Landstuhl
Gleiche Produkte, neue Adresse: „Good Old Soap Shop“ in Landstuhl ist umgezogen
In der Kaiserstraße 21 duftet es neuerdings intensiv nach Lavendel, Rosen und frischen Kräutern. Helen Chinnock hat den nächsten großen Schritt gewagt und ist mit ihrem „Good Old Soap Shop“ umgezogen. Die neue Adresse ist nur ein paar Straßen weiter, aber im Laden ist es nun wesentlich geräumiger als in der alten Burg-Apotheke.
„Ich brauchte einfach mehr Platz“, erklärt die gebürtige Norwegerin Chinnock, die seit fast 30 Jahren in Deutschland heimisch ist. Der alte Laden sei schlicht zu klein geworden – vor allem für die Herstellung ihrer Produkte braucht sie mehr Platz. Was vor elf Jahren mit reiner Seifenherstellung begonnen hatte, hat sich zu einem Vollsortiment für Körperpflege entwickelt. In ihrer „Produktionsecke“ stellt sie heute alles selbst her: von Deodorants über Shampoo-Bars bis hin zu Shower Steamers und Kerzen. „Seife muss reifen wie guter Käse – mindestens sechs Wochen lang“, erläutert Chinnock.
Inhaltsstoffe werden dokumentiert
In ihren Produkten steckt harte Arbeit. Jedes neue Rezept muss zur Prüfung an ein Labor geschickt werden, um europaweiten Sicherheitsstandards zu entsprechen. „Man kann nicht einfach etwas zusammenmixen und verkaufen“, betont Chinnock. Allergene werden genauestens dokumentiert und in einem zentralen Portal hochgeladen, damit im Notfall – etwa wenn ein Kind eine Badebombe für eine Süßigkeit gehalten hat – Krankenhäuser sofort wissen, was zu tun ist.
Auch Nachhaltigkeit ist Chinnock wichtig. Verpackt werden die Seifen statt in teuren Neuverpackungen in Seiten alter Bücher, die ihr oft von treuen Kunden vorbeigebracht werden, wie sie berichtet. Zu jedem Stück Seife gehört so auch ein Stück Literatur. Auf Gebrauchtes setzt sie auch bei der Einrichtung des Ladens. „Die Möbel sind alle secondhand“, erklärt die Inhaberin. Unter anderem ein gelber Tisch aus dem alten Bestand und ein Puppenhaus, das sie liebevoll gestaltet hat, zieren den „Good Old Soap Shop“.
Bauarbeiten halten Kunden nicht ab
Die Resonanz seit der Neueröffnung am 16. März ist Chinnock zufolge sehr groß. Zwar machten ein Baugerüst vor der Tür und der Lärm der Handwerker den Start etwas beschwerlich, doch die Kunden ließen sich dadurch nicht beirren. „Früher war das Verhältnis zwischen deutschen und amerikanischen Kunden etwa 50 zu 50“, stellt Chinnock fest. „In den neuen Räumen bemerke ich aber deutlich mehr deutsche Neukunden.“
Auch auf Mittelaltermärkten ist Helen Chinnock zu finden – etwa kürzlich auf der Gartenschau oder Ende Juni auf Burg Lichtenberg. Und im „Good Old Soap Shop“ hat sie eine neue Nische entdeckt und bedient mit dem „Hexenschrank“ nun auch die esoterische Nachfrage – mit einem kleinen Sortiment, das unter anderem Weihrauch, Salbei und Tarotkarten umfasst. „Ein bisschen Spaß muss sein“, sagt die Inhaberin mit einem Augenzwinkern.