Kreis Kaiserslautern Fetziges für Groß und Klein
Besuch der musikalischen Art bekommen die Kinder der Kita „Pinocchio“ in Ramstein-Miesenbach nicht alle Tage. Groß war daher die Aufregung vor dem Auftritt der „Hoppla-Kids“ am Mittwochmorgen. Die Schüler-Singgruppe der Reha Westpfalz zeigte, was sie kann. Sie begeisterte die kleinen Zuhörer mit flotten Rhythmen und Liedern.
Etwa 70 Kinder im Alter zwischen einem und sechs Jahren füllten die Turnhalle der Kita und konnten es kaum erwarten, dass das Konzert beginnt. Doch zuerst brachten sie ihren Gästen selbst ein Ständchen und begrüßten sie unter vollem Körpereinsatz mit dem Lied „Hallo, schön, dass du da bist“. Dann konnten die „Hoppla-Kids“ loslegen. Sechs Mitglieder der insgesamt achtköpfigen Singgruppe waren mit von der Partie. Für die musikalische Begleitung sorgte Birgit Bausch, pädagogische Fachkraft an der Reha Westpfalz, mit ihrer Gitarre. Ihr Kollege, der Ergotherapeut Hans Steinbacher, griff am Keyboard in die Tasten. Er ist es auch, der die „Hoppla-Kids“ 2005 ins Leben gerufen hat und sie seither betreut. „Ich wollte Schülern, die Interesse am Singen und Musizieren haben, die Chance geben, sich auf diesem Gebiet zu erproben“, beschrieb er seine Intention. Schon anfangs stand fest: Bekannte Lieder einfach nur nachzusingen, kommt nicht in Frage. Stattdessen setzt Steinbacher auf selbst komponierte Songs. Die kommen fetzig daher, orientieren sich an Blues und Rock. Die Texte sind kindgerecht, ohne kindlich zu sein. Dass die „Kids“ das Zeug haben, ihre Zuhörer mitzureißen, zeigte sich schon nach wenigen Minuten. „Stillsitzen ist bei uns nicht gefragt, wir möchten zum Mitmachen animieren“, betonte der Initiator, der auch privat seit vielen Jahren in einer Landauer Band spielt. Das ließen sich die Kinder nicht zweimal sagen und klatschten eifrig mit. Wer das noch nicht drauf hat, verlegte sich einfach aufs Wippen. Das klappte schon bei den einjährigen Minis ganz prima. Einmal in Fahrt gekommen, waren die „Hoppla-Kids“ kaum zu bremsen. Von der achtjährigen Elina bis zum zehn Jahre älteren Hendrik waren alle in ihrem Element. Textsicher und stimmgewaltig sorgten sie für gute Stimmung, zeigten zwischendrin, dass sie sich auch aufs Mundharmonikaspiel verstehen. „Du bist ein Freund“, heißt der Titel des dazugehörigen Liedes, zu dem die Flüchtlingswelle den Anstoß gab. „Wir befassen uns mit aktuellen Themen und reden in der Gruppe darüber. Manchmal entsteht ein Song daraus“, sagte Hans Steinbacher. Besonders ausgelassen ging es beim „Lied der Tiere“ zu. Es wurde gemuht, gequakt, gewiehert und sogar gebrüllt wie ein Löwe. Etwa 30 Lieder haben die „Hoppla Kids“ im Repertoire. Einige davon wurden bereits 2006 auf einer CD festgehalten. Ihr Untertitel „Fetzige Songs für kleine und große Leute“ ist auch heute noch Programm. Nach wie vor setzt die Gruppe, die meist mit einer kompletten Band auftritt, auf eigene Stücke mit schmissigen Melodien. Nun steht die Aufnahme einer zweiten CD ins Haus. „Dieses Mal zusammen mit acht Schülern des Landstuhler Sickingen-Gymnasiums, die im Rahmen eines Praktikums mit den ,Hoppla-Kids’ verschiedene Songs einüben“, sagte Steinbacher. Finanziert werde die Produktion von Spenden, die bei einem Benefizfußballspiel eingegangen sind, so der Ergotherapeut.