Kreis Kaiserslautern Die Sauberfrau

Ohne sie ist kein Badezimmer perfekt: An der guten alten Seife geht einfach nichts vorbei. Meist sind die flutschigen Teile aus der omnipräsenten Kosmetikindustrie. Es gibt sie aber noch, die Sauber-Stücke ganz von Hand gemacht. In Mehlingen kreiert Sabine Dauth in „Rosalie’s Seifenmanufaktur“ pfiffige Naturseifen. Aber nicht nur: Auch Badepralinen, Körpersahne oder Deo-Cremes entstehen hier.

Döschen, Flaschen, reichlich Schneebesen, Kochlöffel und ganz normale Kochtöpfe zieren die Seifenküche im Keller der Familie Dauth. Es riecht wunderbar. Nur nach was? Die Nase erschnuppert Mandel, Orange, Kakao, während die Augen an der bunten Seifenvielfalt erst mal hängen bleiben. Schlicht ist hier nichts. Nicht die Farbe, nicht die Form und auch nicht der Name dieser im Kaltsiedeverfahren handgefertigten und wochenlang gereiften Stücke. Seifen mit gemahlenen Mandeln oder Erdbeerkernen als Peelingzusatz, Seifen mit Mascarpone, Algen, Ziegenmilch oder Honig gibt’s, um nur eine kleine Auswahl zu nennen. Die „Hallo-Wach-Seife“ mit sichtbaren Mohnstreuseln oder die geschnitzte „Cowgirl-Seife“ mit Bergsand liegen da, genau wie die aus Schafsmilch gefertigten Heidschnuckenseifen. Herbe Männerseifen in dunklen Tönen gibt es auch. „Thalasso“ ist eine erhabene grüne Soleseife, auf der eine kleine Muschel prangt. Die Muschel ist, das versteht sich von selbst, natürlich aus Seife. In „Rosalie’s Seifenmanufaktur“ gibt es laut Sabine Dauth „alles außer Konservierungsmittel, Chemie, tierische Fette oder Schlachtabfälle“. Aus letzteren wurden früher schon von den Römern Seifen gemacht. Der Dreck ging damit ab. Mitunter auch ein Stück Haut. Das muss heute keiner mehr fürchten. Und bei Seifen, die aus der kleinen Mehlinger Manufaktur stammen, erst recht nicht. Seit gut zehn Jahren siedet Sabine Dauth, die im Alltag Technische Zeichnerin ist, Seifen. Aus Spaß an der Sache. „Ich wollte einfach nur ein Stück Seife machen“, sagt die Sauberfrau. Mittlerweile besucht sie Kunsthandwerkermärkte und bietet ihre Produkte, liebevoll etikettiert und verpackt, auch in einer Art „Werksverkauf“ daheim an. Ein harter Weg für eine, die einfach mal das uralte Handwerk der Seifensiederei ausprobieren wollte, liegt zwischen dem ersten Seifenstück und heute. Ihre kleine Seifenküche wurde von Amts wegen begutachtet. Jeder Seifenblock, der unter ihren Händen wächst, wird in einem Siedeprotokoll festgehalten. Eine Probe verschwindet für zwei Jahre in der Ecke. Vorschrift. Genau wie das Mindesthaltbarkeitsdatum oder die Etikettenaufdrucke. Trotzdem. Die Freude an ihrem Hobby ist Sabine Dauth anzumerken. Sie schwärmt geradezu von den Dingen, die sie ihren Seifen genau wie der hergestellten Naturkosmetik mit auf den reinigenden Weg gibt. Am liebsten packt sie Sheabutter in ihre Produkte. Nicht nur weil diese aus den Nüssen des afrikanischen Karitébaums gewonnene butterige Masse so herrlich nach Kakao riecht und „so ziemlich jedem Übel zumindest ein bisschen Linderung verschaffen kann“. Ihre Sheabutter bezieht Dauth über den fairen Handel aus Ghana und unterstützt dabei afrikanische Frauen, die mit der Herstellung der Butter ihre Familie ernähren. Selbst ihre junge Quarterstute verwöhnt die Westernreiterin ab und an ein wenig mit Sheabutter. Es dauert mitunter Wochen, bis ihre Kreationen, zu denen eine Gesichtsmaske aus Tonerden, Joghurt und Seidenpulver gehört, fertig sind. Von der ersten Idee bis zur Zufriedenheit der Familienmitglieder und der Freundinnen wird ausprobiert und immer wieder neu gemixt. Die Freundinnen müssen als Tester herhalten für die neuen Mischungen. Wie kommen Geruch, Konsistenz, Farbgestaltung an? Was sagt die Haut? „Es muss einfach alles passen“, betont die Seifenmacherin. Auch die Namensgebung muss stimmig sein. Das trifft auch auf den Namen der kleinen Manufaktur zu. „Wir haben uns in der Familie ganz lange die Köpfe zerbrochen.“ Dabei war es am Ende ganz logisch. Der Name „Rosalie’s Seifenmanufaktur“ geht auf die Vornamen Rolf (Ehemann), Sabine und Alice (Töchter) zurück. Eine saubere Sache.

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