Otterbach RHEINPFALZ Plus Artikel Mit Suppenkauf Flutopfer unterstützen

 Einmal Erbsensuppe to go: Helmut Schneider reicht Stephanie Melan die gefüllte Schüssel.
Einmal Erbsensuppe to go: Helmut Schneider reicht Stephanie Melan die gefüllte Schüssel.

Erbsensuppe fürs Ahrtal: Die Reservistenkameradschaft Otterbach verkaufte am Samstag die dampfende Köstlichkeit, um mit dem Erlös die Flutopfer zu unterstützen. Die Suppe fand reißenden Absatz, aber die Reservisten wünschen sich dringend neue Mitstreiter.

Noch zeigt die Uhr nicht 10. Auf dem Aldi-Parkplatz in Otterbach bildet sich dennoch schon eine Schlange am Ausgabestand der Reservisten. Erst eine Viertelstunde vorher ist die Feldküche angerollt. Während Dietmar Schiel, Vorsitzender der Kameradschaft, noch die Stützen auskurbelt, gehen vorne schon die ersten Suppen raus. Kelle um Kelle wird aus dem Edelstahltopf in all die mitgebrachten Schüsseln, Henkeleimer, Kochtöpfe geschöpft. Ein Mann lässt sich sogar den mitgebrachten Schnellkochtopf befüllen. „Ich muss noch ein Stück fahren, da läuft nichts raus!“ Der Mann ist nicht der Einzige, der eine längere Anfahrt für die gute Suppe auf sich nimmt.

Die Reservistenköche Gunter Hertzler und Matthias Schulz wissen genau, wie gute Suppe geht. Den Sud haben sie schon am Vorabend angesetzt, um am Samstagmorgen um 6 Uhr dann so richtig Dampf unterm Kessel zu machen. 150 Liter Suppe für 300 Portionen kochen sich nun mal nicht nebenbei. Was genau sie hineingeben, verraten die beiden nicht. „Ist unser Geheimnis“, sagt Hertzler. Dass den Grundstock 20 Kilogramm trockene Erbsen, etliche Karotten, vier Kilogramm zuvor angebratener Speck und reichlich weiteres Gemüse bilden, das lassen sie sich dann doch entlocken. Auch, dass es ohne sieben Liter Sahne und vier Kilogramm Butter nicht geht. „Die Butter ist für den Geschmacksabgang im Gaumen wichtig“, finden die Reservistenköche und empfehlen dann, einfach zu genießen.

Die meisten zahlen mehr als gefordert

Einige der Abholer hatten sich bereits vor vier Wochen bei den Reservisten schon einmal mit Suppe eingedeckt, damals waren die Töpfe ab 10.30 Uhr leer. Das sollte Ina Rheinheimer aus Frankelbach diesmal nicht passieren. Nicht kochen müssen, eine leckere Suppe kaufen und damit noch die Menschen im Ahrtal unterstützen, genau deshalb war sie schon früh da, durfte die erste Portion entgegennehmen. Gleich vier Portionen kamen in den großen Kochtopf von Rosina Aufschneider aus Otterbach. „Das ist auch für die Nachbarschaft“, unterstützt sie nicht nur das Ahrtal, sondern gleich noch die nicht mehr ganz so mobilen Nachbarn mit.

Die meisten Käufer zahlen deutlich mehr als die geforderten 3,90 Euro pro Teller. „Das Geld geht komplett an die betroffene Feuerwehr an der Ahr. Der Großteil der eingesetzten Ware wurde uns nach einer Betteltour durch die Märkte gespendet“, sind die Reservisten dankbar.

Reservisten freuen sich über neue Mitglieder

„Wir machen das, was wir am besten können und das ist kochen“, war für Hertzler gleich nach der Flutkatastrophe klar: Die Reservistenkameradschaft muss ran. Noch vor einigen Jahren wäre die Truppe zum Helfen ins Katastrophengebiet gefahren, hätte tatkräftig mit angepackt. „Unser Altersdurchschnitt ist schon ein wenig gehoben“, erklärt Vorsitzender Dietmar Schiel, warum das so nun nicht mehr möglich war.

Gerade deshalb wären neue Mitglieder, gerne auch viele Frauen, die mit anpacken und Spaß am Helfen haben, willkommen. Bei der Bundeswehr muss dabei keiner gewesen sein. Wer Interesse an einer Mitarbeit hat, kann sich beim Reservistensprecher Helmut Schneider per E-Mail an helmutschneider2@gmx.de melden.

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