Otterberg RHEINPFALZ Plus Artikel Mehr als Hobby: Buch „Die grüne Sucht“ zeigt die Wege des Otterberger Jägers Bernhard Christmann

Bernhard Christmann war Polizeikommissar. Er hat ein Buch über sein Hobby, die Jagd, geschrieben.
Bernhard Christmann war Polizeikommissar. Er hat ein Buch über sein Hobby, die Jagd, geschrieben.

248 Seiten Jagdgeschichte aus der Pfalz: Der Otterberger Bernhard Christmann berichtet von Erfolgen, Reisen und Pflicht – und warnt vor der „grünen Sucht“.

Mit seinem Buch „Die grüne Sucht“ hat sich der Otterberger Jäger Bernhard Christmann einen lang gehegten Wunsch erfüllt. Zum einen war es ihm ein Bedürfnis, seine jagdlichen Erinnerungen vor dem Vergessen zu bewahren, zum anderen wollte er jagdbegeisterte Zeitgenossen an seinen Jagderlebnissen teilhaben lassen.

Auf 248 Seiten, viele davon mit Bildern ausgestattet, gibt Christmann in seinem Buch, das im Dezember 2025 erschienen ist, detailreiche Einblicke in die Wege und Stationen, die sein Jägerleben prägten und ihn zu einem überaus passionierten Waidmann reifen ließen. 1946 als Sohn eines Forstbediensteten in Kandel geboren und in verschiedenen Forsthäusern aufgewachsen, hatte er sozusagen den Hang zu Wild und Jagd in die Wiege gelegt bekommen. So war es nur logisch, dass er 1965 seine berufliche Laufbahn als Anwärter für den gehobenen Forstdienst begann. Im Rahmen dieser Ausbildung legte er auch die Jägerprüfung ab und konnte fortan „von Dienst wegen“ zur Jagd gehen.

Wechsel in den Polizeidienst

Im Jahr 1970 wechselte Christmann in den Polizeidienst und arbeitete sich bis zum Hauptkommissar hoch. In diesem Rang war er zunächst in Kirchheimbolanden, später in Kaiserslautern beschäftigt, zuletzt als „Polizeiführer vom Dienst“. Aber auch als Polizist ging er noch mehrere Jahre in staatlichen Eigenjagdbezirken dem Waidwerk nach. Später betreute er als bestätigter Jagdaufseher private Reviere. Seit 2008 ist er nun Pächter eines Jagdreviers im Otterberger Staatsforst, in dem er die jagdlichen Freuden und Pflichten mit Ehefrau Martina, Sohn Sebastian und dem Neffen Benjamin Lambrecht teilt.

In all den Jahren nahm er als Hundeführer bei Drückjagden sowohl in staatlichen als auch in privaten Revieren teil. Es erfülle ihn mit Stolz, mit über 600 erlegten Wildschweinen einen Teil zur Begrenzung der überhöhten Schwarzwildbestände beigetragen zu haben. Daneben seien Jagdreisen nach Österreich, Kroatien, Ungarn, Norwegen, Kanada und die USA immer mit besonderen Jagderlebnissen verbunden gewesen. Bedauerlicherweise habe er in Nordamerika erfahren müssen, dass in den dortigen Jagdcamps keine Schweißhunde vorgehalten werden und angeschossen geflüchtetes Wild in der Regel nicht nachgesucht wird.

Auf die Frage nach der Triebfeder seiner jagdlichen Passion zitiert der Autor den spanischen Philosophen José Ortega y Gasset, der, obwohl selbst kein Jäger, in seinen „Meditationen über die Jagd“ schrieb: „Der Jäger jagt nicht, um zu töten, sondern er tötet, um gejagt zu haben.“ Nicht die Lust am Töten, sondern die Freude am jagdlichen Erfolg sei der Kern des jagdlichen Handelns. In der heutigen Jagd sieht Hobbykoch Christmann die nachhaltige und sinnvolle Nutzung einer natürlichen Ressource und kann sich als Sonntagsessen nichts Besseres vorstellen, als einen rosa gebratenen Rehrücken mit Rotkraut und fluffigen Kartoffelknödeln – dazu ein edler Roter aus dem Barrique. Des Weiteren habe er so manch jagdliches Motiv als Hobbymaler auf Leinwand festgehalten.

Wichtiger Teil von Christmanns Leben

Im Schlusswort seines Buches schreibt Christmann: Die Jagd sei für ihn kein Hobby, sondern vielmehr ein wichtiger, unabdingbarer und unverzichtbarer Bestandteil seines Lebens. Mit Verweis auf den Titel seines Buches bekennt er, dass die Jagd durchaus das Potenzial zur Sucht habe. Charakteristisch für eine Sucht sei, dass die betreffende Person die Kontrolle über ihr exzessives Verhalten verliere und trotz negativer Konsequenzen nicht davon ablassen könne. Davor warne er eindringlich, insbesondere wenn durch zu intensive Jagdpassion Ehen oder Lebenspartnerschaften aufs Spiel gesetzt oder gar zerstört werden können.

Info

Bernd Christmanns Buch „Die grüne Sucht“ ist im Eigenverlag erschienen. Es kann bezogen werden über bernhardchristmann@web.de oder 06301 3849548.

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