Trippstadt RHEINPFALZ Plus Artikel Handyempfang im Pfälzerwald: Am Antonihof geht es voran

Innerhalb weniger Wochen wuchs nahe des Trippstadter Antonihofs im Pfälzerwald ein Funkturm in die Höhe. Wann geht er in Betrieb
Innerhalb weniger Wochen wuchs nahe des Trippstadter Antonihofs im Pfälzerwald ein Funkturm in die Höhe. Wann geht er in Betrieb?

Der neue Mobilfunkmast im Pfälzerwald am Antonihof steht. Wann geht er in Betrieb? Und wie steht es um die Anlagen, die im Karlstal und im Hirschsprungtal geplant sind?

Erst rührte sich in puncto Handyempfang im Pfälzerwald rund um Trippstadt lange nichts, doch dann ging es ruckzuck: Im Dezember hatten die Arbeiten zum Bau der neuen Mobilfunkanlage am Antonihof begonnen und schon Ende Januar stand der Turm, der nun unweit des Wanderparkplatzes Zum Hirschsprung mit 63 Metern Höhe die Wipfel der Bäume deutlich überragt. Errichtet hat das aus Komponenten zusammengesetzte Stahlgitter-Konstrukt die Firma Vantage Towers, die als Dienstleister für Mobilfunkunternehmen wie Vodafone tätig ist.

„Der Rohbau ist nun fertig“, gibt Vodafone-Sprecher Volker Petendorf auf RHEINPFALZ-Anfrage Auskunft. Bis Ende März werde Vantage Towers die neue Station ans Stromnetz anbinden und dann an Vodafone übergeben. „Dies ist dann aber nur ein Zwischenschritt auf dem Weg zur Inbetriebnahme“, erläutert er. Denn danach müsse Vodafone aus diesem Rohbau zunächst noch eine funktionstüchtige Mobilfunkstation machen: Die neue Anlage werde an das weltweite Telekommunikationsnetz angebunden, außerdem müssten die Antennentechnik und die Betriebsstelle für die Systemtechnik aufgebaut werden. Danach folge die frequenztechnische Integration der neuen Station in die bestehenden Mobilfunknetze des Landkreises Kaiserslautern, erklärt Petendorf die Vorgehensweise. „Nach einem Probebetrieb mit Optimierungsmaßnahmen ist der Turm dann fertig zur Inbetriebnahme.“

Auch die Notruftechnologie AML ist an Bord

Wie lange werden all diese Arbeitsschritte dauern? „Das kann man nie so genau sagen“, antwortet der Konzernsprecher und schätzt, dass der Funkturm „im Sommer oder Herbst 2026“ in Betrieb gehen und die Funklöcher in diesem Teil des Pfälzerwalds schließen wird. „Die neue Station wird rund um den Antonihof mit Schwerpunkt auf die L503 mobiles Telefonieren in bester Qualität ermöglichen. Außerdem mobile Breitbandnutzung, also mobile Internetnutzung und mobilen Datenverkehr.“

Zudem werde dieser Standort die Notruftechnologie AML und das Katastrophen-Warnsystem Cell Broadcast an Bord haben: „Dank AML wird bei einem Notruf an die 112 der genaue Standort des Anrufers automatisch an die Rettungsleitstelle übertragen, sodass die Rettungsdienste den Unglücksort sehr schnell finden können“, berichtet Volker Petendorf. „Und dank der Technologie Cell Broadcast wird die umliegende Bevölkerung via Smartphone vor Gefahrlagen wie zum Beispiel Großbränden gewarnt.“

Karlstal: Neue Suche nach passendem Standort

Und wie sieht es mit den anderen Funktürmen aus, die im Pfälzerwald auf Trippstadter Gemarkung vorgesehen sind? „Grundsätzlich ist zu berücksichtigen, dass überall in Deutschland zwischen ersten Planungen einer neuen Mobilfunkstation und deren Inbetriebnahme oftmals mehrere Jahre vergehen, da viele Schritte gegangen werden müssen“, schickt der Vodafone-Sprecher seiner Antwort voraus. „Für das Hirschsprungtal und das Karlstal haben wir unseren Dienstleister Vantage Towers damit beauftragt, jeweils geeignete Grundstücke für einen Mastneubau zu suchen. Wir befinden uns hier in einem frühen Planungsstadium“, sagt Petendorf. Im Karlstal sei ein passender Standort für eine Mobilfunkstation zwar gefunden worden. „Aber er musste wegen fehlender Genehmigungsaussichten durch die Untere Naturschutzbehörde wieder aufgegeben werden, so dass hier eine komplett neue Standortsuche gestartet werden musste.“

Nach der erfolgreichen Standortsuche folgten aufwendige Genehmigungsverfahren mit verschiedenen Behörden, bevor mit einem Bau begonnen werden könne, erläutert der Vodafone-Sprecher. Der langgehegte Wunsch der Gemeinde Trippstadt, dass gerade das touristisch stark frequentierte Karlstal mit dem gut besuchten Naturfreundehaus Finsterbrunnertal aus dem Funkloch geholt wird, dürfte also noch nicht so schnell in Erfüllung gehen.

Liegt nach wie vor im Funkloch: das wildromantische Karlstal.
Liegt nach wie vor im Funkloch: das wildromantische Karlstal.

Bereits in der Umsetzung ist dagegen eine Station in der Nähe von Johanniskreuz: Neben der B48 steht an der Abzweigung Richtung Leimen seit 2024 ein provisorischer Funkturm. Seit dieser mobile Mast in Betrieb sei, habe sich im Plateaubereich der Handyempfang auch im Wald deutlich verbessert, so das Forstamt Johanniskreuz. „Das Provisorium soll bald durch einen richtigen Turm ersetzt werden“, gibt Büroleiter Jannis Roth auf Anfrage Auskunft. Während die Anlage am Antonihof auf einer Lichtung errichtet wurde, müssten für die Station an der B48 Ausgleichsflächen für den Eingriff in die Natur ausgewiesen werden. „Dazu laufen gerade die Gespräche.“

Auch für den Forst ist der Ausbau des Mobilfunknetzes im Pfälzerwald wichtig, denn er könnte den Forstleuten die Waldarbeiten erleichtern und würde die Versorgungssicherheit bei Arbeitsunfällen erhöhen.

Ein Provisorium, das hilft: mobiler Funkmast an der B48 an der Abzweigung nach Leimen.
Ein Provisorium, das hilft: mobiler Funkmast an der B48 an der Abzweigung nach Leimen.
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