Queidersbach / Krickenbach
Millioneninvestition in der VG Landstuhl: Was der Bau des Wasserwerks bedeutet
Eines der größten Bauprojekte in der jüngeren Geschichte der Verbandsgemeinde Landstuhl wurde in Sitzungen der Gemeinderäte in Queidersbach und Krickenbach abgesegnet: der Neubau eines Wasserwerks und eines Hochbehälters in den Gemarkungen der beiden Dörfer. Das Projekt, das von Frank Nesselberger, technischer Leiter der Verbandsgemeinde-Werke, vorgestellt wurde, hat eine besondere Bedeutung für die Wasserversorgung der Verbandsgemeinde.
Das Neubauprojekt verbindet die Wasserleitungen der bisher voneinander getrennten Ortsnetze von Queidersbach, Linden, Schopp und Krickenbach. Zudem wird eine neue Wasserleitung zwischen Krickenbach und Linden gebaut, die Teil des Großprojektes ist und die Leitungsnetze der ehemaligen Verbandsgemeinden Landstuhl und Kaiserslautern-Süd miteinander verbindet. „Damit wird es uns künftig möglich sein, Wasser zwischen Hauptstuhl und Trippstadt hin und her zu pumpen und die Versorgungssicherheit, beispielsweise bei einem Großbrand, deutlich zu erhöhen“, erklärte Nesselberger.
Auch technisch ein Quantensprung
Das finanzielle Volumen des Projekts, das auch einen technischen Quantensprung darstelle, liege im zweistelligen Millionenbereich. „Nach der Fusion der beiden Verbandsgemeinden haben wir festgestellt, dass es im Bereich der ehemaligen Verbandsgemeinde Kaiserslautern-Süd bei der Trinkwasserversorgung einen Investitionsstau gibt. Bei den Wasserwerken von Linden und Queidersbach besteht Modernisierungsbedarf hinsichtlich der Verfahrens- und Steuerungstechnik. Zudem weisen die Hochbehälter in Schopp, Queidersbach, Trippstadt und Krickenbach hydraulische und bauliche Mängel auf“, skizzierte der Werkleiter den Stand der Dinge. Bereits 2020 hatte man sich externe Unterstützung durch das Technologiezentrum Wasser in Karlsruhe geholt, das für die Gesamt-Verbandsgemeinde eine Neuordnung der Wasserversorgung entworfen hat.
Durch den Neubau des Wasserwerks und des Hochbehälters können gleich acht veraltete Einrichtungen abgeschaltet werden. Mittelfristig wird auch die Nutzung von Quellwasser zurückgefahren, da dessen Aufbereitung höhere Anforderungen stellt als Wasser aus Tiefbrunnen. Der neue Tiefbrunnen im Gabelsbachtal zwischen Linden und Queidersbach sei ein wesentlicher Baustein der Neuordnung und ein Glücksfall für das Wasserwerk der Verbandsgemeinde Landstuhl. „Das Wasser, das künftig im neuen Wasserwerk in Queidersbach aufbereitet wird, gehört zu den besten in Rheinland-Pfalz, sowohl hinsichtlich seines Härtegrads als auch seiner Zusammensetzung. Aus dem neuen Tiefbrunnen kommt Spitzenwasser“, betonte Nesselberger.
Auswirkungen für Immobilienbesitzer
Das neue Wasserwerk wird nicht weit vom Wasserhaus südöstlich der Ortslage von Queidersbach gebaut. Eine neue Leitungstrasse führt von dort bis in die Nähe des Krickenbacher Aussichtsturms, wo der Hochbehälter errichtet wird. Der wird ein Fassungsvermögen von 1800 Kubikmetern Trinkwasser haben, verteilt auf drei Kammern. Sowohl das Wasserwerk als auch der Hochbehälter werden hauptsächlich unterirdisch gebaut. Die oberirdisch sichtbaren Bauelemente erhalten eine Sandsteinverkleidung und sollen sich harmonisch in die Umgebung einfügen. Die neuen Leitungstrassen verlaufen wegen der Wartung im Untergrund von Wald- und Wirtschaftswegen. Nesselberger rechnet damit, dass die Bauarbeiten im Jahr 2026 beginnen und die Anlagen bereits 2028 ihren Betrieb aufnehmen werden. Den Zeitplan bezeichnete er als sportlich, aber durchaus realistisch.
Das Bauvorhaben hat Auswirkungen für die Immobilienbesitzer in Queidersbach. Derzeit gibt es im Dorf drei getrennte Druckzonen bei der Wasserversorgung, nach 2028 wird es nur noch eine geben. Der Wasserdruck in den tiefer gelegenen Anwesen in Queidersbach wird laut Nesselberger deutlich höher sein als bisher, womöglich müssten Druckminderer eingebaut werden. „Im Gegenzug haben die Bewohner der Häuser rund um den Heißenberg erstmals genügend Wasserdruck, um abends vernünftig duschen zu können“, sagte Nesselberger.