Hütschenhausen RHEINPFALZ Plus Artikel Libellen, Vögel und ein Naturfotograf: Leben am Kranichwoog

Ein Baumfalke fliegt über den Kranichwoog.
Ein Baumfalke fliegt über den Kranichwoog.

Am Kranichwoog im Landstuhler Bruch jagen Vögel Libellen, Forscher sammeln Daten – und ein Fotograf hält fest, was sonst oft im Verborgenen bleibt.

Der Kranichwoog im Landstuhler Bruch bei Hütschenhausen ist ein etabliertes Biotop, das sowohl Erholungssuchende als auch eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt anzieht. Geschaffen wurde es durch den Naturschutzbund Weilerbach (NABU). Vögel fühlen sich hier besonders wohl, darunter auch die namensgebenden Kraniche, die das Gebiet gerne auf ihren Zugrouten besuchen. Wasserbüffel leben ebenfalls hier und sorgen dafür, dass die Vegetation niedrig bleibt.

Eine Bachstelze hat eine Libelle gefangen.
Eine Bachstelze hat eine Libelle gefangen.

In und am Rand der Gewässer gedeihen zahlreiche Pflanzenarten wie Gräser, Binsen, Rohrkolben und Knöteriche. Diese Umgebung bietet den idealen Lebensraum für zahlreiche Libellenarten. Jürgen Ott aus Trippstadt, ein promovierter Biologe und Libellenexperte, betreibt ein intensives Monitoring und hat bisher 21 verschiedene Libellenarten identifiziert. Zu diesen gehören die Azurjungfern, Große Pechlibelle und das Granatauge. Auch die knallrote Feuerlibelle, die Becherjungfer und verschiedene Blaupfeile hat er entdeckt und dokumentiert.

Ein Starhat gleich drei große Blaupfeile im Maul.
Ein Starhat gleich drei große Blaupfeile im Maul.

„Im Sommer fällt besonders die Große Königslibelle auf. Die patrouillierenden Männchen über der Wasserfläche und die eierlegenden Weibchen in den Wasserpflanzenzonen sind sehr markant“, erklärt Ott und ermutigt Besucher, genauer hinzuschauen.

Der Naturfotograf Alexander Weis ist fast täglich am Kranichwoog und wartet geduldig darauf, die Tierwelt mit seiner Kamera einzufangen. Seine beeindruckenden Aufnahmen erfreuen regelmäßig die Leser der Rheinpfalz. Einige seiner Bilder zeigen, dass nicht nur Jürgen Ott sich intensiv mit den Libellen beschäftigt, sondern auch die Vögel – allerdings auf eine andere Weise.

Dieser Neuntöter hat sich ebenfalls eine Libelle gefangen .
Dieser Neuntöter hat sich ebenfalls eine Libelle gefangen .

Vor allem die größeren Libellenarten sind eine beliebte Beute für die Vogelwelt im Sommer. Dies fließt ebenfalls in das Monitoring von Jürgen Ott ein, der die gefressenen Libellenarten identifiziert. So hat Weis einen Star fotografiert, der gleich drei verschiedene Große Blaupfeile im Schnabel hatte. Ott hat auch einen Neuntöter mit einem Großen Blaupfeil und einen Eisvogel mit einer Larve der Großen Königslibelle entdeckt.

Ein Eisvogel beobachtet von einem Ast aus.
Ein Eisvogel beobachtet von einem Ast aus.

Den Baumfalken hat Weis direkt über der Wasseroberfläche beim Packen eines Plattbauchs fotografiert. Bei der Beute der Bachstelze ist sich Ott nicht ganz sicher, vermutet jedoch einen juvenilen Kleinen Blaupfeil. Dieser Experten-Austausch zeigt, wie wertvoll die Zusammenarbeit für die Erforschung der Libellen ist. Während die Libellen dies vielleicht anders sehen, wissen die Vögel die Nahrung sicherlich zu schätzen.

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