Weilerbach RHEINPFALZ Plus Artikel Nach über 100 Jahren Abwesenheit lassen sich wieder Störche in Weilerbach blicken

So was hat man lange nicht gesehen: Störche haben sich in Weilerbach niedergelassen.
So was hat man lange nicht gesehen: Störche haben sich in Weilerbach niedergelassen.

Der Weiher im Weilerbacher Naherholungsgebiet Busenwiesen ist um eine Attraktion reicher. Ein Storchenpaar hat sich angesiedelt. So etwas gab’s in Weilerbach lange nicht mehr.

Nutrias und Kormorane hat der Weiher im Naherholungsgebiet Busenwiesen bereits angelockt. Nun hat sich in unmittelbarer Nähe des kleinen Gewässers ein Storchenpaar angesiedelt. Ein Kümmerer, der die Entwicklung der Weilerbacher Storchenfamilie im Auge behält und in Wort und Bild dokumentiert, hat sich bislang noch nicht gefunden.

Nachdem in Katzweiler in diesem Jahr ein Storchenpaar weniger nistet als 2025, wurde vermutet, das dortige Terrain könnte seine Belastungsgrenze erreicht haben. Schließlich wollen bis zu 100 Schnäbel während der Aufzuchtzeit satt werden. So ist davon auszugehen, dass durch die vorhandenen Brutpaare angelockte, neu ankommende Störche kurzerhand auf die Nachbardörfer ausweichen.

Auf einer abgestorbenen Tanne

Allerdings scheint das im Falle des Weilerbacher Storchenpaares nicht spontan geschehen zu sein. Wie von Frank Schmidt zu erfahren ist, habe sich bereits seit fünf Jahren in den Frühjahrs- und Sommermonaten immer wieder ein Storch – zuweilen auch mal in Begleitung eines zweiten – auf den Hausdächern rund um seinen Garten in der Mackenbacher Straße 34 gezeigt. Offensichtlich hat da ein vermutlich männlicher Storch nach einer geeigneten Nistmöglichkeit Ausschau gehalten. Der abgestorbene Stamm einer vor vielen Jahren auf etwa zehn Meter gekürzten Tanne, der mittlerweile rundum mit Efeu und Wildem Wein bewachsen ist, scheint dabei das besondere Interesse des „wohnungssuchenden“ Vogels geweckt zu haben.

Ab der zweiten Märzwoche war es soweit. Der „heiratswillige“ Storch begann, auf der Spitze des aus der Ferne wie eine riesige Thuja aussehenden Stammes ein Nest zu bauen. Aus dem Stamm herausragende Aststümpfe machten eine ansonsten übliche Plattform verzichtbar. Tommy und Stefanie Macha konnten täglich von der Veranda ihres benachbarten Wohnhauses aus zuschauen, wie der Storch Ast um Ast und Zweig um Zweig herbeischleppte und daraus eine wetterfeste Kinderstube zimmerte. Den beiden entging auch nicht, dass gelegentlich ein zweiter Storch auf dem Dach des übernächsten Hauses stand und den fleißigen Kollegen bei der Arbeit beobachtete. Am Mittwoch, 1. April, setzte sich die Storchendame zum ersten Mal in das gemachte Nest.

Der Flurname gibt einen Hinweis

Nach mehr als 100 Jahren wird nun in Weilerbach wieder geklappert. Wie aus dem Flurnamen „Im Storchennest“ geschlossen werden kann, kehrt mit der Etablierung einer Storchenfamilie in Weilerbach ein Stück ursprüngliche Natur zurück. Reinhard Blauth schreibt in der 1964 unter dem Titel „Reichswalddorf Weilerbach“ veröffentlichten Ortschronik: „Dieser Wiesengrund am Rischbach erhielt seinen Namen von dem früher häufig hier vorkommenden Storch. Das letzte Storchennest in unserer Gegend befand sich vor etwa 50 Jahren auf einem alten Weidenbaum am Hetzmannsbrunnen.“

Wie im Falle der Katzweilerer Storchenkolonie, ist davon auszugehen, dass das Weilerbacher Storchenpaar durch seine bloße Anwesenheit in den kommenden Jahren zur Ansiedlung weiterer Störche im Ort beitragen wird. Auf den Feuchtwiesen in der von Bächen durchzogenen Landschaft der näheren Umgebung dürften sie ausreichend Nahrung finden.

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