Kreis Kaiserslautern Eingekreist:

Ende der vergangenen Woche hatte es dann auch die RHEINPFALZ in Kaiserslautern erwischt. Horst Bonhagen, der Ortsbürgermeister von Weilerbach, nominierte mich, genauer gesagt nominierte er „Lokalredakteur Sebastian Stollberg“. Den kleinen Versprecher nehmen wir dem Ortschef natürlich nicht übel. Ehrlich gesagt habe ich mich zunächst schon gefragt, ob ich mir auch einen Eimer Eiswasser über den Kopf schütten – oder ob ich es da doch eher wie Fußballtrainer Felix Magath halten sollte. Der verkündete über das soziale Netzwerk „Facebook“, dass er sich nach der Nominierung des deutschen Nationaltorwartes Manuel Neuer für den „Vernunftweg“ entschieden habe: keine Eisdusche. „Ich stelle konkrete Hilfe über den öffentlichen Spaß.“ Magath ist der Meinung, dass die Betroffenen von eine Spende mehr als von seinem nassen Kopf haben. Ähnlich hatte ich bis Montag auch gedacht. Dann durfte ich Gabriela Heintz und ihren Mann Harald kennenlernen. Wie berichtet, ist die Frau aus Ramstein-Miesenbach an der heimtückischen Krankheit ALS (Amyotrophe Lateralsklerose) erkannt. Sie wird künstlich ernährt und beatmet, außer den Augen kann sie nichts mehr bewegen. Dennoch bekommt sie alles mit, die Verständigung läuft über Blinzeln. Diese beeindruckende Frau kämpft! Und sie freut sich über die Videos, freut sich über die Aktion. Genauso geht es auch ihrem Mann. Harald Heintz schaut immer wieder auf sein Handy, betrachtet sich die Videos von verschiedenen Eiswasserduschen. Lacht, freut sich, wenn jemand ankündigt zu spenden. Es ist gut und wichtig, dass über eine solche Aktion – an der sich längst auch viele Menschen aus dem Landkreis beteiligt haben – eine große Aufmerksamkeit für diese Krankheit entsteht. Und dass Spenden für die Forschung, aber auch die betroffenen Personen zusammenkommen. Leider weiß man noch viel zu wenig über ALS. Übrigens wurde auch Landrat Paul Junker für die Challenge nominiert – von Harald Westrich, dem Bürgermeister der Verbandsgemeinde Otterbach-Otterberg. Wie uns Junker verriet, wird er sich „sehr gerne als Spender beteiligen, jedoch nicht an der Eiskübelaktion an sich teilnehmen“. Also sozusagen die Magath-Variante. Ach ja, ich habe mir einen Eimer Eiswasser über den Kopf geschüttet. Für mich der richtige Weg. Hier sollte meines Erachtens aber jeder selbst seine Entscheidung treffen. Schön, dass in einer so schnelllebigen Welt solche Aktionen möglich sind. Noch schöner wäre es, wenn sie nachhaltig wären und durch die Gelder eine erfolgreiche Forschung betrieben werden kann. Ein schönes Jubiläum gab es in dieser Woche: Die Stiftung Mehlinger Heide feierte ihr zehnjähriges Bestehen. Andreas Dein, Vorsitzender der Stiftung, hat angekündigt, dass sich diese um eine weitere Heidefläche im Bereich einer militärischen Anlage kümmern möchte, die man weiterentwickeln könnte. Es ist wunderbar, was da entstanden ist. In Rheinland-Pfalz ist diese Heidelandschaft ohnehin einzigartig. Und wenn sie dann noch blüht, auch einzigartig schön. Wie derzeit. Dann gibt es dort an manchen Tagen wahre Völkerwanderungen. „Naturschutz, Naturerlebnis, Erholung und Umweltbildung gehen hier Hand in Hand“, sagte Umweltstaatssekretär Thomas Griese bei der Feier zum Zehnjährigen der Stiftung. Die hat sich solches Lob verdient. Neue Hoffnung gibt es beim Allgemeinen Sportverein Sembach. Fußball wird dort seit geraumer Zeit nicht mehr gespielt. Und wenn, dann von Mannschaften, die die beiden Sportplätze als Ausweichquartier nutzen. Ähnlich will es nun auch der SV Otterberg machen. Das Sportgelände in Otterberg muss saniert werden, weil sonst die Verrohrung des Otterbaches zusammenbrechen könnte. So wird wieder Leben auf den Sportplätzen an der Autobahn sein – zumindest vorübergehend. Manfred Stolze, lange Jahre Vorsitzender des Vereins und seit geraumer Zeit händeringend auf der Suche nach einem Nachfolger, hofft zudem auf ein paar Einnahmen und darauf, dass sich eine längerfristige Partnerschaft mit den Otterbergern entwickeln könnte. Dann würde es auch um die Zukunft des ASV Sembach wieder besser aussehen. Der ist ist aber ohnehin mehr als nur ein Fußballverein. In der Turnabteilung sind 50 Kinder und 25 Damen aktiv. Ein Sportverein ist gerade auf dem Land ein extrem wichtiges soziales Gebilde. Es würde zweifelsohne etwas fehlen, wenn ein solches von der Bildfläche verschwinden würde.

x