Sparen mit der RHEINPFALZ
Günstig gekocht: Else Albrecht empfiehlt Schneebällchen mit Bechamelsoße und Apfelbrei
Else Albrecht stammt aus dem Hunsrück. Gut kann sich die Landfrau und Hauswirtschaftsmeisterin daran erinnern, wie ihre Mutter früher Schneebällchen mit Bechamelsoße und Apfelbrei aufgetischt hat. „Meine großen Schwestern haben oft ein Wettessen gemacht“, sagt sie und erinnert sich an den Geschmack aus ihrer Kindheit zurück. Noch heute ist sie von diesem einfachen und günstigen Gericht begeistert, wenngleich die Zusammenstellung zunächst ungewöhnlich erscheint. Gerne verrät sie, wie es zubereitet wird.
Festkochende Kartoffeln verwenden
Für die Schneebällchen verwendet Albrecht am liebsten festkochende Kartoffeln, die sie schon am Vortag mit Schale kocht, damit sie für die Zubereitung abgekühlt sind. „Pellkartoffeln haben den höchsten Anteil an Mineralstoffen und Vitaminen“, erläutert sie. „Wenn man die Kartoffeln schält oder wässert, geht ein Großteil davon verloren.“ Sie begeistert sich für Pellkartoffeln oder „Gequellte“, wie der Pfälzer sie nennt. Nicht selten kocht sie sie vor, bewahrt sie gekühlt bis zum nächsten Tag auf, um dann Rösti, Bratkartoffeln oder einen Kartoffelauflauf daraus zu machen. „Sie sind eine wunderbare Grundlage“, schätzt sie die Vielseitigkeit der Pellkartoffeln.
Das eigentliche Zubereiten der Schneebällchen, die im Übrigen vorzüglich mit Bratensoße harmonieren, ist recht einfach. Albrecht drückt die gekochten und geschälten Erdäpfel durch die Presse, gibt Eier, Mehl, Grieß und Gewürze dazu und beginnt dann, mit ihren Händen die Masse gut zu durchmischen, bis keine Klümpchen mehr vorhanden sind. Derweil hat sie schon in zwei Töpfen das Wasser zum Sieden gebracht. Ein kleines Schälchen mit kaltem Wasser steht neben der großen Schüssel. Sie befeuchtet ihre Hände und beginnt, Kloß um Kloß zu formen. Die Größe ist dabei frei wählbar. Es gilt: je kleiner, umso kürzer ist die Garzeit.
Wenn sie auftauchen, sind sie gar
Dann gibt sie die Klöße vorsichtig ins Wasser. Sie sinken auf den Topfboden. „Das Wasser darf nicht kochen, sonst lösen sich die Schneebällchen auf und man hat Suppe. Sie müssen langsam garen“, gibt Albrecht einen wichtigen Tipp. Damit will sie Zauderern, die befürchten, dass die Klöße zerfallen könnten, Mut machen, es dennoch zu versuchen. „Nach dem Rezept der Landfrauen gelingen die Schneebällchen eigentlich immer.“
Während Albrecht noch mit dem Formen der leckeren Kugeln beschäftigt ist, tauchen bereits die ersten auf. Das ist das Zeichen dafür, dass sie gar sind, was nach etwa zehn bis 15 Minuten der Fall ist. In der Regel kleben sie nicht am Topfboden an, ein Umrühren erübrigt sich, nur ab und an rüttelt Albrecht etwas an den Griffen, um den Schneebällchen das Aufsteigen zu erleichtern. Mit dem Schaumlöffel hebt sie die Klöße aus dem Wasser und legt sie in eine Schale. Da sie an diesem Tag für die ganze Familie kocht, bereitet sie eine große Menge zu, die sie im Backofen warm hält, bis der komplette Teig verarbeitet ist. „Schneebällchen schmecken auch gut, wenn man sie am nächsten Tag in der Pfanne anbrät“, verrät die Hauswirtschaftsmeisterin.
Kochwasser für Suppe nutzen
Zwischenzeitlich hat sie für die Bechamelsoße etwas Butter in einem Topf zerlassen. Nun gibt sie unter ständigem Rühren gesiebtes Mehl dazu und gießt mit Milch auf. Um die Soße etwas flüssiger zu machen, gibt sie zwei Schöpfkellen von dem Kochwasser der Klöße hinzu. „Das ist übrigens eine tolle Basis für eine Suppe. Man muss es nicht wegschütten“, hat sie noch einen Spartipp in petto. Nach etwa 15 Minuten schmeckt sie mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss ab. Auf dem Tisch steht schon der Apfelbrei bereit, den sie im Herbst aus eigenen Klaräpfeln selbst eingemacht hat.