Katzweiler
Jonglage, Tricks, Evangelium: Magischer Abend in der Lautertalhalle
In der Lautertalhalle in Katzweiler herrscht für gut zwei Stunden gute Laune. Oben auf der kleinen Bühne, auf der nicht mehr als zwei Holzkisten, ein kleiner Tisch – ein besonderer Tisch der zwischendurch mal eben umherschwebte – ein Bilderrahmen und ein samtiger Hintergrund zu sehen sind, agiert ein Künstler. Dieser stellt gleich mal klar, dass ja alles nur Illusion sei, was da rund um ihn passiert. Ist dem Publikum egal, es lässt sich verzaubern.
Unerklärlich, warum der Tisch schwebt
„Was ich zeige, sind nur Tricks, allein eure Vorstellung macht es zur Illusion!“ Hat er natürlich recht. Trotzdem unerklärlich, wieso der Tisch auf einmal schwebt, ein gerade noch zerschnittenes Seil sich magisch wieder zum Ganzen vereint, eine Entfesselung aus dem eigenen Jackett und weitere spannende Dinge sich auf „wundersame“ Weise ereignen.
Tommy Bright, der Zauberkünstler, angereist aus der Nähe von Stuttgart, bedauert zwischendurch ein bisschen, dass er ganz alleine auf der Bühne stehen müsse. Wann immer es gehe, begleiten ihn seine beiden älteren Jungs, um die Technik zu übernehmen. Ging diesmal nicht, also managt er das Einspielen der Musik und die richtige Ausleuchtung nebenher gleich mit.
Auf die vor der Show gestellte Frage, ob er denn ein bisschen nervös sei, gibt er lachend zur Antwort „Nein, bin ich nicht. Ich funktioniere normalerweise ganz gut, nur ob die Technik das auch tut?“ Sie hat ihn nicht im Stich gelassen, alles läuft prima, auch wenn er einen Salzstreuer und eine Flasche Maggie für gewisse magische Momente benötigt. Sein Publikum, Kinder genauso wie Erwachsene, hängen gebannt an seinen Händen, die zwischendurch auch mal geschickt jonglieren, dies mit einem Fußball, einer Flasche und einem Säbel gleichzeitig! Das hat was und doch sind es seine Worte, ein ganz eigenes Kapitel der Vorstellung bieten! Es sind nicht die Sätze von der Illusion, dessen, was wahrgenommen wird und was nicht, oder „es ist voll in Ordnung, wenn ihr mir nicht alles glaubt!“, es sind viel mehr seine Botschaften von Gott, die er zwischendurch, völlig unaufdringlich, fast schon nebenbei mit einfließen lässt.
Ob es der Vortrag seiner eigenen Biografie hin zum Glauben ist, die er in Gedichtform und mit Staunen auslösenden Tricks verbunden, präsentiert oder gleich das komplette Evangelium, dargestellt mit einem Satz Pokerkarten, Tommy Bright und seine Kunst kommen in Katzweiler gut an.
Früher als Praktikant beim CVJM Katzweiler tätig
Ganz fremd sind sich Ort und Künstler, der im gesamten deutschsprachigen Raum jährlich rund 70 Vorstellungen gibt, nicht. War er doch im Rahmen seiner Ausbildung zum CVJM-Sekretär 1999/2000 als Praktikant beim CVJM Katzweiler zu Hause. Damals war er allerdings „unser Michael“ wie ihn Klaus Zech, der damalige und heute noch immer verantwortlicher Pfarrer in Katzweiler, amüsiert vorstellt.
Die Zauberkunst des heutigen Tommy Bright und seine Botschaft: Sie war Teil des Jubiläums, das im Ort anlässlich des Jubiläums „200 Jahre protestantische Kirche“ gefeiert wird. Ganz ohne Zauberei, aber mit genauso viel Fingerfertigkeit und Kreativität, geht es im Jubiläumsjahr nun weiter. „Eine Kirche mit Legosteinen bauen, ist unser nächster Programmpunkt“, freut sich Christiane Wilking, Mitorganisatorin des großen Kirchenjubiläums, auf die nächste Veranstaltung, die zu Ehren der protestantischen Kirche ansteht. Der genaue Termin dafür ist allerdings noch nicht fix.