Schopp
Nach drei Jahren Planung wird der Weg durchs Kobertal in Schopp saniert
Rund 350.000 Euro werden in Schopp in den nächsten Monaten in den Ausbau des Wirtschaftswegs durch das Kobertal investiert. Der Weg, der von der Bahnhofstraße aus durch das enge Seitental des Queidersbachs auf einer Länge von rund 550 Metern hoch zur „Dicken Eiche“ und der Friedhofstraße führt, ist zwar nur als Wald- und Feldweg klassifiziert, hat aber für das Dorf eine große Bedeutung.
So liegt zum einen am Ende des rund 200 Meter langen asphaltierten Abschnitts die Grünabfall-Sammelstelle der Gemeinde. Insofern herrscht zu bestimmten Zeiten im Jahr ein relativ starker Verkehr im Kobertal, und der schmale Weg wird auch von größeren und recht schweren Fahrzeugen genutzt. Außerdem befindet sich im Kobertal das Domizil des Schützenvereins samt Schießanlage sowie ein Wohnhaus.
Einzige Umleitungsstrecke zum Stadion
„Was für unsere Ortsgemeinde allerdings fast noch wichtiger ist: Durch das Kobertal führt die einzige Alternativroute zum Baugebiet ,Kleinfeld’ und zum Eichwaldstadion. Falls – aus welchen Gründen auch immer – die Friedhofstraße in Höhe der katholischen Kirche blockiert sein sollte“, sagt Ortsbürgermeister Klaus Nahlenz. Das Baugebiet „Kleinfeld“ mit seinen Nebenstraßen beherberge immerhin rund ein Drittel der 1500 Einwohner. Und auch, wenn im Eichwaldstadion nicht mehr die ganz großen Sportereignisse stattfinden, ziehe so manches Fußballspiel mehrere Hundert Fans an.
„Deshalb steht der Ausbau einer direkten Verbindung vom unteren Bereich der Bahnhofstraße und der B270 hoch zur ,Dicken Eiche’ seit geraumer Zeit ganz oben auf unserer Agenda“, betont der Ortschef. Akut wurde das Vorhaben bereits 2023, als der Hang, an dessen Südflanke der Weg durch den unteren Bereich des Kobertals verläuft, ins Rutschen geriet. Dabei setzte sich der asphaltierte Weg auf seiner Nordseite auf einer Länge von rund 50 Metern ab. Der Bereich wurde mit Warnbaken abgesperrt, sodass dort kein Begegnungsverkehr mehr stattfinden kann.
Südhang soll abgetragen werden
„Wenn am 18. Mai mit den Bauarbeiten begonnen wird, liegen rund drei Jahre Planung hinter uns. Die Zeit war erforderlich, um unter anderem Bodengutachten einzuholen und die Baumaßnahmen mit mehreren Behörden abzustimmen. Schließlich führt der Weg durch den Wald und einen sensiblen Bereich der Natur“, verdeutlicht Nahlenz, warum so viel Zeit seit dem ersten Auftreten der Straßenschäden bis zum Anrücken der Bagger vergehen wird. Geplant ist, den Hang auf der Südseite zwischen der Einmündung des Weges in die Bahnhofstraße bis hoch zum ehemaligen Steinbruch und der Grünabfallsammelstelle abzutragen, um so den Weg auf dieser Seite zu verbreitern, so der Ortsbürgermeister weiter.
Damit kann gleichzeitig der talseitige Hang entlastet werden, der in Bewegung geraten war. „Die Bauarbeiten in dieser Form sind dort relativ einfach möglich. Laut dem Bodengutachten kommt da nur weicher Sandstein und Geröll vor. Das Abtragen kann insofern mit konventionellen Baumaschinen erfolgen. Schwere Geräte müssen nicht zum Einsatz kommen“, erklärt Nahlenz. Der untere Abschnitt soll wieder asphaltiert werden, der obere Bereich zwischen dem ehemaligen Steinbruch und der „Dicken Eiche“ soll lediglich geschottert werden, dass er von Feuerwehr- und Rettungsfahrzeugen problemlos befahren werden kann.
Grünschnittplatz eventuell verlegen
Der komplette Ausbau erfolge nicht so, dass der Wirtschaftsweg zu einer richtigen Straße umgewidmet werden kann. „Wir wollen keine Rennstrecke durch das Kobertal schaffen, sondern eine funktionierende Notzufahrt“, betont Nahlenz. Zumal es derzeit im Gemeinderat konkrete Überlegungen gebe, den Sammelplatz für den Grünschnitt an eine Stelle zu verlegen, die deutlich einfacher angefahren werden kann. Mithin rechnet man also von Seiten der Gemeindespitze damit, dass der Verkehr im Kobertal mittelfristig deutlich weniger wird.
Da es sich bei der Maßnahme um den Ausbau eines Wirtschaftswegs handele, erfolge die Finanzierung über die zweckgebundene Rücklage, in die die Eigentümer von land- und forstwirtschaftlichen Flächen regelmäßig Beiträge für die Wirtschaftswegeunterhaltung einzahlen. In Schopp, das einen hohen Anteil an Gemeindewald hat, wird dieser Topf laut Nahlenz zu mehr als 90 Prozent von der Kommune gefüllt.