Kreis Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Infotafeln im Walkmühltal: Geschichte erleben beim gemütlichen Wandern

Förster Günter Benkel stellt gemeinsam mit Volker Reinsch, einem helfenden Jäger, die erste Infotafel auf. Die befindet sich vom
Förster Günter Benkel stellt gemeinsam mit Volker Reinsch, einem helfenden Jäger, die erste Infotafel auf. Die befindet sich vom Parkplatz Gelterswoog kommend auf dem Weg Richtung Walkmühltal.

Das Forstamt Kaiserslautern stellt Infotafeln im Walkmühltal auf und lüftet so manches Geheimnis. Da wird der Ausflug zur historischen Lehrstunde.

Eine Auszeit vor der Haustür genießen? Das geht hier in der Region prima. Eins dieser feinen Ausflugsziele ist das Walkmühltal mit seinen idyllischen Woogen und verschlungenen Pfaden. Bislang führten diese an historischen Geheimnissen vorbei. Ab sofort wird dort Geschichte nun auch erlebbar.

Das Forstamt Kaiserslautern hat entlang eines Rundweges mehrere Schilder zur Historie im Walkmühltal aufgestellt. Dabei gibt es nicht nur Erläuterungen zur Geschichte des Tals, die wohl bis ins vierte Jahrhundert zurück geht. Es finden sich auch Zeichnungen, die eine Vorstellung vermitteln, wie es an einigen Stellen in früherer Zeit ausgesehen haben könnte und welche Gebäude hier standen. Spannend ist etwa der Hinweis, dass der Pfad, der das Walkmühltal durchquert, über einen Damm verläuft, der früher die Grenze zwischen sickingischem und kurfürstlichem Besitz zeichnete und heute als Grenze zwischen dem Landkreis und der Stadt Kaiserslautern dient. Die Infotafeln offenbaren auch, wo all das Wasser herkommt, das das Tal für Wanderer zu etwas Besonderem macht.

Richtig wäre der Name Waldmühltal

Zu erfahren ist zudem, dass der Name Walkmühltal so eigentlich nicht stimmt und es richtigerweise wohl Waldmühltal heißen müsse, weil es sich um eine Mühle im Wald gehandelt hat. Eine Mühle, die den Dörfern Bann und Queidersbach zum Walken der Stoffe gedient haben soll, hat es im Tal offenbar nicht gegeben. Tuchverarbeitung war in den Dörfern urkundlich nicht nachweisbar. Das Tal hat nach den Recherchen der Heimatforscher offensichtlich seinen Namen fälschlicherweise von einer Walkmühle in Kaiserslautern – der ehemaligen Kammgarnspinnerei, die 1452 urkundlich auftaucht, aber nicht im Tal liegt.

Am historischen Standort der Waldmühle erklären die Zeilen den richtigen Namen, die Zeichnung von Alois Schneider gibt Einblicke
Am historischen Standort der Waldmühle erklären die Zeilen den richtigen Namen, die Zeichnung von Alois Schneider gibt Einblicke, wie es früher ausgesehen haben könnte.

Beim Vorbeiwandern gibt es neben viel Historischem auch die Erklärung, wie denn die alte Größenangabe Morgen zu verstehen ist. „Die Bezeichnung kommt daher, dass man mit einem Morgen die Fläche Ackerland bezeichnete, die ein Bauer mit einem Pflug an einem Vormittag beackern konnte. Das waren ungefähr 2500 Quadratmeter, also ein halbes Fußballfeld oder ein viertel Hektar“, steht da zu lesen.

Das Aufstellen der Infotafeln geht auf Günter Benkel, Revierförster am Forstamt Kaiserslautern, zurück, der seit 2018 eine Umsetzung von der Idee bis zur jetzigen Realisierung verfolgte. Bei Revierbegängen durchs Walkmühltal wurde er von Waldbesuchern immer wieder nach dem Namen des Tals, dem Mühlenstandort, der Herkunft des Wassers und nach einigem mehr gefragt. Fragen, auf die er, obwohl historisch interessiert und durchaus belesen, zu Anfang nur wenige Antworten hatte.

Zunächst durften keine Schilder stehen

„Mit Alois Schneider, dem damaligen Leiter und Initiator des Heimatmuseums Queidersbach, fand ich einen kompetenten Ansprechpartner und Unterstützer – den Fachmann überhaupt“, blickt Benkel zurück. Schneider habe da schon lange den Gedanken gehabt, den kulturhistorischen Aspekt des Walkmühltals sichtbar zu machen und Örtlichkeiten für Besucher zu erklären. Gemeinsam sei schnell die Idee entstanden, einen Rundwanderweg zu planen und in dessen Verlauf historische Stellen zu markieren. Ein Problem sei nur gewesen, dass das Walkmühltal Teil des rund 50 Hektar großen Naturschutzgebiets „Täler und Verlandungszone am Gelterswoog“ ist. Zunächst scheiterte das Aufstellen von Infotafeln, die Untere Naturschutzbehörde versagte die Genehmigung.

„Mit dem neuen ,Besucherlenkungskonzept’ der Verbandsgemeinde Landstuhl wurden die örtlichen Rundwanderwege aktuell geordnet. Damit kam wieder Bewegung in das Projekt“, berichtet Förster Benkel erfreut, dass nun in Absprache mit der VG und der Ortsgemeinde Queidersbach der Kulturhistorische Walkmühltal-Wanderweg doch noch entstehen konnte. „Alois Schneider hat viele Örtlichkeiten nicht nur mit seinen Worten erklärt, sondern auch akribisch und mit viel Fachkenntnis zeichnerisch dargestellt“, verweist Günter Benkel auf den inzwischen verstorbenen Heimatforscher, der im Tal nun dafür sorgt, dass Geschichte lebendig wird.

Kulturhistorischer Walkmühltal-Wanderweg

Der bislang mit zehn Infotafeln bestückte Walkmühltal-Wanderweg ist rund 5,5 Kilometer lang und in zwei Stunden gemütlich zu schaffen. Dabei passiert man automatisch die Infotafeln. Gestartet werden kann vom Campingplatz Gelterswoog Richtung Walkmühltal bis zur Quelle und zurück. Weil es durch das Naturschutzgebiet „Täler und Verlandungszone am Gelterswoog“ geht, soll man auf den Wegen bleiben. Der nun beschilderte Rundweg ist Teil des 12,5 Kilometer langen kulturhistorischen Wanderwegs. Dieser beginnt und endet in Queidersbach am Sportheim, unterhalb des Reitplatzes. Wegweiser sind auf der gesamten Strecke die blauen Rauten auf weißem Grund, wobei der weiße Pfeil die Richtung zeigt.

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