Enkenbach-Alsenborn RHEINPFALZ Plus Artikel Der Sohn von Fotografin Ulla Lohmann ist mit knapp zwei Jahren schon ein Globetrotter

„Volcano Boy“ nennt die aus Alsenborn stammende, weltbekannte Fotografin Ulla Lohmann ihren Sohn Manuk, der sie und ihren Mann a
»Volcano Boy« nennt die aus Alsenborn stammende, weltbekannte Fotografin Ulla Lohmann ihren Sohn Manuk, der sie und ihren Mann auf allen Reisen begleitet. Die Fotos entstanden auf den Vanuatu-Inseln.

Im Alsenborner Garten von Oma Elke ist Manuk damit beschäftigt, klumpig nassen Erdboden per Backförmchen in Schokoladenpudding umzuwandeln. Nichts Ungewöhnliches für einen 23 Monate alten Bub. Aber Manuk ist ein weitgereister Weltenbummler. Er hat bereits 41 Länder dieser Erde besucht. Seine Mutter ist die international renommierte Fotografin, Filmemacherin, Buchautorin und Globetrotterin Ulla Lohmann.

Die mit diversen Foto-, Presse- und Wissenschaftspreisen dekorierte Bildjournalistin, die 2015 in den exklusiven New Yorker „Explorers Club“ berufen wurde, ist eine waschechte Alsenbornerin. Was Wunder, dass auch der im Juni 2018 geborene Manuk bislang im Alsenzdorf gemeldet war. Wenn die Familie nicht gerade in der Pfalz zu Besuch ist, lebt sie am Starnberger See. Oder aber Manuk ist mit Mama und Papa irgendwo in der großen weiten Welt unterwegs. Ulla Lohmann und der gleichfalls filmerfahrene Alpinist Basti Hofmann sind mit Fotoreportagen über ferne Länder berühmt geworden. Spezialgebiet: Naturvölker und Vulkane.

Ihre Mischung aus Abenteuerlust, Reisefieber und Forscherdrang dokumentieren die beiden vielfach ausgezeichneten Entdecker in Büchern und Bildreportagen, Fernsehfilmen und Vorträgen. Ulla Lohmann arbeitet für Zeitschriften wie „Geo“, „Stern“ und „National Geographic“, dreht für die BBC und Arte, für die ARD („Expeditionen ins Tierreich“) und das ZDF („Terra X“). 2018 trat sie in einem Kinofilm neben „Checker Tobi“ als Vulkanexpertin auf.

Ein Vulkan war Namensgeber

Von einem Vulkan in Indonesien hat Manuk seinen Namen. Ulla Lohmann hat in Papua-Neuguinea an der Expedition „Lost Land of the Volcano“ teilgenommen und den weltweit höchsten aktiven Vulkan „Ojos del Salado“ in Chile erstiegen. Sie kletterte auf den Mount St. Helens im US-Staat Washington und erforschte vorgeschichtliche Felsmalereien im australischen Kimberley-Gebirge. Das aktuelle Projekt von Manuks Elternpaar ist die Besteigung der jeweils höchsten Gipfel in 47 Ländern des eurasischen Kontinents.

Heiratsantrag im Krater

Manuk ist immer dabei. Und immer in der Obhut seiner Eltern, die der Sicherheit des Söhnchens oberste Priorität geben: „Natürlich gehen wir nie ein Risiko ein. Wir steigen auf keinen Gipfel, auf dem die Luft für ihn zu dünn wäre.“ Aber feuerspeiende Berge spielen nun mal eine zentrale Rolle in der Familie. Mama und Papa haben sich kennengelernt, als Ulla Lohmann für eine „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ auf den Spuren Jules Vernes ein Klettertraining absolvierte. Den Heiratsantrag habe ihr Basti tief unten in einem Krater gemacht, erzählte Ulla einmal während eines Auftritts im heimatlichen Provinzkino.

Ihre eigenen Filme haben Ulla Lohmann inzwischen weltberühmt gemacht. „Ich wollte eigentlich immer Geschichten erzählen“, sagt sie. „Bilder sind austauschbar, aber die Geschichten der Menschen sind es nicht. Man muss immer neugierig sein auf die Welt und die Menschen.“

Schon mit 18 Jahren machte sie ihre erste Weltreise, finanziert unter anderem mit dem Preisgeld von „Jugend forscht“. In diesem Naturwissenschafts-Wettbewerb war sie 1996 Bundessiegerin mit einer Arbeit über den vor 280 Millionen Jahren ausgestorbenen Dickschädellurch Sclerocephalus haeuseri. Über diesen ersten Trip um den Globus schrieb sie eine Artikelserie für das damalige Lauterer Stadtmagazin „Willi“. Danach studierte sie Geografie und Journalismus, machte ihren Abschluss in Umweltmanagement und Fotojournalismus. 2003 drehte sie ihre erste TV-Dokumentation.

Corona unterbricht Gipfeltour

Ihre Aktivitäten als Vortragsreisende sind derzeit eingeschränkt, die 47-Gipfel-Tour ist unterbrochen. Die Vorbereitungen für die nächsten Projekte des Ehepaars Lohmann-Hofmann gehen dennoch weiter. Reiseziele sind diesmal die nordpazifischen Aleuten-Inseln und die Republik Vanuatu im Südpazifik. Auch Manuk, der bereits ein eigenes Paar Kletterschuhe und natürlich auch eine Kamera besitzt, soll wieder mit von der Partie sein.

Demnächst feiert der kleine Gipfelstürmer, den seine Mutter zum „Volcano Boy“ gekürt hat, seinen zweiten Geburtstag. Laufen kann er schon, sprechen lernen soll er zweigleisig, wie Ulla Lohmann verrät: „Der Papa spricht Bayerisch mit ihm und ich Französisch.“ Dem Besucher berichtet Manuk in französischer Sprache über seine Matschbäckerei. Aber verstehen kann er auch das Pfälzische.

Ein echter Gipfelstürmer: Mit seinen Eltern besteigt er die jeweils höchsten Berge in 47 Ländern des eurasischen Kontinents.
Ein echter Gipfelstürmer: Mit seinen Eltern besteigt er die jeweils höchsten Berge in 47 Ländern des eurasischen Kontinents.
Ulla Lohmann
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