Kreis Kaiserslautern Eingekreist:

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Hoppla, wo kommt denn der her? Das dachte wohl nicht nur Ramstein-Miesenbachs Bürgermeister Klaus Layes, als er fünf Tage vor Ende der Bewerbungsfrist erfuhr, dass sich außer ihm noch jemand um das Amt des Bürgermeisters der VG bewirbt. Denn irgendwie sind das schon fast Synonyme: Layes und Bürgermeister in Ramstein-Miesenbach. Seit 1999 ist er sowohl Chef der VG als auch der Stadt – da kann man sich kaum noch an ein anderes Gesicht auf dem Rathaussessel erinnern. Das möchte ein junger Mann aus Steinwenden ändern: Max Bottin, Student der Holzwirtschaft, will ihm das Amt streitig machen. Der 26-jährige Sozialdemokrat ist so mutig, gegen den christdemokratischen Routinier in den Ring zu steigen. Tja, da glaubte der Rathauschef, das Amt schon sicher in der Tasche zu haben: Und nun das. Für ihn bedeutet das mehr Belastung, schließlich muss er sich mit der SPD und deren Kandidaten auseinandersetzen. Für den Wähler bedeutet es: Er hat tatsächlich eine Wahl – wie es in der Demokratie sein sollte. Er muss nun überlegen: links oder rechts, jung oder reif, unverbraucht oder erfahren, Holzwirtschafter oder Lehrer ... Ach herrje, jetzt hat es der Wähler ja auch nicht mehr so leicht. So ist das mit der Demokratie, da sind die zu Wählenden wie die Wähler gefordert. An anderer Stelle im Landkreis haben die Menschen ganz andere Sorgen – und die Politiker dort tun alles Menschenmögliche, um ihnen diese zu nehmen. Sollte Schopp tatsächlich in die VG Waldfischbach-Burgalben wandern, fragen sich nicht nur Eltern, was wird dann aus der Grundschule? Schließlich steht sie in Trägerschaft der VG, derzeit Kaiserslautern-Süd. Und weil beim Thema Schule immer sofort die Emotionen hochgehen, betonen alle Politiker, bloß keine Ängste zu schüren. Ja, wenn sie keiner schürt, wo kommen sie dann bloß her? Ach so, von der Panikmache des politischen Gegners. Da dreht sich jetzt bei mir alles im Kreis, da verlier’ ich die Orientierung. Die hat man in Kaiserslautern-Süd vielleicht eh schon verloren. Der politische Kompass ist dort anders ausgerichtet. Der Schopper FWG-Ortsbürgermeister ist ganz auf SPD-Linie und nimmt sogar den SPD-Innenminister als Unterstützer. Sein FWG-Ortsbürgermeister-Kollege aus Krickenbach versteht nicht, was jener da im Alleingang treibt − und der FWG-Bürgermeister wird wohl in diesem Leben nicht mehr sein Busenfreund. Ach, man kann sich auf nichts mehr verlassen, nicht mal mehr das Partei-Abzeichen sorgt heutzutage noch für sicheren Halt in der verworrenen, unübersichtlichen Welt. Ist ja auch schlimm, dass Politiker sich heute eine eigene Meinung erlauben. Und das, obwohl sie nicht mal bei den Grünen sind! Aber man kann sich natürlich auch völlig unpolitisch aufregen und aufreiben. Schließlich gibt es noch wichtige Dinge in der Welt. Für die es sich auch lohnt, vors Gericht zu ziehen. Zum Beispiel, wenn ich mit meinen Müllgebühren die Windel-Säcke von anderen mitbezahlen soll. Ja, wer Kinder kriegt, der soll gefälligst selbst für sie sorgen und nicht noch die Gesellschaft damit belasten. Alles andere wär ja wohl noch schöner! Und wer Angehörige hat, die pflegebedürftig sind, der soll sich halt was anderes einfallen lassen, als die Nachbarn für deren Pflege mitbezahlen zu lassen. Das geht ja nun wirklich zu weit, nein, keinen Cent dafür! Ehrlich gesagt, ist das gar nicht mehr lustig, sondern schon sehr traurig, wie wenig Solidaritätsbewusstsein in unserer Gesellschaft herrscht. Dass alles auf den Cent aufgerechnet wird und jeder nur auf sein eigenes Befinden guckt. Zum Glück sind nicht alle so. Die vielen Menschen, die ehrenamtlich oder einfach mal so im Alltag anderen helfen, stimmen auch in dieser Hinsicht hoffnungsvoll. Danke!

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