sehr fein!
Ebenso das Schweinefilet: Die drei dicken Lendenstücke sind leicht rosa gebraten und butterzart. Dazu gibt es zwei selbst gemachte Semmelknödel, reichlich Pfifferlinge in Sahnesoße zum Auftunken und eine kleine Gemüsegarnitur. Eine üppige Portion, die auch gute Esser sättigen dürfte. Der Beilagensalat, der extra bezahlt werden muss, besteht hauptsächlich aus sehr knackigem Feldsalat in einem feinen Dressing. Der Kellner hatte aber zuvor gefragt, ob uns Feldsalat recht ist.
Wie ein Spaziergang durch den Herbstwald
Wie ein Spaziergang durch den Herbstwald mit einer Sonne, die durch bunte, raschelnde Blätter scheint: In den mit Trüffel gefüllten Gnocchi mit würzig angebratenen Pfifferlingen und einer fein abgeschmeckten Sahnesoße scheint sich die Fülle dieser Jahreszeit geschmacklich widerzuspiegeln. Gut gelungen! Dazu gibt es einen Grauburgunder aus Roth unter der Rietburg. Auch für Süßschnäbel hält die Karte einiges bereit. Wir entscheiden uns für eine Portion der Mini-Desserts im Glas, die es als Mousse au Chocolate, Panna Cotta und Crème Brûlée gibt. Die Atmosphäre ist entspannt, der Geräuschpegel nicht zu laut, sodass man sich in Ruhe unterhalten kann. Ohne aufdringlich zu sein, schauen Kellner und Inhaberin vorbei, füllen Gläser auf, fragen nach, ob wir noch was brauchen und halten auch einmal einen kleinen Schwatz.
Unser Fazit: Das Kölbl bietet mit seinem leckeren Essen, dem angenehmen Service und dem schönen Ambiente eine gelungene kleine Auszeit vom Alltag. Das hat seinen Preis, allerdings gibt es auch günstigere Gerichte, sodass für jeden etwas dabei ist. Wir kommen gerne wieder!