Bruchmühlbach-Miesau
Radwegekonzept: Alltagstouren sollen sicherer und besser werden
Der Verbandsgemeinderat Bruchmühlbach-Miesau will in seiner Sitzung am Mittwoch, 4. März, 18.30 Uhr, ein Radwegekonzept beschließen. Es soll einfache, täglich nutzbare Wege zum Arbeitsplatz, zur Schule, zum Supermarkt und zum Sportplatz ausweisen. Das Konzept soll möglichst zügig umgesetzt werden, um das tägliche Radfahren schon bald deutlich sicherer zu machen und vielleicht auch den einen oder anderen dazu zu bewegen, das Auto für alltägliche Besorgungen im nahen Lebensumfeld gelegentlich stehen zu lassen. Gleichzeitig soll das Radwegekonzept, das für alle fünf Dörfer in der Verbandsgemeinde (VG) erarbeitet wurde, als Planungsgrundlage für die Ausweisung neuer Radwege einschließlich deren Kennzeichnung dienen – und damit auch als Basis, mit der die VG an Zuschüsse für die notwendigen Baumaßnahmen kommen kann.
Idee kommt aus der Ortsgemeinde
Speziell für solche Maßnahmen hat der Bund das Förderprogramm „Stadt und Land“ im Rahmen seinen Klimaschutz-Sofortprogramms aufgelegt, für das zu Beginn knapp eine Milliarde Euro zur Verfügung standen, von denen rund 90 Millionen Euro nach Rheinland-Pfalz fließen. Ziel des Programms ist der Aufbau eines nachhaltigen und lückenlosen Radverkehrsnetzes, das primär nichts mit touristischen Radwandernetzen zu tun hat. Die Umsetzung erfolgt durch den Landesbetrieb Mobilität, der auch über die Bewilligung der entsprechenden Anträge entscheidet. Dabei geht es für die Kommunen im Land um Förderquoten von bis zu 90 Prozent.
Initiiert wurde die Ausarbeitung eines Alltagsradewegekonzepts von der CDU – anfänglich lediglich für die Ortsgemeinde Bruchmühlbach-Miesau. Die Christdemokraten hatten im Oktober 2024 zunächst im dortigen Gemeinderat einen entsprechenden Antrag eingebracht. Bereits im Vorfeld der Sitzung hatten sie eigene Vorschläge erarbeitet, wie in Bruchmühlbach-Miesau ein Radwegenetz entstehen kann, dass nicht nur alle fünf Ortsteile für Radfahrer sicher miteinander verbindet, sondern auch die innerörtlichen Bereiche für Radfahrer sicherer macht – unter anderem entlang der Kaiserstraße. Ein wesentlicher Bestandteil der damaligen Betrachtungen war eine nachhaltige Verbesserung der Radwegeverbindung zwischen den beiden Ortsteilen Bruchmühlbach und Miesau, die von der Autobahn, der Trasse der pfälzischen Hauptbahn und dem Glan getrennt werden.
Brücken bereiten Probleme
Problematisch war und ist dabei insbesondere die Tatsache, dass die Brücke über den Glan in Verlängerung der Bruchstraße in Bruchmühlbach im Sommer 2024 wegen massiver Schäden an der tragenden Holzkonstruktion abgerissen werden musste. Dadurch wurde eine Verbindung zwischen den beiden Ortsteilen gekappt. Hinzu kommt, dass auch die Brücke über die Bahnlinie in Verlängerung der Fabrikstraße in einem schlechten Zustand ist. Für den Fahrzeugverkehr ist sie bereits gesperrt. Dadurch bleibt den Radfahrern, die zwischen den beiden Ortsteilen pendeln wollen, eigentlich nur noch der Weg über die L358 und durch Buchholz – eine Route mit starkem Verkehrsaufkommen.
In der angesprochenen Sitzung des Ortsgemeinderats stieß das von der CDU angestoßene Konzept fraktionsübergreifend auf breite Zustimmung. Allerdings wurde angeregt, es nicht nur für Bruchmühlbach-Miesau ausarbeiten zu lassen, sondern in Regie der Verwaltung auf alle fünf Ortsgemeinden in der VG zu übertragen. Einen entsprechenden Beschluss hat der Verbandsgemeinderat Ende November 2024 gefasst. Ausdrücklich wurde damals betont, dass das Konzept nichts mit Tourismusförderung zu tun habe. Der Radwege-Ausbau solle den Menschen in der VG echten Mehrwert bringen. Bei einer Online-Bürgerbeteiligung wurden Anregungen und Meinungen eingeholt. Ein Planungsbüro aus Enkenbach-Alsenborn wurde mit der Ausarbeitung des Radwegekonzepts beauftragt, das dem VG-Rat in seiner Sitzung am Mittwoch vorgestellt wird.
Ein neuer Weg über den Glan
Ein Projekt, das von der CDU im Oktober 2024 thematisiert wurde, konnte mithilfe des Förderprogramms „Stadt und Land“ bereits angepackt werden: der Neubau der Brücke über den Glan in Bruchmühlbach. Die neue Brücke, eine wartungsfreundliche Konstruktion aus verzinktem Stahl, soll im Laufe dieses Jahres errichtet werden. Die Verbandsgemeinde hofft, dass über das „Stadt und Land“-Programm 225.000 Euro der auf insgesamt 250.000 Euro geschätzten Baukosten bezahlt werden können.