Kreis Kaiserslautern Eine große Nummer zum Jubiläum

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Wenn die Ortsgemeinde Linden vom 28. Mai bis 2. Juni ihren 650. Geburtstag feiert, dann werden sechs Tage lang Stars der Musikszene im Festzelt auf dem Dorfplatz zu sehen sein. Dass Künstler wie Heino, die „Feldberger“, Jennifer Rush, Nino de Angelo, Tony Marshall oder die „Schürzenjäger“ in die 1300-Einwohner-Gemeinde kommen, verdankt Ortsbürgermeister Uwe Unnold (FWG) einem alten Lindener.

„Dass er solche Musikgrößen auffährt, hatte ich nicht geahnt.“ Wenn sich Uwe Unnold die Namen der Künstler auf der Zunge zergehen lässt, die vom 28. Mai bis 2. Juni Abend für Abend in seiner Gemeinde auf der Bühne stehen werden, dann schaut er immer noch etwas ungläubig. Eigentlich wollte sich die Ortsgemeinde ja selbst um ein Festprogramm bemühen. „Natürlich haben wir da auch an einen Star gedacht. Aber sobald wir irgendwo eine Anfrage gestellt haben, haben wir auch schon bald eine Absage bekommen“, gesteht der Ortsbürgermeister. Also musste eine andere Idee her. In einer der vielen Vorbesprechungen fiel der Name Michael Ecker. In Linden kein Unbekannter. Schließlich wuchs er dort auf, organisierte in jungen Jahren in der Region zahlreiche Veranstaltungen. Vor 20 Jahren verschlug es ihn nach München. Dort ist er mittlerweile Aufsichtsratsvorsitzender der Futurecom AG. Den Eventdienstleister hatte er 1999 zusammen mit Johannes Meyer gegründet. Mittlerweile gilt das Unternehmen als Europas größter Eventausstatter. Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 und 2010 versorgte Eckers Firma die kompletten VIP-Bereiche mit Geschirr. Auch für die WM in diesem Jahr in Brasilien hat das Unternehmen den Zuschlag erhalten. Zudem stattet es die Formel 1 mit „Catering-Equipment“ aus. Michael Ecker weiß, wie das Veranstaltungsgeschäft läuft. Und er kennt sie auch fast alle, die Stars und Sternchen des Landes. Warum also nicht mal bei ihm anfragen, ob er seiner Heimatgemeinde bei der Ausrichtung der Jubiläumsfeierlichkeiten helfen möchte? Dachten sich die Lindener. Uwe Unnold rief an – und erntete zunächst einmal wenig Begeisterung, wie Michael Ecker gesteht. „400 Kilometer weg von München, ich habe viel Arbeit und bin eigentlich ausgebucht“, sagt er. Doch Unnold konnte seinen Spezi überzeugen – und der ließ seine Kontakte spielen. „Zu den Künstlern, die in Linden auftreten werden, pflege ich ein freundschaftliches Verhältnis“, erzählt Ecker. Nur so ist es überhaupt möglich, dass diese auf dem Land in einem Festzelt auftreten. Apropos Festzelt: Das wird eigens aus München angekarrt und eine Sonderanfertigung sein. „Wir wollen den kompletten Dorfplatz überdachen“, verrät der 44-jährige Eventmanager. Es wird also eine Nummer, die es so in Linden noch nie gab. Eine Sonderversion des „Gelleriebefeschts“ sozusagen. Los geht es am Mittwoch, 28. Mai, zunächst mit einer SWR3-„Dance-Night“ und 650 Litern Freibier. Damit noch nicht genug. Ecker kündigt auch einen prominenten Überraschungsgast an. Der Name sei noch geheim. Anders sieht es da am 29. Mai aus. An diesem Tag sollen die Schlager- und Volksmusikfans auf ihre Kosten kommen. Große Namen wie die „Feldberger“, „Fantasy“, Annemarie Eilfeld, die bei der Fernsehsendung „Deutschland sucht den Superstar“ bekannt wurde, die „Cappuccinos“ und Fernsehmoderator Hansy Vogt haben ihr Kommen bereits zugesagt. Prominente Namen gibt es auch am 30. Mai: Jennifer Rush hat ihren Welthit „The Power of Love“ im Gepäck. Lieder wie „Jenseits von Eden“ machten Nino de Angelo bekannt. Auch er wird an diesem Tag auf der Lindener Bühne stehen. Mit einem Jubiläumsabend geht es am 31. Mai weiter. Tony Marshall wird mit seiner „Schönen Maid“ und zusammen mit „Frau Wäber“ sowie Edward Simoni und der Band „Freibier“ das Publikum unterhalten. Nach einem Hammelessen und Festumzug mit vermutlich knapp 60 Zugnummern hat sich für den 1. Juni Schlager-Ikone Heino angekündigt. Der hat bekanntlich die (Musik-) Seiten gewechselt und tritt auch als Rocker auf. Die Besucher dürfen gespannt sein, was er ihnen im Festzelt, in dem rund 1000 Personen Platz finden, präsentiert. Zum Abschluss lockt am 2. Juni nicht nur ein Feuerwerk, auf der Bühne wird die Zillertaler Kult-Formation „Schürzenjäger“ ihre Hits wie „Sierra Madre“ oder „Schürzenjägerzeit“ auspacken. Der Vorverkauf soll am Montag starten, Karten werden dann unter anderem beim RHEINPFALZ-Ticket-Service erhältlich sein. „Die Ortsgemeinde wird kein finanzielles Risiko haben“, betont Unnold. Das liege allein bei Eckers Unternehmen. Der möchte seiner Heimatgemeinde damit ein besonders schönes Geburtstagsgeschenk machen und auch die Eintrittspreise bewusst niedrig halten. Wobei er nichts dagegen hätte, „wenn am Ende ein paar Euro hängen bleiben“, wie er sagt. Was er für dieses Programm berappen muss, bleibt Eckers Geheimnis. Über Gagen spricht man nicht. Ecker wäre es viel lieber, wenn die Leute noch viele Jahre von diesem Fest schwärmen würden. Uwe Unnold weiß: „Was Besseres hätte uns nicht passieren können.“ (ssl)

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