Landstuhl
Landstuhler Anlagenbauer wächst: „B und D GmbH“ montiert von Blieskastel bis Schwarzwald
Was haben das Betriebsratsgebäude der Firma Hager in Blieskastel, die Stadthalle in Karlsruhe und eine Schinkenfabrik im Schwarzwald gemeinsam? An ihrem Entstehen beteiligt ist die Landstuhler „B und D Anlagenbau GmbH“. Das Leistungsspektrum des Unternehmens, das 2004 gegründet wurde, reicht von der Planung über die individuelle Fertigung bis hin zur Montage technischer Anlagen und Komponenten. Schwerpunkte liegen laut Geschäftsführer Björn Bandner und Prokurist und Betriebsleiter Markus Keßler im Rohrleitungs-, Stahl- und Behälterbau, auf der Kältetechnik sowie auf Schweißarbeiten, Instandhaltung und Wartung.
Anlagenbauer ist deutschlandweit tätig
Das Unternehmen, das seinen Sitz in der Bruchwiesenstraße 34 hat, ist nach Angaben des Geschäftsführers deutschlandweit – „von Hamburg bis ins Allgäu“ – tätig. Mit einem Volumen von 3,5 Millionen Euro sei der Einbau der Rohrverbindungen und Maschinen für die Klima- und Heizungsanlage der Stadthalle Karlsruhe der bisher größte Auftrag gewesen. Zu den großen Kunden gehören unter anderem die Firma GfKK, Gesellschaft für Kältetechnik-Klimatechnik mbh, die Großkälteanlagen und Kühlhäuser für Lidl, Aldi und Rewe baut. Zu den weiteren Industriekunden zählen unter anderem ACO Guss, Corning, E.ON, Nestlé und Fuchs Lubricants Deutschland.
Derzeit beschäftigt das Unternehmen 28 Mitarbeiter, davon sieben in der Verwaltung und 21 in der Produktion in den Berufen Metallbauer, Schweißer und Rohrleitungsbauer. Letztere werden laut dem Geschäftsführer von rund 55 Leiharbeitern unterstützt. „Anders wäre es finanziell gar nicht möglich, um mit der Konkurrenz aus dem Osten mithalten zu können“, so Bandner. Unter den Leiharbeitern seien vor allem Schweißer, weil diese schwierig zu bekommen seien. Derzeit bildet das Unternehmen zwei Azubis zum Metallbauer und zum Bürokaufmann aus.
Rund 150.000 Euro pro Jahr für den Fuhrpark
Die Mitarbeiter kämen größtenteils aus dem nahen Umkreis: Landstuhl, Ramstein, Pirmasens oder Thaleischweiler. Seine Mitarbeiter sucht das Unternehmen vor allem über die sozialen Medien. Nach Aufrufen auf Facebook und Instagram bekäme man schnell Rückmeldung. Doch auch der Fachkräftemangel ist für den Mittelständler ein Thema: „Wir bekommen viele Bewerbungen. Doch wenn sich dann später im Gespräch herausstellt, dass es bei uns auf Montage geht, lässt das Interesse oft nach“, schildert der Unternehmer das Problem. Je nach Baustelle seien seine Mitarbeiter auf Baustellen in der Nähe sowie deutschlandweit zwischen mehreren Tagen und Monaten auf Montage unterwegs. Bis zu 60.000 Kilometer „schrubben“ die Firmenfahrzeuge pro Jahr. Um die Firmenflotte, die derzeit 32 Fahrzeuge umfasst, instand zu halten, werden laut dem Geschäftsführer jedes Jahr bis zu 150.000 Euro in den Fuhrpark investiert.
Eine große Investition hat das Unternehmen gerade aktuell getätigt: Für über 150.000 Euro hat es 2026 einen Spinnenkran angeschafft, der über eine Hebekraft von 3200 Kilogramm verfügt und für die Montage von Bauteilen prädestiniert ist. Bisher habe man immer einen Teleskopstapler gemietet, sich jetzt aber für die Anschaffung des Spinnenkrans entschieden, um die Kosten in Zukunft etwas zu senken und die Montage zu erleichtern. Dieser könne unter anderem große Stahlträger greifen. Diese wurden laut Bandner unter anderem in dem Stahlbaugerippe, dass das Unternehmen für ein zweistöckiges Betriebsratsbüro der Firma Hager in Blieskastel fertigte, verwendet. Der Spinnenkran werde mit einem Hänger und einer Zugmaschine, die 3,5 Tonnen ziehen könne, zu den Baustellen transportiert.
Auftragsbücher für die nächsten vier Monate gefüllt
Die Auftragslage sei gut, die Bücher für die nächsten vier bis fünf Monate im Voraus gefüllt, sodass das Unternehmen immer 80 Leute beschäftigen könne, so der Geschäftsführer. Mit einem Auftragsvolumen von 1,5 Millionen Euro ist der Umbau eines Parkhauses zu einem Bürogebäude in Düsseldorf das derzeit größte Projekt. Daneben gebe es aber auch viele kleinere Aufträge mit einem Volumen zwischen 100.000 und 300.000 Euro. Projekte über 500.000 Euro seien eher die Ausnahme, ordnet Prokurist Keßler ein.
Der Umsatz ist nach Angaben des Unternehmens kontinuierlich gestiegen: Von 11,8 Millionen Euro im Jahr 2023 auf 12,6 Millionen Euro 2024. Im Geschäftsjahr 2025 lag er dann bei 13,3 Millionen Euro.
„Handwerklich geprägte Unternehmen sind eine tragende Säule unserer Wirtschaft, sichern Arbeitsplätze und stärken die Attraktivität unserer Region“, sagte Landrat Ralf Leßmeister, der das Unternehmen kürzlich besuchte. Peter Degenhardt, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Landstuhl, hob die Stärke des regionalen Mittelstands und die Vielfalt der kleinen und mittelständischen Unternehmen hervor, zu dem auch die „B und D Anlagenbau GmbH“ zähle.
Pläne, das Unternehmen zu erweitern, gibt es laut Bandner derzeit nicht. Bisher reiche der Platz für Planung und Produktion noch aus. Das größte Problem seien momentan die Parkplätze für die Firmenfahrzeuge. Landstuhls Stadtbürgermeister Mattia De Fazio wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Stadt die Erschließung des Gewerbegebiets Fleischackerloch plant. Dieses werde voraussichtlich in drei bis vier Jahren baureif sein. Es handelt sich dabei um ein Gewerbegebiet für rein produzierendes Gewerbe, dessen Ansiedlung die Stadt stärken wolle. Bisher hätten fast 40 Firmen ihr Interesse bekundet, so der Stadtbürgermeister.