Otterberg Festzug sorgt für volle Gassen

Die frisch gekrönte Frühlingskönigin Evelin Louis präsentierte sich als Evelin I. der fröhlichen Meute.
Die frisch gekrönte Frühlingskönigin Evelin Louis präsentierte sich als Evelin I. der fröhlichen Meute.

Seit Mitte des 18. Jahrhunderts feiern die Otterberger alle zwei Jahre ihr Frühlingsfest. An diesem Wochenende war es wieder so weit. Höhepunkt war der feierliche Umzug. Am Sonntag zogen dabei mehr als 1000 Menschen durch die Gassen.

Das Frühlingsfest steht in Otterberg für drei Tage Ausnahmezustand. Am Samstag wurde es mit dem abermals gut besuchten Heimatabend auf dem Platz vor der Abteikirche eröffnet. Beim Umzug am Sonntagmittag waren die Gassen voll. Freie Plätze auf dem Bürgersteig entlang der Umzugsroute waren bereits rar gesät, bevor der Tross startete.

Mit Böllerschüssen geht es los

Ein markantes Geräusch läutete wie üblich den Beginn des Marschs ein. Mit Böllerschüssen startete der Festzug und bahnte sich seinen Weg durch die mit Sträuchern geschmückte Hauptstraße. Angeführt wurde der Tross von zwei Narren auf stattlichen Pferden. Auch die frisch gekrönte Frühlingskönigin Evelin Louis aus Otterberg präsentierte sich dem Volk. Seit 2001 gibt es in der Wallonenstadt eine Frühlingskönigin. Als Evelin I. fuhr die Hoheit auf einer Kutsche vorbei an der Menschenmenge. Wie es sich für eine Majestät gehört, durfte ein vornehmes Winken nicht fehlen.

In den Umzug gestürzt haben sich auch die Zisterzienser des ehemaligen Klosters. Mit einem Modell der Abteikirche im Gepäck und Gewändern in Schwarz und Weiß zog es sie ebenfalls entlang der Hauptstraße. Auch Hexen trieben sich umher und wirbelten auf ihren Besen. Für sichtliches Staunen sorgten die mit Hüten und krummen Nasen verkleideten Frauen bei den jüngsten Besuchern. So manchem Kind schien der Auftritt der Stadthexen dann doch nicht ganz geheuer zu sein. An das Hosenbein der Mutter geklammert, war die Angst dann aber schnell verflogen.

Tennis auf der Hauptstraße

Sportlich ging es bei den Anhängern des Otterberger Tennisclubs zu. Kurzerhand spannten sie ein Netz über die Hauptstraße. Wenige Sekunden später flogen die Bälle bereits von einem Schläger zum anderen. Schläger spielten auch bei der Badminton-Abteilung des Otterberger Turnvereins eine Rolle. Selbst der Wind konnte die Spieler nicht davon abhalten, die Federbälle in die Luft zu bringen. Körperbeherrschung bewiesen die Mädchen des Turnvereins. Ob Handstand oder schwungvolles Rad: Die Turnerinnen zauberten ihre Übungen nahezu mühelos auf den harten Asphalt. Gedankt wurde es den Nachwuchssportlern mit anfeuerndem Applaus des begeisterten Publikums.

Nahezu einen ganzen Zoo hatten die Laienschauspieler der Freilichtbühne Katzweiler mit nach Otterberg gebracht. Passend zum diesjährigen Kinderstück „Doctor Dolittle“ hatten sich die Schauspieler tierisch in Schale geworfen. Sogar ein Elefant und ein Schwein zählten zu den Umzugsteilnehmern. Wer beim Bewundern der Kostüme durstig wurde, fand beim SV Otterberg die passende Abhilfe. „Du siehst aus, als würdest du ein Bier wollen“, tönte es dort vom Wagen. Und schnell wechselte ein mit Bier gefüllter Becher den Besitzer. Bestens gestärkt zog es etliche Besucher nach dem Umzug in Richtung Waldfestplatz. Dort wurde bis Montagabend noch munter weitergefeiert.

Dicht gedrängt verfolgten die Zuschauer den Umzug vom Straßenrand aus. Schnell wurden die Plätze dort rar.
Dicht gedrängt verfolgten die Zuschauer den Umzug vom Straßenrand aus. Schnell wurden die Plätze dort rar.
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