Eulenbis
Im Pfeifertal gibt’s ehrliche Hausmannskost
Draußen windet und regnet es bei kühlen Herbsttemperaturen, drinnen empfängt uns ein gemütlich prasselndes Feuer im Kamin. Und unser reservierter Platz im Landgasthaus Pfeifertal am Fuße des Eulenkopfes befindet sich direkt daneben, mit Anlehnmöglichkeit an die Feuerstelle. „Kuschelecke“ steht auf einem der Kissen, die als Polsterung der Kaminbank dienen. Da fühlen wir uns doch gleich sehr gut aufgehoben in dem von Frank Fischer und seiner Familie in vierter Generation geleiteten Restaurant, zu dem auch noch ein Hotel gehört.
Auch die junge Bedienung leistet ihren Teil dazu: Sie kommt immer zur rechten Zeit an unseren Tisch, scheint also genau im Blick zu haben, wann ihr Service gebraucht wird, ohne aufdringlich zu sein.
Moderne trifft Gemütlichkeit
Bewirtet werden die Gäste in einem an das eigentliche Haus angebauten Raum. Rechts des roten Entrées mutet er mit der schrägen Holzbalkendecke, den gepolsterten Stühlen und Bänken sowie dem Kamin eher gemütlich an, auf der linken Seite wirkt er mit freistehenden Holzstühlen und Tischen kühler und öffnet sich mit großen Glasflächen zum Biergarten, der bei unserem Besuch aber aufgrund des Wetters natürlich verwaist daliegt.
Der Blick in die Karte verheißt hauptsächlich gut bürgerliche und vielfach bewährte Kost: Suppen und Knoblauchtoast zur Vorspeise, verschiedene Schnitzel, Rumpsteaks und Tafelspitz beispielsweise als Hauptgericht. Und auch wenn es das überbackene Mühlenpfännchen mit Hähnchen und Champignons in Rahmsauce, den Pulled-Pork-Teller mit Barbecue-Sauce oder das Teriyaki-Hähnchen mit Gemüsereis nicht überall gibt, weiß der Restaurantbesucher doch schon beim Lesen, was ihn geschmacklich erwartet. Das Gleiche gilt für die vegetarischen Gerichte (von denen es immerhin vier und noch dazu ganz unterschiedliche gibt, ein absoluter Pluspunkt): Dort steht neben den unvermeidlichen Käsespätzle, einem Curry und Spinatknödeln mit Shakshuka, einer Tomaten-Paprikapfanne mit Eiern aus der nordafrikanischen Küche, die in Israel gerne zum Frühstück serviert wird, ein für unsere Region zwar eher ungewöhnliches Essen zur Auswahl. Neu interpretiert wird es aber nicht – was in einem Landgasthaus jedoch auch nicht sein muss.
Frische, bunte Rohkost
Wir entscheiden uns letztlich für Fish&Chips beziehungsweise Cordon bleu mit Pommes frites. Dazu bestellen wir jeweils noch einen Beilagensalat, der jedoch beim Fischgericht nicht notwendig gewesen wäre, da ein kleines Schüsselchen Salat dazu gereicht wird. Aber auch die größere Salatmenge ist kein Schaden, denn die bunte Rohkost kommt knackig-frisch und mit leckerem Dressing auf den Tisch. Karotte, Radieschen, Gurke, Tomate, Rettich und Rotkohl sind appetitlich rund um den Blattsalat drapiert.
Schmackhaft sind auch die panierten Seelachsfiletstückchen auf den schön kross ausgebackenen Kartoffelscheiben. Während dieser britische Street-Food-Klassiker üblicherweise mit einer Remouladensoße gereicht wird, verleiht der pikante Dip im Pfeifertal dem Essen den besonderen Pfiff: Er besteht nämlich aus einer Mischung aus Mango-Chutney mit Sojasoße und Ingwer und passt sehr gut.
Das Cordon bleu, das mit zwei Zitronenscheiben garniert und einer großes Portion Pommes auf den Tisch kommt, überzeugt geschmacklich ebenfalls. Aus der knusprig-fluffigen Panade quillt etwas Schinken und Käse hervor. Offensichtlich ist das Schnitzel nicht in der Fritteuse, sondern in der Pfanne gebacken worden. Auch die Käse-Schinken-Füllung ist genau richtig bemessen: nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig.
Nachtisch? Beim nächsten Mal
Da die Portionsgrößen gut bemessen sind, nehmen wir nur noch einen Cappuccino zum Abschluss – obwohl die Dessertkarte mit verschiedenen Eissorten, warmem Apfelstrudel und einem Topfen-Nougat-Knödel durchaus Verlockendes zu bieten hat. Das probieren wir dann beim nächsten Mal, das es – so sind wir uns einig – ganz bestimmt geben wird.