Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Gibt es eine gute Art zu Pendeln? Wer die Lösung hat, bitte melden

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Das Landleben hat seine Vorteile, der Arbeitsweg gehört oft nicht dazu. Über die Last mit Bus und Bahn und oft fehlende Alternativen geht es in der Wochenendkolumne.

Ich bin schon immer ein Kind der Busse und Bahnen. Was daher kommt, dass ich tatsächlich als Kind viel Bus und Bahn gefahren bin. Zuerst ab der 5. Klasse, um von meinem Wohnort im Landkreis in die Schule in der Stadt zu kommen und später dann, um im Studium zur Uni nach Mannheim zu fahren. Als ich dann im Laufe dieses Studiums nach Mannheim gezogen bin, habe ich die Busse gegen Straßenbahnen ausgetauscht, um erst zur Uni und später zur Arbeit in unsere RHEINPFALZ-Redaktion in Ludwigshafen zu pendeln. Und wenn man seit dem zehnten Lebensjahr täglich mit den Öffis unterwegs ist, hat man das System eigentlich durchgespielt und alle Durchsagen, Störungen und Ausfälle einmal mitgemacht – so schnell bringt einen dann nichts mehr aus der Ruhe.

Getragen von diesem Selbstvertrauen machte ich mir auch keine Gedanken um meinen Arbeitsweg, als ich im vergangenen Jahr zurück in die Heimat gezogen bin. Natürlich sind die 70 Kilometer etwas länger als die zehn Kilometer, die ich bisher zur Arbeit hatte, aber was sind schon ein paar Minuten mehr, oder? So weit, so naiv.

Eine Stunde auf den Bus warten

Die erste Hürde beginnt allerdings schon bei der Frage: Wie komme ich überhaupt an den Bahnhof? Der nächste wäre in Otterbach, allerdings müsste ich dann in Kaiserslautern umsteigen und Umstiege bergen immer ein gewisses Risiko, das wollte ich möglichst vermeiden. Dann lieber gleich vom Lautrer Hauptbahnhof abfahren – so habe ich es früher auch immer gemacht. Der Vorteil als Kind ist allerdings, dass man von den Eltern gefahren werden kann. Selbst mit dem Auto nach Kaiserslautern zu fahren, schied allerdings aus, denn viel Spaß, in Bahnhofsnähe einen bezahlbaren Parkplatz zu finden.

Die zweite Option, der Bus, ist ebenfalls attraktiver, wenn man sich als Studentin die Stundenpläne selbst zusammenstellen kann und bei guter Planung nur drei Tage die Woche fahren muss. Und nicht fünf Tage die Woche nach einem Acht-Stunden-Tag. Der Blick auf den Busfahrplan zeigt auch, dass dieser nur einmal die Stunde kommt. Morgens mag das noch gehen, aber will man wirklich das Risiko eingehen, abends müde und erschöpft den Bus zu verpassen und eine Stunde auf den nächsten warten zu müssen?

Das Problem mit dem Parken

Also habe ich noch einen Bahnhof weitergeschaut, nach Hochspeyer. Zu parken ist hier deutlich einfacher, auch wenn es in letzter Zeit immer weniger freie Plätze gibt, wenn ich morgens ankomme. Und ich bange vor dem Tag, an dem ich zum ersten Mal keinen Platz mehr bekommen sollte, denn so langsam gehen mir die Ausweichbahnhöfe aus.

Ganz so einfach, wie ich mir das mit dem Pendeln und den öffentlichen Verkehrsmitteln vorgestellt habe, ist es also doch nicht. Und so sehr ich es liebe, ländlich zu wohnen und es jederzeit dem Stadtleben vorziehen würde – es hat zumindest beim Thema Mobilität doch seinen Preis. Denn 25 Minuten zum Bahnhof zu fahren, um dann eine Stunde Zug zu fahren, also täglich drei Stunden unterwegs zu sein, schlaucht auf Dauer doch. Und das schon, wenn alles glatt läuft. Wenn wie neulich, wegen eines Defekts auf der Strecke die Züge plötzlich nur noch bis Weidenthal fahren, der Schienenersatzverkehrsbus nicht wartet und man noch mal eine Stunde später nach Hause kommt, wird es langsam ungemütlich.

Doch auf das Auto umsteigen?

Meine beste Lösung bisher? Meine Stelle zu teilen und mit 50 Prozent in der Lokalredaktion Kaiserslautern zu arbeiten. Für mich ein Win-Win, aber zugegeben nicht für jeden eine Option. Und selbst mit diesem geteilten Leid war ich schon mehrmals kurz davor, die Bahn stehen zu lassen und doch auf das eigene Auto umzusteigen. Mit Großbaustelle in Ludwigshafen und explodierenden Spritpreisen habe ich es damit aktuell aber noch nicht eilig.

Und ich will meine hartverdiente Überzeugung, dass auch Gutes im öffentlichen Nahverkehr steckt – auch für uns Landleute – noch nicht aufgeben. Wenn Sie, liebe Leserinnen und Leser, sich hier wiedererkennen und Tipps oder Ideen haben, die das Pendeln vom Landkreis aus betreffen, dann immer gerne her damit.

Wie sind Ihre Erfahrungen mit Bus und Bahn im Landkreis Kaiserslautern? Egal ob positiv, frustrierend, lustig, hilfreich oder abenteuerlich – ich freue mich über ihre Geschichten und Erlebnisse, egal wie kurz oder lang an redkai@rheinpfalz.de

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