Hütschenhausen RHEINPFALZ Plus Artikel Neuer Betreiber: Gaststätte samt Kegelbahn im Bürgerhaus Hütschenhausen ist wieder geöffnet

Thomas Haubelt, der neue Chef der Gaststätte „Zur Kegelbahn“ und Sabine Zanner, eine seiner Service-Mitarbeiterinnen.
Thomas Haubelt, der neue Chef der Gaststätte »Zur Kegelbahn« und Sabine Zanner, eine seiner Service-Mitarbeiterinnen.

Die Liebe hat ihn in die Pfalz verschlagen. Und er ist gut angekommen: Thomas Haubelt betreibt seit Anfang Oktober die Gaststätte „Zur Kegelbahn“ im Bürgerhaus Hütschenhausen.

„Als ich vorbeigefahren bin und gesehen habe, dass die Gaststätte leer steht, dachte ich: Das wäre doch was.“ So einfach kann es gehen: Der 40-jährige Küchenmeister Thomas Haubelt aus Esslingen in Baden-Württemberg hat eine neue Arbeitsstätte – und die Traditionsgaststätte an der Hauptstraße in Hütschenhausen wird nach langem Leerstand wieder mit Leben gefüllt. Seit 25 Jahren ist Haubelt in der Gastronomie tätig, hat mehrere Betriebe geführt, zuletzt einen Biergarten mit 400 Plätzen. Zusammen mit seiner Freundin wohnt er jetzt im Bruchmühlbach-Miesauer Ortsteil Elschbach. Und hat sich bereits in die Pfalz verliebt.

„Am liebsten koche ich gutbürgerlich“, verrät der umtriebige Gastronom. Das habe in Hütschenhausen große Resonanz gefunden – auch bei Ortsbürgermeister Achim Wätzold. Dass die Gaststätte nicht nur „Zur Kegelbahn“ heißt, sondern auch mit einer hochmodernen Anlage ausgestattet ist, hat wiederum den neuen Chef überzeugt. „Meine Mutter hat selbst lange Jahre gekegelt. Und ich habe herausgefunden, dass es bis nach Kaiserslautern keine Kegelbahn mehr gibt.“ Bestätigt wurde Haubelt dadurch, dass es gleich Anfragen für die Nutzung der Kegelbahn gegeben habe. An mehreren Abenden ist sie bereits ausgebucht.

Was es im Schwabenland so gibt

In der Gaststätte im Untergeschoss des Bürgerhauses stehen 54 Sitzplätze zur Verfügung. Für den Sommer plant der 40-Jährige noch eine Außenterrasse mit acht Tischen und einer Außentheke. Auch den Saal des Bürgerhauses kann er bewirten. In den verschiedenen Räumen treffen sich regelmäßig Vereine und Organisationen sowie der Gemeinderat.

Für den Anfang hat Thomas Haubelt die Gaststätte mit einer kleinen Karte und nur acht Gerichten gestartet. Das ist eine Umstellung für den Küchenmeister, der zuvor nach eigenem Bekunden eine achtseitige Speisekarte hatte. Nun kocht er das, was es im Schwabenland so gibt: Rostbraten mit Zwiebelringen, aber auch Rumpsteak und Schnitzel. „Keglertraum“ nennt sich eine kalte Brotzeitplatte mit Käse, Schinken und vielem mehr. Kartoffelsalat macht er jeden Tag frisch – und die schwäbische Variante, die ohne Speck auskommt und sich von der pfälzischen unterscheidet, komme gut an bei den Gästen. Auch ein vegetarisches Nudelgericht hat er im Angebot. Die gängigsten Gerichte will er auf der Karte lassen, doch das Angebot jeden Monat ändern, immer wieder etwas Neues anbieten: „Sonst wird’s langweilig.“ Nicht nur für die Gäste, sondern auch für ihn, denn in der Küche wirkt der Chef ganz alleine. Engagiert hat er drei Bedienungen – drei Frauen aus Hütschenhausen.

Sonntags gibt’s Mittagstisch

Geöffnet ist in der Regel ab dem späteren Nachmittag – nur sonntags bietet er auch Mittagstisch an. „Das hat sich der Ortsbürgermeister gewünscht, weil es an diesem Tag sonst nirgendwo Mittagessen gibt“, verrät Haubelt. Dass die Gaststätte wieder geöffnet ist, sei in Hütschenhausen gut angekommen. „Am ersten Tag war direkt voll“, verrät Haubelt.

Bei den Getränken arbeitet der Gastronom hauptsächlich mit Karlsberg zusammen. Dass sie auch 0,5 Liter Bier anbieten, lobten die Gäste. Wein darf in der Pfalz nicht fehlen, er kommt aus Deidesheim. Und auch eine Cocktailkarte liegt auf den rustikalen Holztischen; das Angebot reicht von Tequila Sunrise über Sex on the Beach bis zum Zombie, ein Cocktail ohne Alkohol ist ebenfalls dabei.

„Kleine Anbieter will ich unterstützen“

„Ich beziehe alles aus der Region. Kleine Anbieter will ich unterstützen, zum Beispiel indem ich Kartoffeln in Katzenbach und Tomaten in Hütschenhausen kaufe“, betont der Küchenmeister. Wert lege er außerdem darauf, alles selbst zu machen – von der Soße bis zum Kartoffelsalat. „Wenn Sie alles fertig kaufen, machen Sie die Leute nicht glücklich“, ist er überzeugt.

Seine erste Nagelprobe steht ihm unmittelbar bevor: Am dritten Oktoberwochenende wird in Hütschenhausen Kerwe gefeiert – da geht es am Bürgerhaus rund. Auch auf den Weihnachtsmarkt freue er sich schon. Ein Garant für den Erfolg der Gaststätte sei sicherlich, dass es vor und hinter dem Bürgerhaus genügend Parkplätze gibt, meint Haubelt.

Haubelt hat ein Pfälzer Wörterbuch

Die ersten Tage in der Gaststätte „Zur Kegelbahn“ geben dem neuen Betreiber Grund zum Optimismus. Bis jetzt sei es sehr gut angelaufen, die Leute seien von seinem Essen begeistert gewesen.

Auch die Pfalz lobt Haubelt in den höchsten Tönen, obwohl er erst seit einem Monat in der Region ist. Für ihn, der aus der Großstadt komme, sei alles hier ruhiger und netter, nicht so hektisch. Auch mit der Sprache hat der Mann aus Baden-Württemberg keine Probleme. Er habe schon ein Pfälzer Wörterbuch geschenkt bekommen, verrät er mit einem Grinsen.

Info

Geöffnet ist die Gaststätte Montag, Dienstag und Donnerstag von 16 bis 22 Uhr, Freitag und Samstag von 17 bis 24 Uhr. Am Sonntag ist von 11.30 bis 17.30 Uhr offen, Mittwoch ist Ruhetag.

Thomas Haubelt betreibt seit Anfang Oktober die Gaststätte „Zur Kegelbahn“ im Bürgerhaus Hütschenhausen.
Thomas Haubelt betreibt seit Anfang Oktober die Gaststätte »Zur Kegelbahn« im Bürgerhaus Hütschenhausen.
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