Weilerbach Grundschüler für die neuen Medien fit gemacht

Für die Grundschule Weilerbach gab es eine Plakette. Nur zehn Schulen werden pro Jahr in Rheinland-Pfalz für das Programm ausgew
Für die Grundschule Weilerbach gab es eine Plakette. Nur zehn Schulen werden pro Jahr in Rheinland-Pfalz für das Programm ausgewählt.

Kinder haben oft noch keine genauen Vorstellungen davon, wie das Internet funktioniert und welche Dimension es hat. Dritt- und Viertklässler der Weilerbacher Grundschule haben jetzt zumindest eine Ahnung davon – dank des Projektes Medientrixx.

„Was sind Influencer, und wie arbeiten sie?“, fragte Lena Lorenz, Referentin des Landesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit. Die Klasse 4b der Grundschule Weilerbach bekam am Mittwoch und Donnerstag der vergangenen Woche in einem Workshop wichtige Verhaltensregeln erklärt. Lorenz enttarnte die Vorgehensweisen anhand deutlich verständlicher Beispiele. „Influencer sind eigentlich Schauspieler. Sie bekommen viel Geld für alles, was sie einem als persönliche Empfehlung schmackhaft machen wollen“.

Die Referentin war bereits im Oktober in der Weilerbacher Grundschule und hat dritte Klassen in puncto Medien fit gemacht. Jetzt im Dezember sind die vierten Klassen dran. „Eigentlich könnten wir schon bei den Kitas anfangen“, räumte Lorenz ein. Um genau diese Medienkompetenz zu vermitteln, wurde vor acht Jahren Medientrixx vom SWR gemeinsam mit dem Ministerium für Bildung, der Medienanstalt Rheinland-Pfalz und dem Pädagogischen Landesinstitut ins Leben gerufen.

Thema Datenschutz

Zunächst ging es in Weilerbach nun in zwei Schulstunden darum, was die neun und zehn Jahre alten Kinder nutzen. Smartphone, Tablet, Computer, Konsole, Fernseher, Internet, WhatsApp, Instagram, Snapchat, TikTok – die Schüler zeigten sich mit all dem vertraut. „Warum ist WhatsApp erst ab 16 Jahren erlaubt?“, fragte Lena Lorenz und verwies auf die Gefahr, dass Daten gehackt und verkauft werden könnten. Auch Bilder, die nicht für Kinder geeignet seien, könnten dort gesehen werden. Außerdem höre WhatsApp sozusagen mit, wenn darüber telefoniert wird. Es bestehe die Gefahr von Cyber-Mobbing oder davon, Opfer von Kinderpornografie zu werden.

Hier kam die Referentin auf das Datenauslesen zu sprechen. „Was kommt von mir ins Internet?“, fragte sie. Anhand eines Arbeitsblattes wurden Kategorien wie Name, Wohnort, Geburtstag, Hobbys und Fotos einzeln besprochen.

Auch am Donnerstag ging es im zweiten Teil des Workshops um Datenschutz. Ein Quiz zu den Themen Browser, Router, Cookies wies auf die Gefahren hin, Letztere zu schnell zu akzeptieren, ohne genauer hinzuschauen. Auch Suchmaschinen wie Google wüssten viel zu gut über ihre Nutzer Bescheid. „Hier wird gespeichert, auf welchen Internetseiten du warst“, erläuterte die Referentin. Klassenlehrerin Nadine Buck unterstützte ihre Schüler beim Ausfüllen eines Arbeitsblattes zum Thema Werbung. „Nicht bei vermeintlichen Gewinnspielen mitmachen!“, warnte Lorenz eindringlich. „Die Anbieter wollen nur eure Daten abgreifen. Zu gewinnen gibt es nichts.“

Fake News und sichere Passwörter

Auch kostenlose Apps hätten ihre Tücken. Dafür müsse Werbung in Kauf genommen werden. „Warum ist das Internet auch gefährlich?“, fragte Lorenz in die Runde. Ein Schüler antwortete: „Unsere Adressen können an Fremde geraten.“ Die Referentin verdeutlichte anhand eines Beispiels die Verbreitung von Fake News. „Habt ihr schon den Elternbrief erhalten, dass im Frühjahr die Osterferien ausfallen?“ Natürlich stimme das nicht, korrigierte Lorenz sofort. Doch was wäre geschehen, wenn sich diese Kunde ohne Widerruf verbreitete hätte? Ein Exkurs zum Thema „Sichere Passwörter“ folgte.

Zum Abschluss des Workshops gab die Referentin einen eindringlichen Rat. „Bitte keine App ohne Erlaubnis der Eltern herunterladen. Geht zu euren Eltern, und fragt sie, wenn ihr etwas nicht versteht“.

Über die Teilnahme an Medientrixx kann sich die Grundschule nun zukünftig mit einer Plakette schmücken. Zehn Schulen werden nach ihrer Bewerbung pro Jahr in Rheinland-Pfalz dafür ausgewählt. Ein weiteres, verpflichtendes Modul ist ein Abend zum Thema „Medienkompetenz für Eltern“. Dieser ist im kommenden März geplant.

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