Hütschenhausen RHEINPFALZ Plus Artikel Mundartdichter Andreas Schwarz: Bewahrer der Pfälzischen Identität

Mundartdichter Andreas Schwarz mit seinen Büchern.
Mundartdichter Andreas Schwarz mit seinen Büchern.

Mitten auf dem idyllischen Schanzerhof, eingebettet zwischen Hütschenhausen und Miesau, lebt und wirkt der 51-jährige Autor und Mundartdichter Andreas Schwarz.

Andreas Schwarz’ Themenwelt ist ebenso breit wie liebevoll gestaltet. Ob humorvolle Gedichte über den Familienhund Rommel oder poetische Neuinterpretationen der Nibelungensage – in nahezu jedem Thema entdeckt er eine Geschichte. Seine Gedichte erreichen oft die Länge kurzer Erzählungen und laden durch Witz und Tiefgang gleichermaßen zum Nachdenken ein.

In seinem Buch „Die Palz, ein Gedicht: Geschichte in pälzer Mundart“ fängt Schwarz die Schönheit und Geschichte seiner Heimat in Versen und Erzählungen ein. Sein Ziel: die Pfälzer Sprache an kommende Generationen weiterzugeben – und auch Nicht-Pfälzern deren Klang und Charme näherzubringen.

Zum Schreiben kam Andreas Schwarz über seine Mutter

„Buddah bei de Fische“ – so lautet der Titel seines ersten Buches, das Schwarz augenzwinkernd als „relativ gut angekommen“ beschreibt. Das Werk verbindet christliche Symbolik mit fernöstlicher Philosophie und behandelt auf humorvolle Weise religiöse Themen. Besonders wichtig ist Schwarz, seinen Texten stets einen Mehrwert zu geben – sei es durch historische Bezüge oder kleine Wissenshäppchen.

Zum Schreiben kam Andreas Schwarz über seine Mutter Gisela, die bereits vor mehr als zehn Jahren das Buch „Langwieden – Mein Zuhause“ veröffentlichte. Ihre Erinnerungen an das Leben auf dem Land weckten in ihm den Wunsch, selbst literarisch aktiv zu werden. „Für mich ist das keine große Arbeit, manches Gedicht ist in einer Viertelstunde fertig“, sagt er.

Bebilderung durch KI

Sein jüngstes Werk behandelt erneut die Nibelungen, diesmal ganz auf Pfälzisch – mit einem Augenzwinkern. Obwohl Schwarz zugibt, „immer schon gegen Chat GPT“ gewesen zu sein, nutzt er mittlerweile die Möglichkeiten der KI, um seine Bücher zu bebildern: „Du hast einen kurzen Text, und die KI erstellt dir die Bilder so, wie du sie haben willst.“

Den großen Reichtum bringen ihm seine Bücher nicht – und das sei auch gar nicht sein Ziel. „Ich bin Beamter und fahre jeden Tag nach Homburg. Ich mache das nicht, um reich zu werden“, betont er. Rund 400 Exemplare seines Nibelungen-Buchs hat er verkauft, die Preise liegen zwischen acht und 10,99 Euro. Über Books on Demand (BoD) kann er seine Verkaufszahlen jederzeit einsehen. Seine Bücher sind jedoch auch lokal, unter anderem in Buchhandlungen in Landstuhl (Stützel), Atzel (Alpha) und Ramstein (Koch) erhältlich.

Grundschullehrer einer der treuesten Leser

Ein für ihn besonders schöner Moment sei gewesen, als sein ehemaliger Grundschullehrer nach 40 Jahren plötzlich mit einem Buch von ihm im Hof stand. Seitdem sind die beiden wieder in Kontakt – der Lehrer ist heute einer seiner treuesten Leser.

Schwarz ist Vater von drei Kindern – zwei sind Mitte 20, der jüngste 18. Mittlerweile ist er auch stolzer Opa. „Ich schreibe vieles aus Erfahrung“, erklärt er. Besonders am Herzen liegt es ihm, den Jungen den Dialekt näherzubringen – etwa durch Gute-Nacht-Geschichten auf Pfälzisch. Das wünscht er sich auch von anderen Eltern. „Back to the roots“, sagt er – denn in seiner Kindheit war Hochdeutsch für ihn „die erste Fremdsprache“. Schwarz liegt es am Herzen, dass Kinder und Jugendliche wieder mehr mit der Pfälzer Sprache in Berührung kommen. Er verweist auf Aktivitäten im Dorf – Schießen, Kinderzelten und das traditionelle Rummelbotzefest in Elschbach, bei dem Zuckerrüben ausgehöhlt und geschnitzt werden. „Das war bei uns früher der Kürbis“, sagt er lachend. Auch die örtlichen Theatervereine, die regelmäßig Mundartstücke aufführen, trügen einen wichtigen Teil zum Erhalt der Sprache bei.

Andreas Schwarz ist weit mehr als ein Mundartdichter – er ist ein bewusster Bewahrer der pfälzischen Identität.

Gedichtauszug

Die Palz, die war’s zu alle Zeite wert,
dass mer se besonnerschd ehrt!
An Läwensluschd und Schäänhät reich,
gebt’s uffem Globus kää Vegleich!
Wer die vier Zeile läse kann,
hat vun dem Buch de Sinn verstann!
Mer soll net nur die Heimat liewe,
es schad a nix, die Sprooch se iewe!

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