Weilerbach RHEINPFALZ Plus Artikel Keltisches Wagengrab: Rekonstruktion geht voran

Die Silhouetten-Darstellung soll die Dimensionen verdeutlichen. In der Grabkammer befand sich einst ein Wagen, auf dem der Tote
Die Silhouetten-Darstellung soll die Dimensionen verdeutlichen. In der Grabkammer befand sich einst ein Wagen, auf dem der Tote lag. Über dem Grab gab es einen runden, in der Mitte fast vier Meter hohen Sandhügel . Sein Durchmesser: mehr als 30 Meter.

Die Darstellung des keltischen Wagengrabes bei Weilerbach nimmt Gestalt an: Wo in den vergangenen Wochen nur ein langes Betonfundament war, ist nun auch eine offene Stahlkonstruktion zu sehen.

Diese sei fast sechs Tonnen schwer und mit einem großen Kran aufgestellt worden, berichtet Ortsbürgermeister Horst Bonhagen. Wegen des Gewichts sei das Ganze gut mit dem Fundament befestigt und gesichert worden. Bis Ende Juni soll die Rekonstruktion, die die ursprünglichen Dimensionen des Grabes veranschaulichen will, komplett fertig sein, schätzt der Ortsbürgermeister. Noch fehlen zum Beispiel die Sandsteinfindlinge, die das Grabhügelrund andeuten, und die Infotafeln. Zusätzlich sollte eine Art Fernglas eine dreidimensionale Darstellung der Grabkammer liefern. Diese Idee wäre aber zu teuer geworden, sagt Bonhagen. Deswegen ist nun eine Glasplatte mit Drei-D-Effekt vorgesehen. Das gesamte Vorhaben kostet rund 80.000 Euro, es wird aber zu 70 Prozent aus dem europäischen Leaderprogramm gefördert.

Idee und Pläne für die Rekonstruktion stammen von dem Weilerbacher Heimatforscher Kurt Schäfer, für ihn nach eigenem Bekunden eine Herzensangelegenheit. Das keltische Grab soll damit auch sichtbarer und erlebbarer werden. Denn der Originalstandort befindet sich einige Meter entfernt davon mitten im Wald beim Schellenbergerhof, worauf nur eine Infotafel hinweist. Da dort ein Grabungsschutzgebiet ausgewiesen ist, konnte die Stahlkonstruktion dort keinen Platz finden. Das Grab, in dem vor etwa 2500 Jahren ein wohlhabender Kelte seine letzte Ruhe fand, wurde 1875 geöffnet. Als wertvollste Funde wurden neben einer Reihe kleinerer Beigaben die Bruchstücke von vier eisernen Radreifen, von dazugehörenden Nabenbuchsen und Nägel geborgen. Ausgestellt sind die Wagenstücke im Weilerbacher Reinhard-Blauth-Museum.

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