Bruchmühlbach-Miesau
Elf-mal-elf: Der Unterhaltungsverein feiert Jubiläum
Die offizielle Feier zum elf-mal-elften Jubiläum des Unterhaltungsvereins Bruchmühlbach (UVB) steigt am Samstag, 6. Januar. Allerdings ist sie nur für geladene Gäste. Aber keine Sorge: Den größten Teil des Programms können die Besucher der Prunksitzung am Samstag, 27. Januar, genießen, wie Vereinspräsidentin Sinika Walter-Haselbauer im Gespräch mit der RHEINPFALZ mitteilt.
Sie hat in der Chronik geblättert. Da ist zu lesen, dass schon von Beginn an das Motto „Freude, Frohsinn, Fröhlichkeit“ gegolten habe. Daran habe sich eigentlich nichts geändert, meint sie lachend. Tatsächlich wurde zuerst Fastnacht gefeiert und dann – am Aschermittwoch 1903 – der Verein gegründet. Erster Vorsitzender war Albert Beck. In den folgenden Jahren begeisterten die UVB-Mitglieder die Leute mit Maskenbällen, Kappensitzungen und Theatervorführungen. Während des Ersten Weltkrieges ruhten die Aktivitäten. Nach Kriegsende startete der Verein wieder durch. Unter der Leitung von Georg Bickes sollte den Menschen etwas Freude und Frohsinn vermittelt werden.
Waldfest zum 25. Geburtstag
Aus Anlass des 25-jährigen Bestehens wurde erstmals zwei Wochen nach Pfingsten ein Waldfest gefeiert. Unter dem Titel „Westricher Sommerfest“ sei es heute noch so beliebt wie damals, locke unzählige Besucher von nah und fern an, wie Walter-Haselbauer stolz berichtet. 1929 organisierte der UVB unter dem Motto „Franz von Sickingen“ einen ersten Festumzug „mit Reitern und Trachtengruppen“. Damit setzte der Verein ein großes Ziel um: Pflege des Brauchtums in der Westpfalz, dem Westrich.
Das Dritte Reich wiederum griff massiv ins Vereinsleben ein: Der UVB wurde 1934 zwangsaufgelöst. 1948 erwachte er zu neuem Leben – mit Theater, Konzerten, Fastnacht, Ausflügen und dem Sommerfest, das ab 1953 in „einem größeren Rahmen durchgeführt wurde“. Der Umzug indes findet seit 1995 nur noch alle fünf Jahre oder zu Jubiläen statt. 1955 wurde erstmals eine Sommerfestkönigin gekrönt, die in der folgenden Kampagne jeweils als Fastnachtsprinzessin fungiert.
Testzentrum im Vereinsheim
Das Coronavirus zwang den Verein, 2020 eine Pause einzulegen. Doch der UVB ruhte nicht, richtete vielmehr in seinem Vereinsheim ein Testzentrum ein, das ausgebildete ehrenamtliche Helfer betrieben. 2022 durften die Mitglieder endlich wieder loslegen. „Wir hielten in den zwei Jahren Kontakt mit allen – so gut es eben ging“, betont Walter-Haselbauer, die seit 2011 das Präsidentenamt innehat. Nicht zuletzt deswegen hätten sie auch keinen Schwund zu verzeichnen. Festgelegt wurde jetzt, dass das Sommerfest nur noch an drei Tagen stattfindet, aber in bewährter Tradition mit viel Musik, den Habachtalern, Tanz, Speisen und Getränken. Rund 350 Leute sind jeweils im Einsatz, helfen beim Auf- und Abbau, beim Thekendienst und bei der Sicherheit. Auch Mitglieder befreundeter Vereine – wie Schützen-, Fußball- oder Reit- und Fahrverein – sind mit von der Partie. „Wir unterstützen uns gegenseitig. Das schweißt zusammen.“
Heute zählt der UVB „etwa 430 Mitglieder“, sagt Walter-Haselbauer. Sie kämen natürlich auch aus der nahen und weiteren Region – sogar aus dem Saarland. „Bei uns ist jeder und jede willkommen, egal welchen Alters. Wir haben für alle etwas zu tun.“ So besorge ein mit 84 Jahren zu den Älteren zählender Mann Utensilien oder fahre zum Baumarkt.
Acht Tanzgruppen
Den Schwerpunkt des UVB bilden die acht Tanzgruppen: angefangen mit den Bambini, das sind Kinder ab drei Jahren, bis hin zu den Bruchschneppen, von denen die älteste Mitte 60 ist. Aus den ehemaligen Gardetänzerinnen hat sich eine weitere Gruppe eigens zum Jubiläum gegründet. „Vielleicht bleiben sie uns ja erhalten“, meint die Präsidentin augenzwinkernd. Das Männerballett tanzt sich seit 1968 in die Herzen des Publikums. Nicht fehlen dürfen die Zwitschertanten, ein Frauenchor. Büttenredner gebe es dagegen nur zwei. „Wir machen eher Party-Fastnacht mit viel Musik, Tanz und Action“, sagt Walter-Haselbauer. Ein Elferrat gehört obligatorisch dazu. Zwölf Trainerinnen kümmern sich um die Tanzgruppen, manche sogar um zwei. „Das ist ein klasse Team“, betont die Vereinspräsidentin. Alle hätten einen Trainerschein, besuchten regelmäßig Fortbildungen.
Generell sei der Zusammenhalt im UVB sehr groß. Auch wenn nach Aschermittwoch – bis nach den Sommerferien – erst mal Schluss sei, gebe es vor allem für die Kinder ein Programm mit Spieltreffen, Ausflügen, Eis- oder Pizza-Essen. Der UVB beteiligt sich außerdem an Festen im Dorf, um präsent zu sein und um Einnahmen zu generieren. Geld fließt außerdem aus der Vermietung des Vereinsheims. „Wir machen vieles selbst, nähen unsere Kostüme, um Kosten zu sparen.“ Spenden würden gern genommen, auf Sponsoren indes möchte der UVB nicht angewiesen sein. Um die Zukunft ihres Vereins sei es ihr nicht bang, betont die Vollblut-Fastnachterin. Der Zuspruch sei groß.
Info
Zur Jubiläumsfeier sind neben der Polit- und Fastnachtsprominenz örtliche Vereine und befreundete Fastnachtsvereine eingeladen. Ein Buffet, kurze Festreden und das abgespeckte Prunksitzungsprogramm erwarten die Gäste. Die UVB-Prunksitzung findet am Samstag, 27. Januar, um 19.11 Uhr in der Festhalle statt. Karten gibt es am Montag, 8. Januar, um 19 Uhr im UVB-Heim. Am Sonntag, 28. Januar, ab 13.30 Uhr steigt in der Turn- und Festhalle die Kinderfaschingsfeier.