Hochspeyer RHEINPFALZ Plus Artikel Quartiersbüro: Beliebtem Begegnungsort der AWO droht die Schließung

Die Quartiersmanagerinnen Anna Dyck (links) und Alexandra Wolf vor dem Begegnungsort in Hochspeyer, um dessen Erhalt sie kämpfen
Die Quartiersmanagerinnen Anna Dyck (links) und Alexandra Wolf vor dem Begegnungsort in Hochspeyer, um dessen Erhalt sie kämpfen. Dabei sind sie auf Spenden angewiesen.

Seit fast fünf Jahren fest in Hochspeyer etabliert und nun droht aus finanziellen Gründen das Aus: Wer oder was kann das AWO-Quartiersbüro noch retten?

Die meisten seien fassungslos und einige den Tränen nahe, berichten die Quartiersmanagerinnen Anna Dyck und Alexandra Wolf. Viele Bürger aus Hochspeyer und den Gemeinden aus dem Umland haben die Angebote des Quartierbüros der Arbeiterwohlfahrt (AWO) zu schätzen gelernt. Während junge Familien gerne das Krabbelcafé nutzen, erfreut der 14-tägige Mittagstisch mit buntem Nachmittag die Senioren. Ein Deutschkurs und eine Digitalbotschafter-Sprechstunde bieten praktische Hilfestellungen für den Alltag. Beim Gehirnjogging, beim Handarbeitstreff und beim Brettspieleabend kommt es zudem zu einem munteren Austausch. Das monatliche Ein-Euro-Frühstück findet bei Jung und Alt Anklang. „Bei 30 Personen gingen uns schon mal fast die Stühle aus“, erinnert sich Wolf. Das Quartiersbüro sei zu einem Begegnungsort für alle geworden. Es stärke den sozialen Zusammenhalt.

Dass die 80-prozentige Förderung des gemeinnützigen Projektes durch die Deutsche Fernsehlotterie Ende Mai ausläuft, wusste man und hat auch schon vor einem Jahr angefangen, nach Alternativen zu suchen. „Wir haben Förderanträge bei lokalen und nicht lokalen Stiftungen gestellt“, bestätigt Wolf, habe aber bislang nur Absagen bekommen. Auch in Gesprächen mit Vertretern der Gemeinde habe man keine Lösung gefunden.

Alljährlich werden 70.000 Euro benötigt

Um die Kosten etwas zu senken, sei man schon vor einiger Zeit umgezogen. Von angemieteten Räumlichkeiten in der Hauptstraße 91 ging es in den Komplex des AWO-Service-Wohnen in Haus Nummer 140. Dort befindet sich das Quartiersbüro in zwei Räumen im Erdgeschoss, wobei zusätzlich der große Gemeinschaftsraum der Einrichtung mitbenutzt werden darf. Aber auch dort ist Miete zu bezahlen. Zusammen mit weiteren Sachkosten und den Gehältern für die beiden Quartiersmanagerinnen schlüge die Unterhaltung des Büros samt seinen Angeboten mit jährlich 70.000 Euro zu Buche. „Man kann nicht erwarten, dass die AWO als gemeinnütziger, nicht gewinnorientierter Verein das stemmen kann“, sagt Dyck.

Alexandra Wolf und Anna Dyck wollen das Quartiersbüro noch nicht aufgeben, hätten sie doch in den vergangenen Jahren erfahren, wie froh Jung und Alt über den Treff seien. Die Leute suchten den Kontakt – sei es, um der Einsamkeit zu entfliehen oder um der Integration willen. Aufgrund der guten Vernetzung könne man auch individuelle Hilfe anbieten. „So haben wir etwa schon einen Witwer aus der Depression geholt und eine Dame vor der Obdachlosigkeit bewahrt“, beschreibt Dyck die erfolgreiche Arbeit des Quartiersbüros. Nun können alle mithelfen, damit das Angebot in Hochspeyer bestehen bleibt.

Crowdfunding und Spenden-Flohmarkt

Über GoFundMe wurde die Kampagne „Spenden für das Quartiersbüro in Hochspeyer“ gestartet. Einer der insgesamt 28 ehrenamtlichen Mitarbeiter hatte zudem die Idee eines Spendenflohmarktes. Dieser findet am Samstag, 9. Mai, von 10 bis 14 Uhr im Quartiersbüro statt. Dafür können gut erhaltene Artikel – außer Kleidung, Kuscheltiere und Bücher – dort abgegeben werden, die dann bei der Veranstaltung gegen Spenden wieder neue Besitzer finden sollen. Vorbeibringen kann man die Artikel am Freitag, 24. April, zwischen 14 und 18 Uhr sowie am Dienstag, 28., und am Donnerstag, 30. April, 9 bis 13 Uhr. Dyck und Wolf hoffen, dass genug Spenden auf allen Kanälen zusammenkommen, damit zumindest ein weiteres Jahr überbrückt werden kann.

Kontakt

Telefon 0152 54667346, E-Mail: alexandra.wolf@awo-pfalz.de. Spendenkonto: AWO Pfalz, DE96 5206 0410 0106 4073 74, Verwendungszweck: „Erhalt Quartiersbüro Hochspeyer “.

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