Ramstein-Miesenbach RHEINPFALZ Plus Artikel Freizeitbad Azur: Zwingt Grundwasserstand zum Umplanen?

Da soll’s hin: Die Planungen für den Ersatzneubau des Freizeitbades Azur in Ramstein werden immer konkreter. Bürgermeister Ralf
Da soll’s hin: Die Planungen für den Ersatzneubau des Freizeitbades Azur in Ramstein werden immer konkreter. Bürgermeister Ralf Hechler rechnet damit, dass Ende 2026, spätestens Anfang 2027 mit dem Bau begonnen werden kann.

Die Tage des alten Sport- und Freizeitbades Azur in Ramstein-Miesenbach sind gezählt. Der neueste Planungsstand für den Ersatzneubau wird am Mittwoch vorgestellt.

Gibt es ein Grundwasserproblem auf dem Areal, auf dem der Ersatzneubau des Azur-Schwimmbades in Ramstein-Miesenbach errichtet werden soll? Darum wird es unter anderem bei der Präsentation des aktuellen Planungsstandes im Verbandsgemeinderat (VG-Rat) am Mittwochabend gehen. „Es gibt ein paar Themen, die einfach noch nicht klar sind“, sagt Bürgermeister Ralf Hechler (CDU). Eines davon sei die Bodenbeschaffenheit auf dem Teil des Geländes, auf dem die neue Schwimmhalle entstehen soll. Da seit einiger Zeit Biber in der benachbarten Mohrbachaue lebten, staue sich das Wasser häufiger zurück. Dadurch könne es sein, dass sich „zumindest temporär der Grundwasserpegel in diesem Bereich etwas angehoben hat“.

Grundsätzlich könne dort, wo heute noch die Umkleidekabinen des ehemaligen Freibades stehen, trotzdem gebaut werden, aber gegebenenfalls müsste die Bodenplatte mit 1,2 Metern rund 40 Zentimeter dicker ausfallen als ursprünglich gedacht. Das soll bei einem Hochwasser verhindern, dass das Gebäude „aufschwimmt“. Zwar habe es dort noch nie ein Hochwasser gegeben, sagt Hechler, der dazu selbst ein wenig recherchiert hat, aber man müsste dennoch für alle Fälle gerüstet sein. Noch laufe die Untersuchung des Bodens zwar – das endgültige Ergebnis soll Mitte März vorliegen –, aber der VG-Chef geht ziemlich sicher davon aus, dass die Empfehlung in diese Richtung gehen wird. Eine massivere Bodenplatte koste allerdings auch mehr. Der Bürgermeister rechnet mit einem niedrigen sechsstelligen Betrag, der dadurch zu den momentan angesetzten 21,15 Millionen Euro dazukommen könnte.

Auswirkungen auf Barrierefreiheit

Eine weitere Folge der neuen Planung: Das Niveau, auf dem das Schwimmbecken entstehen soll, läge mit einer stärker dimensionierten Bodenplatte ebenfalls höher und damit auch der Eingangsbereich. „Dann müssen wir auf die Barrierefreiheit schauen“, gibt Hechler zu bedenken. Die sollte in dem neuen Bauwerk eigentlich auf jeden Fall gegeben sein. „Alles andere wäre nicht mehr zeitgemäß.“ Um sie trotz dickerer Bodenplatte zu gewährleisten, könnte ein Aufzug notwendig werden, was wiederum dauerhaft höhere Betriebskosten nach sich zöge. Über die angepasste Kostenschätzung müsse letztlich der VG-Rat abstimmen, allerdings nicht in der bevorstehenden, sondern erst in der darauffolgenden Sitzung am 25. März.

Dass bei den Kosten nochmal nachjustiert werden muss, ist bei einem so großen Projekt nicht unüblich. Hechler ist dennoch zuversichtlich, dass die Finanzierung nicht aus dem Ruder laufen wird, das hätte das beauftragte Ingenieurbüro Krieger bereits bei anderen Vorhaben, zum Beispiel einem vergleichbaren Bad in Grünstadt, bewiesen.

Doch noch Hoffnung auf Bundesmittel

Außerdem hat der Bürgermeister noch immer die Hoffnung auf Fördergelder vom Bund nicht ganz aufgegeben. Nachdem Ramstein bislang in verschiedenen Programmen nicht berücksichtigt wurde, läuft momentan noch die Bewerbung um Gelder aus dem Bundesprogramm Sanierung kommunaler Sportstätten. Allerdings wurden dafür 3600 Interessensbekundungen abgegeben und aus Berlin kam schon die Information, dass die Förderung damit stark überzeichnet sei. Trotzdem könnte es noch klappen, hofft Hechler. „Wir könnten es gut gebrauchen“, macht der Christdemokrat deutlich, dass trotz des Landeszuschusses aus Mainz von vier Millionen und relativ guter Finanzlage der Verbandsgemeinde jeder zusätzliche Euro „ein Segen wäre“. Die Zu- oder Absagen für die Bundesmittel sollen laut Bundesministerium allerdings voraussichtlich erst nach Ostern zugestellt werden.

Auch was den Zeitrahmen des Baus angeht, bleibt Hechler optimistisch. Zurzeit sei zwar außer den Planunterlagen noch nicht viel zu sehen. Die vorbereitenden Arbeiten wie eben das Erstellen verschiedener Gutachten, Beprobungen der Brunnen und das Setzen von Messpegeln – alles Voraussetzungen für die weiteren Planungen – liefen aber schon, sodass Ende diesen Jahres oder Anfang des kommenden mit dem Abriss der Umkleidekabinen begonnen werden könnte. Ab diesem Zeitpunkt dauere es rund eineinhalb bis zwei Jahre, bis der Schwimmbadbau stehe. „Dann sind wir schon Ende 2028.“ Danach folgten noch ein paar Wochen Probelauf ohne Publikum, ehe wirklich eröffnet werden könne. Ein Datum im ersten Quartal 2029 sei aber realistisch.

Altes Bad muss noch ein bisschen durchhalten

Dass das alte Azur bis dahin durchhält, ist natürlich der große Wunsch der Ramsteiner. Dann müsste es keine Schließzeiten geben und der Betrieb könnte einfach im neuen Bauwerk weiterlaufen. Noch sehe es so aus, als lasse sich dieses Ziel aufrechterhalten. Allerdings werde das immer herausfordernder. Für das Drehkreuz beispielsweise könnten ab 2027 keine Ersatzteile mehr geliefert werden, überall müsse improvisiert werden. Die Badegäste bekämen davon nur selten etwas mit und bislang tue es der Beliebtheit des Azurs auch keinen Abbruch. „Das Bad ist jetzt, nach der Pandemiezeit, wieder sehr, sehr gut besucht.“ Gerade die Wochenenden seien extrem gut frequentiert. Hechler bringt es mit einem Schmunzeln folgendermaßen auf den Punkt: „Es gibt ja nichts besseres, als ein gut laufendes Provisorium.“ Aber langsam reiche es damit, hält er noch einmal fest, dass der Ersatzneubau absolut notwendig ist.

Termin

Der Verbandsgemeinderat tagt in öffentlicher Sitzung am Mittwoch, 4. März, um 19 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses in Ramstein-Miesenbach.

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