Queidersbach
Friedhof: Queidersbach bietet alternative Bestattungsformen an
„Alternative Bestattungsformen werden auch bei uns immer öfter nachgefragt“, berichtet Harald Vierling, Ortsbürgermeister der Gemeinde Queidersbach, in der viele gläubige Katholiken leben. Trotzdem sei die klassische Sargbestattung auf dem Rückzug. Damit der Friedhof auch in Zukunft genutzt wird, hat die Kommune entschieden, ihn neu zu gestalten. „Wir wollen ziemlich viele Alternativen anbieten, sodass nahezu jeder die Möglichkeit hat, seine Angehörigen nach seinen Wünschen hier zu bestatten.“
Besonders gefragt seien Urnengräber, die keiner intensiven Grabpflege bedürfen. Aus diesem Grund bietet die Gemeinde, neben einer weiteren Fläche für konventionelle Urnengräber mit Grabstein und Grabschmuck, auch die Möglichkeit der Bestattung in einer Urnenwand an. Zwei Wände mit je zwölf Urnenplätzen wurden bereits unweit der Aussegnungshalle errichtet. „Die sind bei Bedarf beliebig erweiterbar“, so Vierling.
Auch Baumgräber wird es künftig in Queidersbach geben. Dafür wurde eine Linde gepflanzt, um die die Grabstätten konzentrisch angeordnet sind. Sie bestehen aus in der Erde versenkten Edelstahlrohren, die wahlweise zwei oder vier Urnen aufnehmen können und mit einem gravierbaren Bronzedeckel verschlossen sind, erläutert Vierling.
Neue Wege und ein Behinderten-WC
Neben den alternativen Bestattungsformen investiert die Gemeinde in die „Benutzerfreundlichkeit“: Da der Friedhof an einem Hang mit teils 20-prozentiger Steigung liegt, wurden die Wege neu gemacht und einige Stellen abgeflacht. „Gerade auch mit Blick auf unsere immer älter werdende Bevölkerung“, so der Ortsbürgermeister. Auch in die Aussegnungshalle wird investiert: Die Vorhalle erhalte einen rutschhemmenden Plattenbelag, um die Gefahr von Stürzen zu minimieren. Die Lautsprecheranlage wurde verbessert, sodass die Trauerreden besser verständlich sind, falls die Trauergemeinde zu groß ist für die Halle. Saniert wird auch die WC-Anlage, die eine barrierefrei zugängliche Toilette für Behinderte erhält. Energetisch wird die Halle samt Nebengebäude ebenfalls auf Vordermann gebracht.
Besser zugänglich seien künftig die neuen Müllsammelstellen. An einer Pfandstation können dort Handwagen und Gießkannen entliehen werden. Um den Friedhof vor Wildtieren zu schützen, gibt es außerdem höhere Zäune, die Rehe am Überspringen hindern, berichtet Harald Vierling. „Besonders stolz bin ich auf die vielen ehrenamtlichen Einsätze unserer Helfer, die etliche Arbeiten in eigener Regie übernommen und auch die dafür notwendigen Gerätschaften wie Bagger, Radlader oder Hänger gestellt haben. Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion in Neustadt hat unsere Eigenleistungen mit 15.143 Euro anerkannt. Dafür erhalten wir einen Zuschuss von rund 6000 Euro.“
Die Gesamtbaukosten von 328.000 Euro werden vom Land gefördert.