Otterbach RHEINPFALZ Plus Artikel „Kleiner Pfälzer Kirchentag“ in Otterbach: Warum er nicht mehr klein ist

„Kleiner“ Kirchentag, großer Andrang: Der erste „Kleine Pfälzer Kirchentag“ 2024 lockte viele Besucher an.
»Kleiner« Kirchentag, großer Andrang: Der erste »Kleine Pfälzer Kirchentag« 2024 lockte viele Besucher an.

Die Vorbereitungen für den zweiten „Kleinen“ Pfälzer Kirchentag laufen auf Hochtouren. Was am 28. Juni geboten wird, verrät Tanja Schraß vorab im Interview mit Susanne Cahn.

Frau Schraß, nach der Premiere vor zwei Jahren kommt der „Kleine Pfälzer Kirchentag“ am Sonntag, 28. Juni, wieder nach Otterbach. So klein war er damals aber gar nicht.
Das stimmt – klein ist hier wirklich relativ. Beim ersten „Kleinen Pfälzer Kirchentag“ durften wir rund 3000 Besucher in Otterbach begrüßen. Für eine Premiere war das ein großartiger Erfolg. Der Begriff „klein“ bezieht sich weniger auf die tatsächliche Größe, sondern vielmehr auf das Konzept: Wir verstehen uns als kompakten, regionalen Kirchentag mit kurzen Wegen, persönlicher Atmosphäre und starkem Bezug zur Pfalz. Und ganz bewusst haben wir das Wörtchen „klein“ in diesem Jahr auch gestrichen – denn wir werden noch größer und vielfältiger.

Wie viele Besucher erwarten Sie?


In diesem Jahr rechnen wir mit noch mehr Gästen – deutlich über 3000. Der Kirchentag steht im Zeichen von Begegnung, Gemeinschaft und Familie. Besonders freut uns die Kooperation mit dem Tag der Familie des Landkreises Kaiserslautern, durch die wir unser Angebot für Kinder, Jugendliche und Familien noch einmal erweitern können.

Wie weit sind die Vorbereitungen?
Die Planungen sind weit fortgeschritten – wir befinden uns aktuell in der heißen Phase. Ohne Unterstützung vieler engagierter Partner wäre eine solche Veranstaltung nicht möglich: Wir arbeiten eng mit dem Kirchenbezirk, dem Landkreis, der Verbandsgemeinde, der Ortsgemeinde Otterbach sowie Vereinen und Initiativen zusammen. Die organisatorische Hauptverantwortung und Koordination laufen überwiegend über meinen Schreibtisch. Pfarrerin Meredith Schellhaas kümmert sich insbesondere um Werbung und Social Media, während Pfarrerin Karin Schwartz mich trotz ihrer bevorstehenden Elternzeit engagiert unterstützt. Ebenso bringt sich die Evangelische Jugend ein. Zudem bin ich dankbar, dass meine Kolleginnen, meine Familie und mein Partner mir in besonders fordernden Momenten den Rücken stärken und mich immer wieder motivieren.

Tanja Schraß organisiert mit ihrem Team zum zweiten Mal den Pfälzer Kirchentag, der am 28. Juni in Otterbach geplant ist.
Tanja Schraß organisiert mit ihrem Team zum zweiten Mal den Pfälzer Kirchentag, der am 28. Juni in Otterbach geplant ist.

Gibt es Änderungen im Ablauf?
Wir haben die erste Veranstaltung intensiv ausgewertet: Vieles ist gut gelaufen und hat sich bewährt. Gleichzeitig haben wir in einigen Bereichen Optimierungspotenzial gesehen – etwa bei der Versorgung, den Parkmöglichkeiten sowie bei der Anzahl und Verteilung der Veranstaltungsräume. Diese Punkte haben wir aufgegriffen, sodass sich Gäste in diesem Jahr besser orientieren können und die Abläufe reibungsloser funktionieren. Insgesamt rechnen wir mit 150 bis 200 ehrenamtlich Mitwirkenden und Helfenden am Veranstaltungstag.

Was werden Höhepunkte sein?
Das Programm ist in diesem Jahr noch vielfältiger – mit rund 40 Veranstaltungen mehr als 2024, also insgesamt etwa 200 Angeboten. Es hat sich ein deutlich größerer „Markt der Möglichkeiten“ entwickelt, mit einem erweiterten Schwerpunkt – insbesondere mit Blick auf Familien, Kinder und Jugendliche. Aber auch die Erwachsenen kommen nicht zu kurz. Die Vielzahl der Programmpunkte macht es schwer, einzelne Höhepunkte herauszugreifen. Aber wenn ich etwas hervorheben soll: Die Holocaust-Überlebende Eva Szepesi wird aus ihrem Buch lesen. Es gibt ein großes musikalisches Angebot. Außerdem haben Politiker ihr Kommen zugesagt. Und das ist längst nicht alles.

Werden auch wieder Promis erwartet?
Ja, wir konnten erneut einige prominente Gäste gewinnen, und darauf bin ich besonders stolz. Unter anderem wird Bernhard Hoëcker an einem Podiumsgespräch zum Thema „Neues Bestattungsgesetz in Rheinland-Pfalz“ teilnehmen. Außerdem freuen wir uns auf den Tubisten Andreas Hofmeir sowie auf den Sänger Andi Weiß. Ein Höhepunkt wird das Abschlusskonzert der Bläserphilharmonie Donnersberg gemeinsam mit Andreas Hofmeir sein.

Welche politischen Themen stehen in diesem Jahr im Fokus?
Der Kirchentag versteht sich traditionell auch als Plattform für gesellschaftliche und politische Diskussionen. In diesem Jahr werden Themen wie gesellschaftlicher Zusammenhalt, Demokratie, Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit eine Rolle spielen. Dabei geht es uns vor allem darum, den Dialog zu fördern und unterschiedliche Perspektiven ins Gespräch zu bringen.

Wann geht es los?
Wir starten um 10.30 Uhr mit dem Eröffnungsgottesdienst in der Schulturnhalle mit Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst und Kirchentagspastorin Anne Helene Kratzert. Ein besonderer Moment wird dabei die Uraufführung des für den Kirchentag komponierten Songs von Kantor Tobias Markutzik mit einem Projektchor sein. Ab 12 Uhr beginnen die weiteren Angebote und Veranstaltungen auf dem gesamten Gelände. Den gemeinsamen Abschluss bildet um 20.15 Uhr ein Reisesegen.

Info

Das Programm zum Pfälzer Kirchentag wird im Internet unter www.kirchentag-pfalz.de veröffentlicht.

Zur Person

Tanja Schraß aus Otterbach ist Vorsitzende des Landesausschusses Pfalz des Deutschen Evangelischen Kirchentages und damit mitverantwortlich für die Vorbereitung der Kirchentage. Den Pfälzer Kirchentag organisiert die 52-Jährige zum zweiten Mal. Schraß engagiert sich zudem als Prädikantin und Notfallseelsorgerin. Sie arbeitet seit 2011 in der Dekanatsgeschäftsstelle in Otterbach.

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