Katzweiler RHEINPFALZ Plus Artikel Rat stimmt für Neubaugebiet

So könnte es aussehen: In der Ratssitzung in Katzweiler wurde ein erster grober Entwurf gezeigt, wie das Neubaugebiet „Mehlbache
So könnte es aussehen: In der Ratssitzung in Katzweiler wurde ein erster grober Entwurf gezeigt, wie das Neubaugebiet »Mehlbacher Weg« entwickelt werden könnte.

Neuer Wohnraum soll in Katzweiler in der Nähe des Friedhofes entstehen. Was das für die Frischluftzufuhr, die alten Eichen und die Kita bedeuten könnte.

Junge Leute fragten im Ort nach Grundstücken, auf denen sie bauen könnten, berichtete Ortsbürgermeister Sven Rheinheimer (FWG) bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderats Katzweiler. Auf der Tagesordnung stand der Antrag zweier Privatleute, einen Bebauungsplan für ein Gelände nordöstlich des Friedhofs aufzustellen. Acht bis zehn Gebäude könnten dort an der Mehlbacher Straße und hinter den Häusern in der Straße In der Schell Platz finden. Falls es danach immer noch Bedarf für Baugrundstücke gebe, könnte die Gemeinde selbst in zwei weiteren Bauabschnitten die Fläche bis zur Mühleckerstraße erschließen. Das erfolge aber nur, „wenn der jeweils vorherige Bauabschnitt abgeschlossen ist. Wir wollen keine Zersiedlung“, hielt der Ortschef fest. „Für den Ort wäre das eine Art Abrundung des bebauten Gebiets“, argumentierte er für das Vorhaben.

Kurz zuvor hatte die Mehrheit im Rat für einen Entwurf des Raumordnungsplans gestimmt, in dem für den Bereich „Wohnen“ der Grundsatz „Innenentwicklung vor Außenentwicklung“ propagiert wurde. Darauf wies auch Dirk Boltze, Fraktionssprecher der SPD, hin. Rheinheimer erwiderte, dass es zwar noch einige innenliegende Potenzialflächen gebe. „Wir bekommen sie aber nicht frei“, stellte er bedauernd fest, weil die Besitzer der Grundstücke diese momentan nicht verkaufen wollten. Komplett auf der „grünen Wiese“ würde das Neubaugebiet ja aber nicht geplant. Vielmehr solle die schon vorhandene Infrastruktur wie etwa die Mehlbacher Straße genutzt werden.

Muss Katzweiler wachsen?

Gleich mehrere Fragen zu der geplanten Ortserweiterung hatte Henrik Schimmele von der FWG. Er stieg damit ein, ob es überhaupt Not tue, dass Katzweiler weiter wachse. Der Auslastung der Kindertagesstätte könnte es in der 1879 Einwohner (Stichtag 31.12.2024) zählenden Gemeinde zugute kommen, wenn sich junge Familien ansiedelten, gab Rheinheimer zur Antwort. Derzeit gebe es dort freie Plätze.

Außerdem wollte Schimmele wissen, welche Auswirkung eine zusätzliche Bebauung für die Kaltluftschneise habe, die in Verlängerung des Friedhofes verlaufe. Die Frischluft, die durch die Gärten hinter der Frühlingstraße und des Herbstwegs in den Ort ströme, solle das weiterhin ungehindert tun können, sagte der Ortsbürgermeister, das sei im Bauausschuss schon so vorbesprochen worden. 25 bis 30 Meter müssten daher frei bleiben, weshalb die Grundstücke nördlich der Mehlbacher Straße nur zur Straße hin bebaut werden dürften. Auch die alten Eichen, die auf angrenzenden Flächen wachsen, sollen stehen bleiben. Wer dort hinziehe, müsse es dulden, dass Zweige über seine Grundstücksgrenze ragen können.

Wasserrückhalt klären

Ob der Kanal ausreichend dimensioniert sei, um weiteres Abwasser und Oberflächenwasser von neu versiegelten Flächen aufzunehmen, wollte Petra Hach von der FWG wissen. Das müsse vorher geprüft werden, forderte sie. „Es wäre möglich, ein Regenrückhaltebecken wie beim Netto-Markt zu bauen“, sagte Rheinheimer. Aber auch die Grundstückseigentümer könnten verpflichtet werden, eine bestimmte Menge an Oberflächenwasser zurückzuhalten, zum Beispiel in Regenwasserzisternen mit gedrosseltem Ablauf.

Die Kosten für das Aufstellen des Bebauungsplans und die Erschließung des Baugebiets, das den Namen „Mehlbacher Weg“ tragen soll, müssten für den ersten Bauabschnitt die Antragsteller übernehmen. Die möglichen folgenden Bauabschnitte zwei und drei würden von der Gemeinde finanziert werden. Am Ende stimmten zwölf Ratsmitglieder dafür, das Gebiet wie besprochen zu entwickeln, zwei enthielten sich.

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