Krickenbach RHEINPFALZ Plus Artikel Grandioser Blick entschädigt für steilen Aufstieg

Aufgewertet: Neben dem Turm lädt eine Sitzgruppe zum Verweilen ein.
Aufgewertet: Neben dem Turm lädt eine Sitzgruppe zum Verweilen ein.

Er ist ein echter Wanderhöhepunkt, der Krickenbacher Aussichtsturm. Den müssen sich die Vorbeikommenden aber verdienen.

Wer hoch hinaus will, der muss bergauf laufen. Auch zum Krickenbacher Aussichtsturm führen alle Wege erst einmal bergan, teilweise sogar recht steil. Die Mühe aber lohnt sich. Wer oben ankommt und auch noch die 47 Stufen auf die Turmplattform überwindet, schaut auf eine wunderbare Landschaft und kann die Gedanken so weit wie den Blick schweifen lassen.

Entdeckt habe ich diesen wirklich wunderschönen Platz durch eine Freundin. In Queidersbach aufgewachsen, kennt sie fast jedes Fleckchen rund um den Ort und wusste schon von dem Turm, als er noch lange nicht fertig war. Immerhin vier Jahre dauerte der Bau. Coronapandemie und Ukrainekrieg sorgten für Verzögerungen und Lieferengpässe. Aber im Mai 2024 konnte die Attraktion oberhalb Krickenbachs eröffnet werden. Mittlerweile wurde auch noch eine Sitzgruppe mit Tisch daneben montiert, sodass Wanderer hier oben, auf dem Wasserstein, picknicken können. Denn der Turm liegt direkt am acht Kilometer langen Höhenrückenrundweg, der an der Mehrzweckhalle in Krickenbach beginnt und einmal rund um den Ort führt.

Wie ein kleiner Urlaub

Aber auch von Queidersbach ist der Turm zu erreichen – wenngleich, wie schon erwähnt, ein steiles Stück und rund drei Kilometer überwunden werden müssen. Für mich ist der längere Spaziergang immer wieder aufs Neue wie ein kleiner Urlaub. Zum einen ist der Weg abwechslungsreich. Er führt vorbei an Hühnern und Schafen, vorbei auch am Weinberg des Männergesangvereins Concordia – für die Westpfalz fast schon exotisch anmutend –, dann durch den Wald und über eine Wiese, die zurzeit wunderschön blüht. Wilde Möhre, Glockenblumen und Johanniskraut bieten Bienen, Fliegen und Schmetterlingen Nahrung, der Specht klopft, die Grillen zirpen und die Heuschrecken springen eilig nach rechts und links aus dem Weg, wenn ich darüber laufe. Für den Mensch gibt’s am Wegesrand wachsende Brombeeren als Wegzehrung.

Zum anderen bietet er am Ziel, dem Höhenrücken zwischen Queidersbach und Krickenbach, einen grandiosen Blick über weite Wiesen und den Pfälzerwald, der von der Turmplattform noch ein bisschen besser wird. Wenn ich dort, 465 Meter über Normalnull, stehe und einfach nur schaue und die Schönheit der Welt in mich aufzunehmen versuche, ist die Mühe des Anstiegs sofort vergessen. Denn es ist auch ein friedlicher Ort. Wenig Lärm dringt hier herauf und ich kann die Hektik des Alltags unten im Dorf und für einen wunderbaren Augenblick hinter mir lassen.

Wer darüber entscheidet, was ein
Wer darüber entscheidet, was ein  »Großes Gewächs« ist, darüber herrscht Uneinigkeit.
Abwechslungsreich: Der Weg führt nicht nur durch Wald, sondern auch über blühende Wiesen, die Insekten Nahrung bieten.
Abwechslungsreich: Der Weg führt nicht nur durch Wald, sondern auch über blühende Wiesen, die Insekten Nahrung bieten.
Schmackhaft: Brombeeren wachsen am Wegesrand und warten darauf, gepflückt zu werden.
Schmackhaft: Brombeeren wachsen am Wegesrand und warten darauf, gepflückt zu werden.
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